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Sonntag, 5. Dezember 2004
Irgendwie fremd
uceda, 22:25h
Das, von dem die Rechten immer reden, von den Fremden, die zwar hier leben, aber in diesem Land innerlich nie angekommen sind - das sollte man nicht so einfach wegwischen.
Natürlich denkt das Leitkultur-Luder dabei an finstere Orientalen, die sich anders anziehen und beim frühen Tageslicht Obstkisten schleppen, und deren Söhne in tiefergelegten Fords Schnulzen aus Istanbul laufen lassen. Ich fahre keinen Ford, meine Familien leben seit Jahrhunderten hier, weitaus länger jedenfalls als das "Flichtlings-Gschwerrl", wie der gnadenlose bayerische Volksmund die Sudetendeutschen bezeichnet. Die im übrigen doch auch in ihren Mercedes-Limousinen Schnulzen aus der Egerländer Heimat hören, aber das ist eine andere Sache. Ich und viele meiner Freunde, beileibe nicht nur Juden, empfinden eine, sagen wir mal, abstammungsbedingte Fremdheit. So wie die junge Frau, mit der ich gestern Essen war: Intelligent, gute Ausbildung, gleich nach der Geburt nach Deutschland gekommen, die Eltern selbst auch ein deutsches Idealpaar. Nur eben - sie kommt aus einem anderen Erdteil, das sieht man ihr an, im besten Sinne des Begriffs.

Das führt trotzdem in ihrem Leben zu Konflikten und Problemen. Es liegt nicht an ihr, sondern an der Umwelt, die damit nicht umgehen kann, blöd schaut, gewisse Erwartungen in ihre "Rasse" setzt, und ich vermute stark, dass es bei Menschen aus Afrika nochmal eine Ecke heftiger kommt.
Andere Bekannte haben Namen, die die Herkunft erkennen lassen, auch wenn sie nicht anders aussehen als Hinz und Kunz, Respektive bei jüdischen Freunden, Creti und Pleti. Es sind Kinder und Enkel von Menschen, die teilweise schon vor fast 60 Jahren hier angekommen sind, alle sind hier geboren, sprechen perfekt Deutsch - was schon wieder so ein Zeichen der Fremdheit ist. Aber wenn wir uns treffen, genügen meistens nur ein paar Worte, ein, zwei Fragen, und schon reden wir über das, was uns anders erscheinen lässt, und über die Frage, ob wir anders sind. Die Fortsetzung der jüdischen Selbstzweifel im Lichte der "Multi-Kulti-Gesellschaft", an die auch nur die Arschgeigen glauben, die die Realität da draussen in ihren versifften Bierzelten nicht mitbekommen. Multi-Kulti ist ebenso wünschenswert und unwahrscheinlich wie ein Ende der (Männer-)Gewalt in den Familien.
Und weil für den grossen Teil der Mehrheitsbevölkerung Döner oder Chinapfanne und einen kleineren Teil das Klezmerkonzert und japanische Geigerin die Inbegriffe von zulässigem Multi-Kulti sind, weil ihnen der ganze Rest vollkommen amamtlich-arischen Arsch vorbei geht, sitze ich dann mit einer schönen Frau beim Essen, sage ihr, dass sie sich den ganzen Dreck nicht zu Herzen nehmen soll, so what, schlimmer wäre es doch, wenn wie genau so wie die anderen wäre, aber innen drinnen weiss ich, dass sie sich die Dinge nur bewusster macht, oder es ihr aufgrund ihrer Abstammung brutaler reingedrückt wird, als mir, der ich zu einer, wenn man so will, bevorzugt behandelten "Luxusrandgruppe" gehöre. Und damit, zumindest an diesem Abend, sehr fremd in diesem Land bin.
