Sonntag, 12. Dezember 2004

Are we hotter or notter?
Heute ankässlich unserer letzten Sendung nach allgemein gültiger Jahresberechnung mal ein Vergleich zwischen Chuzpe und unseren Nachfolgern, den Radiofreunden. Das also sind die Radiofreunde, Spezialisten für alternativen Pop, mit vielen CDs im Koffer und in etwas ausserplanmässiger Besetzung:



Und das nun sind wir selbst in der üblichen Besetzung, Spezialisten für ätherisiertes Judentum, noch hochgedopt vom Fakt, dass es diesmal doch richtig fertig wurde, keine Fehler drinnen waren, im Hintergrund auf dem Thinkpad in wavelab, und ach, überhaupt,Radio macht glücklich.



Also, are we hotter or notter?

Immerhin habe ich es heute morgen geschafft, alls 90 Teile der Sendung in Echtzeit, also weniger als einer Stunde zu montieren. Nachher qualmte der Thinkpad, aber es hat geklappt.

Disclaimer: Infantiles Teenie-Posting, ich weiss, aber so bin ich nun mal nach einer durchgearbeiteten Nacht.

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Samstag, 11. Dezember 2004

Backlash
Bei der amerikanischen Präsidentenwahl stimmten 3/4 der amerikanischen Juden für die Demokraten; so eindeutig wie keine andere Minorität in den USA. Viele hatten Angst, Amerika könne sich durch eine zweite Amtszeit in einen christlich-fundamentalistischen Staat verwandeln. Einer, der das nicht befürchtete, war der eher konservative Vorsitzende der Anti Defamation League Abe Foxman. Möglicherweise muss er jetzt umdenken, denn der grosse Fernseh-Konzern Fox lässt gerade die Judenfeinde von der Leine. Foxman hatte dagegen protestiert, dass christliche Gruppen an Weihnachten in den Schulen Juden missionieren wollten. Aus dem amerikanischen Verständnis heraus, das alle Religionen au der Schule heraus halten will, ist der Plan eigentlich schon ein Verfassungsbruch. Aber der Fernsehkommentator Bill O´Reilly setzte noch eins drauf: Die Antidefamation League sein eine Extremistengruppe, und wer sich über die Bekehrungsversuche beschwere, solle nach Israel auswandern.

William Donohue, der Chef der Katholischen Liga und Freund von Bush, setzt gleich noch eins drauf: Hollywood werden von säkularen Juden kontrolliert, die das Christentum im Allgemeinen und den Katholizismus im besonderen hassten. Donohue ist dann mit seiner Gruppe auch eine der treibenden Kräfte hinter dem Versuch, die Serie Sex and the City in Zukunft nur noch in einer zensierten Version auszustrahlen.

Kein Wunder also, wenn sich auf der Website www.marryanamerican.com inzwischen auch viele Juden finden, die einen ausländischen Ehepartner suchen, um aus God´s own Country zu entkommen

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Samstag, 11. Dezember 2004

Shabbat shalom für den alten Mann,
der sich erst mal in einer sicher wenig angenehmen Sitzung das OK seiner Partei für eine Koalition mit der Partei des anderen alten Mannes, Shimon Peres holen musste. Und mit dem erst mal eine Koalition machen, dann mit den Idis von der Schas-Partei und ihrem geistig nicht immer zurechnungsfähigen geistigen Oberhaupt zu Potte kommen, um überhaupt weiter regieren zu können, um bei der Gelegenheit eine marode Wirtschaft zu sanieren und einen halbwags sauberen Abzug aus Gebieten hinbekommen, die nur der Beginn für weitere schmerzhafte Entscheidungen sein werden. Sie werden ihn dafür in der eigenen Partei hassen, einen Verräter nennen, und er wird es politisch kaum überleben.

Nein, es werden keine schönen Wochen für Sharon, und ich kann mir vorstellen, wie er das alles wahr nimmt:



Wie dicken Nebel in der Nacht, hinter ihm eine schimmernde, böse Meute, die heranbraust, um ihn zu fressen, und nach vorne ist kaum Sicht, auf einer viel zu engen Fahrbahn mit vielen Baustellen, die vor ihm aus dem Nichts auftauchen, aber er muss weiter, es gibt kein Halten auf der Flucht vor den Geistern der Vergangenheit.

Bei mir dauerte der Zustand heute nur 170 Kilometer, von Berlin bis Thüringen. Für Sharon wird es lange dauern. Mitleid? Nö. Er weiss, was er tut, der einsame, gehasste alte Mann.

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Donnerstag, 9. Dezember 2004

Das kenn ich doch:
Das hier ist uns in grauester Vorzeit auch schon mal passiert - allerdings ist die damalige Moderatorin schon seit Jahren nicht mehr dabei. Wobei, es war nicht privat, oder auf Papier, sondern On Air, mitten in der Sendung, von der man glücklicherweise ohnehin schon den ein oder anderen Ausrutscher gewohnt ist: Bodenluft-Raketen gegen den Weihnachtsmann, beispielsweise, Ho ho ho! Oder ein Deathmatch gegen Judas Makkabäus...

