Sonntag, 8. Februar 2004

Junge Juden
nennt sich ein Blättchen, das mir in die Finger gekommen ist. Da will ein anonymer Autor Stimmung in der jüdischen Gemeinde zu Berlin machen. Politische Stimmung. Witzischkait kennt dabei keine Grenzen, von der Schädeldecke des Verfassers mal abgesehen.

Von einer Polemik über die Zustände in der Gemeinde sollte man zumindest erwarten, dass man sie versteht. Offenbar hat sich da einfach jemand mit mehr oder weniger Insiderwissen einfach mal ausgekotzt. Hier eine unverständliche Andeutung, da eine potenzielle Spitze, nie konkret, kaum Argumente, der Ausfluss eines Sektierers, der sich und seine Sache zu ernst nimmt.

Wenn schon die Pamphlete so mies sind, dann gute Nacht, Junge Juden...

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Freitag, 6. Februar 2004

Shabbat shalom
und einen guten Heimweg. Falls er nicht gut sein kann, weil er in keinem guten Viertel ist, wenn Dealer an den Ecken über das coolste Messer reden und die Nacht glibbrigen Regen verspricht, dann zumindest eine interessante Perspektive einnehmen und im Kopf einen Film ablaufen lassen.



Am besten Diva von Jean-Jacques Beineix.

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Kein Ju hu, das.
Instinktlosigkeit bei Kabel 1? Wohl kaum. Eher wohlkalkulierte Randale. Weil so blöd sind die beim Sender nun auch nicht. Dass man unter J-Game weitermacht, spricht Jahresausgaben-Bände des Völkischen Beobachters.

Und was das Topic angeht, von wegen, wer ist der Lügner - Da hätte sich laut dem Verhalten in der christlichen Bibel eher "Die Petrus-Show" angeboten. Aber wenn die das gewagt hätten, wären sie ratzingisiert worden, und zwar nachhaltig, von wegen, die Bayerische Landeszentrale für neue Medien macht wirklich ernst.

Lustig ist dagegen sicher das "P-game", das jetzt bei Kabel1 läuft: Da werden nach der verheerenden Quote alle die Schuld auf den jeweils anderen schieben, das Marketing auf den Abteilungsleiter, der auf das Business-Development, die auf die Produktionsfirma, und am Ende ist es der, den man sowieso rausschmeissen wollte - äh..

Wieso heisst das eigentlich nicht ganz simpel Kabel-1-Game?

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Donnerstag, 5. Februar 2004

Ganz neue Berliner Mittel
in der Siedlerbewegung: Nachdem Ariel Sharon angekündigt hat, Israel werde sich aus dem Gazastreifen zurückziehen und die Siedlungen abbauen, greifen die radikalen Siedler zur Spraydose: In Jerusalem kann man an den Wänden lesen, Sharon sei ein Verräter. Berliner Verhältnisse, gewissermassen: Hier vor der Tür wäre das perfekte Jagdgebiet für bayerische Polizeibeamte, so zugespräyt sind hier die Häuser.

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So verrauscht das Leben hier
Lichtreflexe der Gegenwart verwischen unter dem Druck der Termine, und die Luft wird flüssig und glitscht wie verschüttetes Nitroglycerin. Die Zeit flimmert wie ein durchgeknallter Monitor.



Bis auf gestern Abend. Da war Ruhe. Da war zum ersten mal kein Fuckit beim zu Bett gehen auf meinen Lippen. Von da oben, wo ich war, schweift der Blick hinüber zur goldenen Kuppel der Synagoge an der Oranienburger Strasse, und alles ist gut. Bis um 9 Uhr am nächsten Morgen.

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Mittwoch, 4. Februar 2004

Lieberaufgebenmann
Joe Lieberman, im Vergleich zu seiner Kleingeistigkeit ausnehmend grosswüchsiger US-Senator, wird nie Präsident der USA werden. Amerikaner würden angesichts der Vorwahlergebnisse sagen: He got shitcanned. Weshalb er nach den Vorwahlen in 9 Bundesstaaten die Sache als unfilbaren Fisch betrachtet und aufgibt.