Und das ist nicht das Problem der tiefergelegten Fords, der lauten Musik, der Sprache, der Ghettos, der Erziehung, alles Dinge, die auf mich und meine musterdeutsch fremden Freunde nicht zutreffen - es ist das Problem der real existierenden Leitkultur. Wer da dann noch von mir einfordert, dieses bescheuerte NaziOralgedicht (Rechtsschreibung ist meine Stärke) auf einer vergewaltigten Haydn-Melodie zu singen, dem wünsche ich,dass er mal die Unterbodenansicht von Mehmeds tiefergelegtem Ford zu Gesicht bekommt, und zwar die ganze Strecke von der Mass bis an die Memel, und von der Etsch bis an die Belt. dass er sich zuvor mal mit der Realität auseinandersetzt - Gesprächspartner gäbe es genug.
Natürlich denkt das Leitkultur-Luder dabei an finstere Orientalen, die sich anders anziehen und beim frühen Tageslicht Obstkisten schleppen, und deren Söhne in tiefergelegten Fords Schnulzen aus Istanbul laufen lassen. Ich fahre keinen Ford, meine Familien leben seit Jahrhunderten hier, weitaus länger jedenfalls als das "Flichtlings-Gschwerrl", wie der gnadenlose bayerische Volksmund die Sudetendeutschen bezeichnet. Die im übrigen doch auch in ihren Mercedes-Limousinen Schnulzen aus der Egerländer Heimat hören, aber das ist eine andere Sache. Ich und viele meiner Freunde, beileibe nicht nur Juden, empfinden eine, sagen wir mal, abstammungsbedingte Fremdheit. So wie die junge Frau, mit der ich gestern Essen war: Intelligent, gute Ausbildung, gleich nach der Geburt nach Deutschland gekommen, die Eltern selbst auch ein deutsches Idealpaar. Nur eben - sie kommt aus einem anderen Erdteil, das sieht man ihr an, im besten Sinne des Begriffs.

Das führt trotzdem in ihrem Leben zu Konflikten und Problemen. Es liegt nicht an ihr, sondern an der Umwelt, die damit nicht umgehen kann, blöd schaut, gewisse Erwartungen in ihre "Rasse" setzt, und ich vermute stark, dass es bei Menschen aus Afrika nochmal eine Ecke heftiger kommt.
Andere Bekannte haben Namen, die die Herkunft erkennen lassen, auch wenn sie nicht anders aussehen als Hinz und Kunz, Respektive bei jüdischen Freunden, Creti und Pleti. Es sind Kinder und Enkel von Menschen, die teilweise schon vor fast 60 Jahren hier angekommen sind, alle sind hier geboren, sprechen perfekt Deutsch - was schon wieder so ein Zeichen der Fremdheit ist. Aber wenn wir uns treffen, genügen meistens nur ein paar Worte, ein, zwei Fragen, und schon reden wir über das, was uns anders erscheinen lässt, und über die Frage, ob wir anders sind. Die Fortsetzung der jüdischen Selbstzweifel im Lichte der "Multi-Kulti-Gesellschaft", an die auch nur die Arschgeigen glauben, die die Realität da draussen in ihren versifften Bierzelten nicht mitbekommen. Multi-Kulti ist ebenso wünschenswert und unwahrscheinlich wie ein Ende der (Männer-)Gewalt in den Familien.
Und weil für den grossen Teil der Mehrheitsbevölkerung Döner oder Chinapfanne und einen kleineren Teil das Klezmerkonzert und japanische Geigerin die Inbegriffe von zulässigem Multi-Kulti sind, weil ihnen der ganze Rest vollkommen am
Und das ist nicht das Problem der tiefergelegten Fords, der lauten Musik, der Sprache, der Ghettos, der Erziehung, alles Dinge, die auf mich und meine musterdeutsch fremden Freunde nicht zutreffen - es ist das Problem der real existierenden Leitkultur. Wer da dann noch von mir einfordert, dieses bescheuerte NaziOralgedicht (Rechtsschreibung ist meine Stärke) auf einer vergewaltigten Haydn-Melodie zu singen, dem wünsche ich,
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Es ist so mit dem Patriotismus:
uceda, 19:05h
Ich liebe Essen, ich liebe Ficken, und einiges mehr - aber dieses Land - ne, das liebe ich nicht, genausowenig wie jedes andere Land. Sollte ich einen Moment in Versuchung kommen, den Südrand der Alpen in Richtung Verona und die dortige Landschaft sowie die dortige Küche und die beim Sex knarzenden, dicken Hotelbetten zu lieben, muss ich nur an Berlusconi, Bossi und die Neofaschisten denken, um auch das nicht zu lieben.