Also, das war so: Da macht man einen Beitrag über Konzentrationslager, und dieses eine Mal ist die Sendung nicht vorproduziert, sonder live - auf dem Zettel steht KZ-Wärter, und dann liest sie, laut und deutlich:

KFZ-Wärter.

Nein, es ist bei genauem Überlegen nicht lustig, aber in der Situation überlegt keiner, sondern lacht noch hintendrein. Shit happens. Kann passieren.

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Die andere Seite
blogt angeblich aus Rafah, wobei ich eher darauf tippe, dass die Macher in amerikanisch-palästinensischen Kreisen zu finden sind. Dennoch, gute Links und Quellen.

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Donnerstag, 9. Dezember 2004

Elefantenrunde
Julius Schoeps gegen Micha Brumlik - Doppel-Buchvorstellung an einem Abend, im sehr schönen Cafe des Gropiusbaus in Berlin Mitte. Mässig voll, immer das gleiche Publikum bein solchen Veranstaltungen: Wohlmeinende ältere Tugendwächterinnen. evangelische Religionslehrerinnen, oberlehrerhafte Co-Kommentatoren, und ein paar Studenten, die auf eine besondere Vorlesungen hofften.

Im Prinzip war es eine sehr nette, wenig stringente Plauerei über dies und das; ältere, gewitzte Herren über G´tt, die Welt und den Genozid. Aufgrund einer Radarfalle in Mitte (sie fielen zu Hunderten zu meiner Rechten, aber mir geschah nichts) und eines Telefonats kam ich etwas zu spät, aber wie inmmer bei solchen Zusammentreffen von Leuten, die sich die Bälle zuwerfen, konnte man jederzeit ein- und aussteigen, solang man die Insiderwitze (Wolfsohn - höhöhö) verstand.



Nur einmal wure es etwas rau und ruppig - als der werte Herr Verleger auf die Zurückhaltung der Buchhändler zu sprechen kanm, sich die bei ihm verlegten Werke führender jüdischer Intellektueller ins Regal zu stellen. Vielleicht hätte ich mich melden sollen und zugeben, dass das meiste von seinem Haus auch bei mir keine Chance hat, denn noch ein Schuldfragenbuch eines führenden jüdischen Intellektuellen, der sicher ganz toll geforscht hat und zu brillianten Schlussfolgerungen kommt, ändert nichts an der Tatsache, dass er damit Nummer 1.349 der unrezensierten Bücher führender jüdischer Intellektueller wird.

Es gibt einfach eine enorme Überproduktion. Und die Zahl derer, die sich die Kisten voller derartiger Literatur kaufen und lesen, ist begrenzt. Vielleicht, wenn sich die Herren führende jüdische Intellektuelle mal dazu herablassen wollten, einen Knaller zu schreiben, irgendwas, das man gern liest, spannend ist, und nichts mit Genozid zu tun hat - dann könnte man gern nochmal über das Thema reden.

So wie jetzt bleibt es beim Achselzucken der Buchhändler.

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Dienstag, 7. Dezember 2004

Vor genau einem jüdischen Jahr
sah es noch viel imposanter aus. Hier im Büro, wo heute Abend auch Chanukka beginnt, sind dagegen erst mal nur 3 statt der dafür nötigen Kerzen da - weil es in drei Tagen nämlich raus aus Berlin geht, Richtung Süden.



Dort werden dann die anderen 5 Kerzen entzündet, also insgesamt acht. Eine für jeden Tag, da das Licht mit dem letzten Rest reinem Öl im Jerusalemer Tempel brannte, nachdem die jüdischen Makkabäer das Heiligtum vor fast 2200 Jahren den syrischen Despoten abgenommen hatten. Ähnlich hoch her gehen wie damals wird es auch heute. Von wegen, geruhsames Chanukka - viel Autobahn, Sendung, Familie, Dauerstress diesmal. Ein Job für einen echten Judas Makkabäus. Vielleicht ist das die Ausrede der Grund, warum ich so viel - rituell ohnehin vorgeschriebene - Krapfen esse.

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Aus der beliebten Serie:
Leute, von denen sie immer schon dachten, dass sie Juden sein müssten, sich aber nie zu trauen fragten. Heute:

Dorothy Parker!

actually, somewhat jewish. Genauer: Ihr vater war jüdischer bekleidungsfabrikant, ihre Mama dagegen römisch-papistisch-katholisch. Natürlich ist man ein wenig stolz auf das grosse Lästermaul der 20er und 30er Jahre, die begnadete Kolumnistin, die bitterböse Chronistin ihrer Zeit, in der die Damen von Welt Grippe bekamen, wenn das Collier ihres Lovers nicht teurer als ein Cadillac war. Wie sagte sie nicht so schön: "Ich schreibe oberflächliches Zeug, denn dies (New York) ist eine oberflächliche Stadt". Als sie 1967 starb, vermachte sie alles Martin Luther King.

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Dienstag, 7. Dezember 2004

Man entgeht ihm nicht
Noch nicht mal im Büro, das expressis verbis jüdisch ist. Ihm, dem Majority-Grauen in Coca-cola-rot und debilem Kiffergrinsen über verfettetem Körper:



Aber es tut ihm vielleicht mal ganz gut, hier mitzubekommen, wie man sich als Minderheit so fühlt.

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