Jetzt wird natürlich spekuliert, warum er nicht gezogen hat -seine Religion etwa? Meine Prognose: Lieberman hat das Charisma eines Bagels nach 7 Tagen in der Regenrinne, den Charme eines verkniffenen Konvertiten, sieht aus wie ein 3.-Reihe-Komparse einer C-Production über bestechliche US-Politiker der 70er Jahre, und letztlich:

Haben die Wähler wahrscheinlich die Schnauze voll von den Moralaposteln. Die meisten wollen ihren Clinton zurück - und bei Lewinsky hat sich Lieberman als Dolchstosser vom Dienst erwiesen.

Deshalb. Würde ich sagen.

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Mittwoch, 4. Februar 2004

Und dann war da noch
dieser Anruf von einer Interviewpartnerin, die sich beschwert hat, dass da so viele Fehler drin waren - nachdem wir ihr gnädigerweise den Beitrag schon vorher zukommen haben lassen und sie ab-so-lut begeistert war.

Und als ob wir was dafür könnten, wenn sie Sachen sagt, die sie so nicht gemeint haben will.

Und dann denkt man sich, das ist ja das Schöne am jüdischen Radio, alle wollen da rein und mögen Interviews geben, da ist eine ziemliche Konkurrenz, zumal manche nicht gerade ein kleines Ego besitzen. Dann merkt man sich eben diesen Namen und nimmt in Zukunft jemand anderen...

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AArrghhhhh!
Laut Mietspiegel zählt meine neue Bleibe auch zu "Mitte".

*

Und Mitte war knapp vor Marzahn das letzte, wo ich in Berlin wohnen wollte. Offensichtlich hat man sich ein Eck des Weddings einverleibt.

* Wenn sich wer wundert, warum hier alles so dunkel ist - so ist Berlin nun mal. Ja.

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Dienstag, 3. Februar 2004

Sie sind ein Rebell,
meinte die alte Dame aus der Gemeindeleitung, durchaus anerkennend. Dabei hatte ich heute auf Schongang geschaltet. Und nichts Böses gesagt, nicht auf knallharten Heeb und Kultusgemeindenschreck gemacht, und so. Wahrscheinlich kommt es hier bald mal zum Cultural Clash, wenn ich auf Kochwäsche schalte.

Schleudergang inclusive.

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Nighthawks
Gut, dass Hopper in den 40ern und 50ern gemalt hat. Und in New York. Hopper 2004 in Berlin sähe wahrscheinlich so aus.



In Ingo Niermanns sehr einpfehlenswerten Buch Minusvisionen erzählt Jens Thiel, dass er gerne noch andere Fresstempel haben wollte, als immer nur Dönerbuden. Vielleicht, wenn es mit dem Franchising von Jens & Friends geklappt hätte, gäbe es eine Alternative für einen neuen Hopper - aber so...

Andererseits ist die oben abgebildete Existenzform schlichtweg passend für dieses Berlin am Rande des Zusammenbruchs.

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Sonntag, 1. Februar 2004

And now
das pralle Leben. Liebe, Verrat, Computerprobleme, Ärger über Kollegen, Rezepte, dies und alles andere mehr. Morgen wird es festgemacht, besprochen, in Layout gegossen.



Während andere noch reden, tun wir mal wieder. Wie immer. Am 26.3. in Leipzig, zum Beispiel. Und auch andernorts.

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Geht doch...
alle Sorgen waren umsonst. Die Sendung war technisch ok - wenn auch etwas bieder. Bleibt 25%* Mehraufwand wegen der Distanz Berlin/München, und etwas technischer Ärger, weil manches doch nicht so gut läuft, wie geplant.

*Tucholsky hasste sowas, ich weiss.

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Babel Berlin
hiess es mal in einem Gedicht von Kurt Tucholsky. Und was steckt dahinter? Nischt. Nur ein Libanese. Den ich allerdings wegen akuter Smyrekphobie nicht aufsuche.

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