Und ich werde auch nicht auf die Idee kommen, dieses Land indirekt zu lieben, indem ich es esse oder ficke oder sonstwas. Und wenn man Patriot sein will, sollte man beim CDU-Parteitag den Antrag stellen, die CDU wegen ständiger Inkompetenz, mit ihren braunen Rändern aufzuräumen, aufzulösen und das gesparte/eingenommene/auf schwarzen Konten beschlagnahmte Geld wohltätigen Zwecken zuzuführen.
Dann wäre Deutschlend einen guten Schritt weiter auf dem Weg zur Liebenswürdigkeit.
Und ich werde auch nicht auf die Idee kommen, dieses Land indirekt zu lieben, indem ich es esse oder ficke oder sonstwas. Und wenn man Patriot sein will, sollte man beim CDU-Parteitag den Antrag stellen, die CDU wegen ständiger Inkompetenz, mit ihren braunen Rändern aufzuräumen, aufzulösen und das gesparte/eingenommene/auf schwarzen Konten beschlagnahmte Geld wohltätigen Zwecken zuzuführen.
Dann wäre Deutschlend einen guten Schritt weiter auf dem Weg zur Liebenswürdigkeit.
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Samstag, 4. Dezember 2004
Manchmal bin ich sehr froh,
uceda, 20:18h
dass es auch noch diese Seite meines Lebens gibt. Es gibt etliche andere, manche sind nicht immer schön, konfliktfrei oder auch nur angenehm. Aber das ist alles Äusserlich, es ist selbstgewählt. Mitleid ist überflüssig, es wäre leicht, es zu ändern. Manchmal wird es nur etwas viel, und dann ist es sehr schön, auf diese Seite/Site zu entwischen, wo man die Tür zuschlagen kann, und draussen kläffen sie vergeblich rum.
Manchmal nervt das Judentum. Oft ist es aber auch wie, naja, Wellness-Urlaub, oder wie ein Tag am Meer. Es wird immer da sein, es ist eine sichere Konstante im Leben, und man kann immer dahin zurückkehren.
Nicht heute Abend. Heute Abend treffe ich mich mit einer wunderbaren Frau, die hier noch ein paar Grade fremder ist als ich, und sich, denke ich, auch so fühlt. Randgruppen unter sich. Schön und spannend.
Manchmal nervt das Judentum. Oft ist es aber auch wie, naja, Wellness-Urlaub, oder wie ein Tag am Meer. Es wird immer da sein, es ist eine sichere Konstante im Leben, und man kann immer dahin zurückkehren.
Nicht heute Abend. Heute Abend treffe ich mich mit einer wunderbaren Frau, die hier noch ein paar Grade fremder ist als ich, und sich, denke ich, auch so fühlt. Randgruppen unter sich. Schön und spannend.
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Samstag, 4. Dezember 2004
Viel zu spät Shabbat Shalom
uceda, 00:35h
und der schwierigsten aller Fragen: Was schenk ich der Katz zu Chanukka?


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Antisemitismusbekämpfung
uceda, 00:31h
made in Germany. Das geht so:
1. Studie wird erstellt
2. Ergebnisse werden präsentiert. Alles wird schlimmer.
3. Paul Spiegel beklagt die Untätigkeit in Politik und Gesellschaft.
4. Joschka Fischer stimmt ihm zu.
5. Angela Merkel stimmt ihm zu, Edmund Stoiber ist derweil in Garmisch bei den Gebirgsjägern, würde aber im Grunde genommen auch zustimmen.
6. Otto Schily stimmt und sagt, sein Haus tut alles und geht mit grösster Härte vor.
7. Ein grüner Hinterbänkler forfert mehr Mittel für die Prävention in Schulen.
8. Man beauftragt eine weitere Studie.
Heute kam in Bielefeld wieder so eine Studie heraus, und unter den dreitausend Personen zeigte sich ein schleichender Wandel ab, der mit genau abgewogenen Fragen eruiert wurde. Mein persönliches Empfinden sagt mir, dass es von Jahr zu Jahr besser wird, aber ich bin auch ein Optimist (was bekanntlich nur ein Mangel an Information ist). Allerdings sehe ich auch, dass sich diese 8 Punkte da oben nie ändern, es bleibt so. Bis zum nächsten Kongress, an dessen Ende dann feststeht, dass jetzt endlich was getan wird.
Im Ernst, wie kann man Jahr für Jahr die immer gleichen Reaktionen notieren und veröffentlichen, ohne sich dabei blöd vorzukommen?
1. Studie wird erstellt
2. Ergebnisse werden präsentiert. Alles wird schlimmer.
3. Paul Spiegel beklagt die Untätigkeit in Politik und Gesellschaft.
4. Joschka Fischer stimmt ihm zu.
5. Angela Merkel stimmt ihm zu, Edmund Stoiber ist derweil in Garmisch bei den Gebirgsjägern, würde aber im Grunde genommen auch zustimmen.
6. Otto Schily stimmt und sagt, sein Haus tut alles und geht mit grösster Härte vor.
7. Ein grüner Hinterbänkler forfert mehr Mittel für die Prävention in Schulen.
8. Man beauftragt eine weitere Studie.
Heute kam in Bielefeld wieder so eine Studie heraus, und unter den dreitausend Personen zeigte sich ein schleichender Wandel ab, der mit genau abgewogenen Fragen eruiert wurde. Mein persönliches Empfinden sagt mir, dass es von Jahr zu Jahr besser wird, aber ich bin auch ein Optimist (was bekanntlich nur ein Mangel an Information ist). Allerdings sehe ich auch, dass sich diese 8 Punkte da oben nie ändern, es bleibt so. Bis zum nächsten Kongress, an dessen Ende dann feststeht, dass jetzt endlich was getan wird.
Im Ernst, wie kann man Jahr für Jahr die immer gleichen Reaktionen notieren und veröffentlichen, ohne sich dabei blöd vorzukommen?
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Freitag, 3. Dezember 2004
Klasse Idee
uceda, 00:43h
Hier wäre ich sofort dabei. Da eventuell auch. Vielleicht lässt sich das eine ja mit dem anderen verbinden ;-)
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Presserat rügt Bild
uceda, 00:39h
wegen ihrer menschenverachtenden Berichte über Sibel Kekilli. Aber Hauptsache, sie drucken eine Bibel, dann sind all die tollen Bischöfe dieses Landes wieder froh und zufrieden.
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Eine virtuelle Reise
uceda, 00:36h
in die jiddische Welt gibt es hier zu bestaunen. Sehr schön gemacht vom Yivo, der Mutter aller lebenden jiddischen Kultur.
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Und schon wieder
uceda, 00:27h
hat Sharon die Krise überlebt -dafür kommt jetzt der "Menschenrechtsaktivist" (Spiegel Online) Barghuti und mischt die Wahlen in Palästina auf, weia - egal, hier keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der anderen.
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Donnerstag, 2. Dezember 2004
Leitkultur-Luder
uceda, 00:04h
ist ein schöner Begriff. Sollte man sich merken, braucht man bestimmt noch oft.
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Das bayerische männliche Leitkultur-Luder
uceda, 23:53h
hält für sich schon mal eine Ansprache bei der Fahrt von Berlin Tegel zum Bundestag, wo es diese Rede vortragen wird.
"Oiso, meine Hochwürden, liabe Freind, sehr geehrte Herren, äh, und Damen oiso: Der Türk als solcher, net woa, der muss sein Weib also seine Frau, se verschtengan mi scho, ned woah, oiso der Türk muss im Grunde genommen darauf achten, dass sich seine Frau an die christlich-abendlichen, also westlichen Moralvorstellungen und an unsere Leitkultur hält. Der Türke muss, wenn er in dieser Gesellschaft leben will,darauf achten, dass die Türkin auf gar keinen Fall ja nie nicht mit Schleier herumrennt, weil da verstehen wir keinen Spass, wenn die Würde des Weibsbildes, also der Frau so mit dem seine dreckaden Polacken-Füssen getreten wird. Wer des macht, der kann nach Istanbul, Karatschi oder Helsinki, aber nicht in unserer freiheitlich-liberalen Grundordnung tun, weil unsere Werte die freie Entfaltung der Frau garantiert. Und der Türk braucht auch nicht mit Turban oder Talibanhosen rumrennen in der Öffentlichkeit, die sollen sich so frei nach unseren Regeln in diesem Land verhalten, wie sie das hier dürfen, sollen und müssen!"
In diesem Moment blickt er aus dem Fenster seines BMWs und sieht das:

Er spricht weiter:
"Oiso, des dearf natürlich nicht dazu führen, dass die sich benehmen wie die Schweinigl, ned woa. Oiso, eigentlich moan I jo, dass unsere bayerische Leitkultur auch die Liberalitas vorschreibt, und do is ja scho auch recht, wenn de Weiba züchtig daher kumma. Weil wann der Türkn jetz a no nackad rumrenna, oiso na, do is a so a Schleier und a bodenlangs Hemad für die Fraun scho a in Ordnung, find i, ned woa, stellns eana nua amoi vor, wenn des die Hochwürden in Hintermöckling sehn, des brauchts doch ned, oiso, i find, dass so a Schleia ganz guat in unsere Leitkultur reinpasst ---"
Er blickt aus dem Fenster, sieht eine bauchfreie, gepiercte und tätowierte 15-jährige mit Bullterrier und Joint. Nach dem Abschwellen gewisser Organe fährt er fort:
"Ich finde im Grunde genommen ja auch, dass die Völkerverständigung unserer Leitkultur auch vom lernen vom anderen Türken abhängt, vielleicht sollten wir deshalb aus dem Iran, wo wir in Bayern ja gute Beziehungen hin haben, eine Kommission kommen lassen, die uns beim Umgang mit unserer eigenen Jugend hilft, weil was die tun, das ist ja noch weniger Leitkultur als der Türke, der wo hier sein Obst verkauft, und bei dem es sowas nicht gäbe, da wird nämlich verschleiert, und das ist auch gut so, ned war."
Und morgen wird er gleich in aller Früh bei der Monika anrufen und einen neuen multikulturellen, bachnabelverhüllenden Ministeriumserlass anleiern.
"Oiso, meine Hochwürden, liabe Freind, sehr geehrte Herren, äh, und Damen oiso: Der Türk als solcher, net woa, der muss sein Weib also seine Frau, se verschtengan mi scho, ned woah, oiso der Türk muss im Grunde genommen darauf achten, dass sich seine Frau an die christlich-abendlichen, also westlichen Moralvorstellungen und an unsere Leitkultur hält. Der Türke muss, wenn er in dieser Gesellschaft leben will,darauf achten, dass die Türkin auf gar keinen Fall ja nie nicht mit Schleier herumrennt, weil da verstehen wir keinen Spass, wenn die Würde des Weibsbildes, also der Frau so mit dem seine dreckaden Polacken-Füssen getreten wird. Wer des macht, der kann nach Istanbul, Karatschi oder Helsinki, aber nicht in unserer freiheitlich-liberalen Grundordnung tun, weil unsere Werte die freie Entfaltung der Frau garantiert. Und der Türk braucht auch nicht mit Turban oder Talibanhosen rumrennen in der Öffentlichkeit, die sollen sich so frei nach unseren Regeln in diesem Land verhalten, wie sie das hier dürfen, sollen und müssen!"
In diesem Moment blickt er aus dem Fenster seines BMWs und sieht das:

Er spricht weiter:
"Oiso, des dearf natürlich nicht dazu führen, dass die sich benehmen wie die Schweinigl, ned woa. Oiso, eigentlich moan I jo, dass unsere bayerische Leitkultur auch die Liberalitas vorschreibt, und do is ja scho auch recht, wenn de Weiba züchtig daher kumma. Weil wann der Türkn jetz a no nackad rumrenna, oiso na, do is a so a Schleier und a bodenlangs Hemad für die Fraun scho a in Ordnung, find i, ned woa, stellns eana nua amoi vor, wenn des die Hochwürden in Hintermöckling sehn, des brauchts doch ned, oiso, i find, dass so a Schleia ganz guat in unsere Leitkultur reinpasst ---"
Er blickt aus dem Fenster, sieht eine bauchfreie, gepiercte und tätowierte 15-jährige mit Bullterrier und Joint. Nach dem Abschwellen gewisser Organe fährt er fort:
"Ich finde im Grunde genommen ja auch, dass die Völkerverständigung unserer Leitkultur auch vom lernen vom anderen Türken abhängt, vielleicht sollten wir deshalb aus dem Iran, wo wir in Bayern ja gute Beziehungen hin haben, eine Kommission kommen lassen, die uns beim Umgang mit unserer eigenen Jugend hilft, weil was die tun, das ist ja noch weniger Leitkultur als der Türke, der wo hier sein Obst verkauft, und bei dem es sowas nicht gäbe, da wird nämlich verschleiert, und das ist auch gut so, ned war."
Und morgen wird er gleich in aller Früh bei der Monika anrufen und einen neuen multikulturellen, bachnabelverhüllenden Ministeriumserlass anleiern.
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Der eine alte Mann
uceda, 23:21h
ist schon antiquarisch.

Der andere alte Mann hat gerade seine Koalition versenkt und muss nun sein politisches Werk bei der Arbeiterpartei verramschen. Man kann nur hoffen, dass Shimon Peres nicht so doof ist und sich auf den befürchteten Deal mit den Ultraorthodoxen einlässt - Sharon scheint manchen vielleicht als der Komperativ von Schlimm, aber Schas ist der Superlativ: Doktrinär, sektenhft, korrupt, im Kern antidemokratisch.

Der andere alte Mann hat gerade seine Koalition versenkt und muss nun sein politisches Werk bei der Arbeiterpartei verramschen. Man kann nur hoffen, dass Shimon Peres nicht so doof ist und sich auf den befürchteten Deal mit den Ultraorthodoxen einlässt - Sharon scheint manchen vielleicht als der Komperativ von Schlimm, aber Schas ist der Superlativ: Doktrinär, sektenhft, korrupt, im Kern antidemokratisch.
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Dienstag, 30. November 2004
Nach jüdischen Vermächtnissen:
uceda, 23:47h
Kochs sonstige Vermächtnisse - hach, das schenkt man dem Hessen zu Nikolaus: Einen Gerichtstermin, wo er die Schuld an dem Parteispendenskandal abstreitet und sie den Angeklagten aufhalst - und:
Ein schwarzbraunes Haselnuss-Vermächtnis! Hans-Jürgen Irmer, seines Zeichens CDU-Abgeordneter, verbreitet in dem Werbeblättchen seiner Heimat seine "Standpunkte", die sogar seinen Fraktionskollegen etwas sehr heikel erscheinen. Deshalb soll ihm laut Spiegel ein Maulkorb verpasst werden - das heisst, man darf rechtsaussen sein, denken, abstimmen - nur schreiben sollte mannicht darüber, wenn man in der CDU sein ruhigen Hinterbankposten behalten will.
Und wo bleibt da der sonst so grossmäulige, linke Frankfurter AStA? He?
Ein schwarzbraunes Haselnuss-Vermächtnis! Hans-Jürgen Irmer, seines Zeichens CDU-Abgeordneter, verbreitet in dem Werbeblättchen seiner Heimat seine "Standpunkte", die sogar seinen Fraktionskollegen etwas sehr heikel erscheinen. Deshalb soll ihm laut Spiegel ein Maulkorb verpasst werden - das heisst, man darf rechtsaussen sein, denken, abstimmen - nur schreiben sollte mannicht darüber, wenn man in der CDU sein ruhigen Hinterbankposten behalten will.
Und wo bleibt da der sonst so grossmäulige, linke Frankfurter AStA? He?
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Es ist wieder soweit
uceda, 22:40h
Die Invasion der Rotröcke hat begonnen. Inzwischen, weil ich in Berlin bin und die ja brutal kulturlos in Ermangelung eigener offen für andere Kulturen sind, auch in der US-Variante mit Gnomen und Rentierzeugs. Und weil es hier kaum Nadelhölzer gibt, werden auch noch Lämpchennetzte um die kahlen Laubbäume geschlungen.

Ob es in Mexiko auch Kakteen mit Chr ... Chri ... na so Baumkugeln halt gibt? Aus einem Kaktus einen Chanukka-Leuchter machen ist leicht, aber aktusnadeln behängen? Aua, fast so schmerzhaft wie manche christliche Heiligenerzählung...wäre vielleicht was für die Weihnachtsausgabe vom Dschungelcamp mit Bibel-Dieckmann.
Wie auch immer, es ist Zeit, Schluss zu machen mit der Toleranz gegenüber der Mehrheitskultur und diesen komischen, sex- und exzessfreien Pseudofesten. Zumindest in den USA, wo es jetzt "Miraculous Jewbelation, the most extreme Hanukkah beer ever created" gibt. Am 7. Dezember, dem ersten Chanukka-Tag, ist in Washington D.C. das grosse Wetttrinken des jüdischen Chanukka-gebräus gegen das christliche Weihnachtsgesöff, muslimischer Weihnachts-Cai ist mangels Existenz nicht am Start. Contact John Snellgrove (john@saint-ex.com, 001-202-265-7839) for pricing and details.

Ob es in Mexiko auch Kakteen mit Chr ... Chri ... na so Baumkugeln halt gibt? Aus einem Kaktus einen Chanukka-Leuchter machen ist leicht, aber aktusnadeln behängen? Aua, fast so schmerzhaft wie manche christliche Heiligenerzählung...wäre vielleicht was für die Weihnachtsausgabe vom Dschungelcamp mit Bibel-Dieckmann.
Wie auch immer, es ist Zeit, Schluss zu machen mit der Toleranz gegenüber der Mehrheitskultur und diesen komischen, sex- und exzessfreien Pseudofesten. Zumindest in den USA, wo es jetzt "Miraculous Jewbelation, the most extreme Hanukkah beer ever created" gibt. Am 7. Dezember, dem ersten Chanukka-Tag, ist in Washington D.C. das grosse Wetttrinken des jüdischen Chanukka-gebräus gegen das christliche Weihnachtsgesöff, muslimischer Weihnachts-Cai ist mangels Existenz nicht am Start. Contact John Snellgrove (john@saint-ex.com, 001-202-265-7839) for pricing and details.
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Montag, 29. November 2004
Auf diesen Stelen
uceda, 21:41h
haben sich Arbeiter verewigt, die stolz waren, hier, an dieser Stelle mitbauen zu dürfen. Sie wollten mehr als nur ein Gebäude hinstellen, sondern auch diese Welt vielleicht ein wenig klüger machen.

Dummerweise haben sie am Besucherzentrum der "Topographie des Terrors" mitgebaut. Das, was davon bislang entstand, wird ab Donnerstag dieser Woche abgerissen. 13 Millionen Kosten bislang; eine Neuauschreibung des Projekts allein wird nochmal ein paar Millionen kosten; der Abriss schlägt mit 160.000 Euro zu Buche.
Man müsste mal sehr genau schauen, welcher der Gedenkfunktionäre und politische Kranzabwerfer dafür verantwortlich ist. Solche Leute sollten konsequent für ihr Versagen bei derartigen Projekten ausgeschlossen werden. Es geht nicht um ihre Privatinteressen, ihr arrogantes Ego oder ihre politischen Ziele, es geht um ein Thema, das ohne jeden Zweifel wichtig ist. Aber wie soll man das jemandem erklären, der die Verschwendung der Verantwortlichen sieht, von denen keiner zahlen muss? Was hat die Verschwenduing von Steuergeldern mit Gedenken zu tun, mit Erinnerung, mit Lehren aus der Geschichte?
Es ist einfach nur ein erbärmliches Versagen. Wenn sie es nicht auf die Reihe kriegen, sollen sie einfach mal die Klappe halten. Dann machen sie wenigstens nichts kaputt. Mit dem Abriss dieser Stelen verabschiedet sich die Berliner Republik aus der Erinnerung in Richtung dreiste Farce. Eine teure, geschmacklose Farce, bei der ich jeden verstehen kann, der dabei das kalte Kotzen kriegt.

Dummerweise haben sie am Besucherzentrum der "Topographie des Terrors" mitgebaut. Das, was davon bislang entstand, wird ab Donnerstag dieser Woche abgerissen. 13 Millionen Kosten bislang; eine Neuauschreibung des Projekts allein wird nochmal ein paar Millionen kosten; der Abriss schlägt mit 160.000 Euro zu Buche.
Man müsste mal sehr genau schauen, welcher der Gedenkfunktionäre und politische Kranzabwerfer dafür verantwortlich ist. Solche Leute sollten konsequent für ihr Versagen bei derartigen Projekten ausgeschlossen werden. Es geht nicht um ihre Privatinteressen, ihr arrogantes Ego oder ihre politischen Ziele, es geht um ein Thema, das ohne jeden Zweifel wichtig ist. Aber wie soll man das jemandem erklären, der die Verschwendung der Verantwortlichen sieht, von denen keiner zahlen muss? Was hat die Verschwenduing von Steuergeldern mit Gedenken zu tun, mit Erinnerung, mit Lehren aus der Geschichte?
Es ist einfach nur ein erbärmliches Versagen. Wenn sie es nicht auf die Reihe kriegen, sollen sie einfach mal die Klappe halten. Dann machen sie wenigstens nichts kaputt. Mit dem Abriss dieser Stelen verabschiedet sich die Berliner Republik aus der Erinnerung in Richtung dreiste Farce. Eine teure, geschmacklose Farce, bei der ich jeden verstehen kann, der dabei das kalte Kotzen kriegt.
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Wie lange
uceda, 21:25h
schreibe ich jetzt eigentlich schon, dass Sharons Regierung am Ende ist? Sehr lang. Und wieder mal hat er alles Misstrauensanträge wegen Streit in der Opposition überlebt. Jetzt stellt sich auch noch die säkulare Shinui-Partei gegen ihn, wegen Deals mit den Ultraorthodoxen.
Wenn ich schreibe, dass er das übersteht, derbröselt es ihn ja vielleicht diesmal.
Wenn ich schreibe, dass er das übersteht, derbröselt es ihn ja vielleicht diesmal.
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