Freitag, 26. Dezember 2003

Minority Knaller 2003 Teil 2
Nehmen wir mal an, aus dem fernen Saudi-Arabien käme ein Mullah einer extremistischen, islamischen Sekte. Hier, zu uns nach Deutschland. Er geht also zu den Muslimen und predigt offen den Jihad. Seine Methode: Er bedient den finstersten Aberglauben, bei dem selbst sehr bewusste Muslime das kalte Kotzen (tm) kriegen. Er peitscht die Massen so auf, dass sie an Wunder glauben. Natürlich sind die dann ziemlich aufgehetzt, und so kommt es nach den Auftritten zu hasserfüllten Attacken auf Christen, Juden und Muslime, die das ganze Spektakel ablehnen. Dabei gibt es regelmässig Tote.

Wie sollte man so einen Typen, den Obermacker so einer Sekte, behandeln? So aus dem Bauch heraus würde ich sagen: In Guantanamo einknasten, bis er schimmelt. Hey, so jemand ist der Kopf des Übels, da sollte man *wirklich hart* durchgreifen. Keine Toleranz, ok?

Eine der meist exzellenten Feiertags-Reportagen auf B5 Aktuell brachte genau so einen Fall. Kleiner Unterschied: Der Mann kommt aus Deutschland, gehört einer evangelischen Freikirche an, und predigt den afrikanischen Christen den Kreuzzug. Der Rest ist identisch. Angebliche Wunderheilungen, magische Beschwörungen, Masseneinpeitschung, im Anschluss oft Überfälle und Gewalt mit Toten. Bis zu 300 Menschen, erfährt man, sollen bei Unruhen nach Predigten ums Leben gekommen sein. Bonke treibt sein Spiel mit hunderttausenden von fanatischen Anhängern; der Typ selbst spricht von über einer Million. Die im Beitrag fühlbare kritische Distanz des reporters Rüdiger Maack ist irgendwie nicht viel angesichts dieses Kreuzzug-Predigers.

Jetzt die spannende Frage, die ich mir stelle: Wo bitte ist der Unterschied zwischen muslimischen Terroristen, die hierzulande zur globalen Bedrohung aufgesext werden, und seinem christlichen Counterpart? Die Religionszugehöigkeit der Opfer, ist das das Kriterium? Dass ein paar hundert Tote durch die Predigt eines christlichen Scharlatans nicht in Raster der Medien passen?

Ich mein, hey, der Typ kommt noch nicht mal aus einem zurückgebliebenen Hochtal im Jemen, der kommt aus Deutschland, aus dem Hier und Jetzt. Inzwischen, war zu erfahren, wohnt Bonke in Florida und jettet nach Afrika rüber. Und das nächste Mal, wenn wieder was von Unruhen zwischen Muslimen und Christen in Afrika zu hören ist, sollte man erst mal schaun, ob Bonke dort mal wieder den Kreuzzug gepredigt hat.

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Vitamin-Cionismus
Wenn ich die Chance habe und am richtigen Marktstand vorbeikomme, kaufe ich Zitronen aus Israel.



So richtig natürliche, unbehandelte Saftzitronen, aus dem Kibbutz, geerntet von der Jugend dieser Welt, die da mit viel Erwartung anreisen und letztendlich halt in einem Kaff landen, wo sie zum ersten und letzten Mal in ihrem verwöhnten Metropolendasein* harten Ackerbau in gleissender Sonne erleben. Wenn sie danach noch zu was fähig sind, endet die Geschichte oft im Bett.

Ich mag Zitronen, bei denen ich mir vorstellen kann, wie Peter (23) sie, auf der Leiter stehend, vom Baum pflückt, während unten Jessica (21) und Juliette (24) stehen und seinen Hintern knackig finden.

Und aufgeschnitten, ausgepresst und mit viel Zucker genossen, hinterlässt die Zitrone dieses dezente Kribbeln im Mund, als hätte man minutenlag geknutscht, am Rande einer Obstplantage im Busch, und von oben scheint die warme Wintersonne herab...


*gegen ein Kibbutz ist auch ein deutscher Marktgemeindenvorort eine Metropole. Kann jeder bestätigen, der schon mal in einem echten Hardcore-Kibbutz gefragt hat, wo die Glotze ist - und gefragt wurde: "Hast Du denn eine mitgebracht?"

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Donnerstag, 25. Dezember 2003

Gestern kam der
komische Typ in Rot - oder auch nicht - an meiner Tür musste er jedenfalls draussen bleiben, falls er da gewesen sein sollte - und heute putzt man auch seine Gefolgschaft von den Plätzen der Stadt:



Nur falls Sie auf der Suche sind - hier bitte nicht mehr schauen. Hier ist nichts mehr.

Wirklich nicht.

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Minority Knaller 2003
Ich betrachte die Gebräuche meiner nichtjüdischen Umwelt mit einer Mischung aus Neugier, Interesse und manchmal auch Entsetzen. Das liegt vor allem daran, dass ich in mein Studium viel mit Patristik und Religiosität zu tun hatte. Als ich die historischen und bis heute gültigen theoretischen Grundlagen des Christentums kennenlernte, war ich angehender Wissenschaftler, und es liegt in der Natur der Sache, dass ich das Christentum bar aller frommen Lügen und Märchen, die man Christen in jungen Jahren als unumstössliche Tatsachen beibringt, auf den Schreibtisch bekam. Kein ernstzunehmender Kirchenhistoriker würde heute noch behaupten, es wäre unter Nero eine Christenverfolgung nachweisbar - die beruht auf einer falschen Interpretation des Wortes "Chrestianos" in einem Sammelband des 4. Jahrhunderts. Kurz, für mich ist das Christentum ein banaler Forschungsgegenstand, nicht anders als der Manichäismus, der Baals-Kult oder die antike Götterwelt.

Mein Problem ist, dass mein Wissen mit dem Christentum der frühen nachtridentinischen Zeit endet; das heisst im etwa 17. Jahrhundert. Nun ist das Christentum im Gegensatz zu den anderen oben erwähnten Weltanschauungen noch immer existent, auch wenn seit dem 18. Jahrhundet ein gravierender Niedergang feststellbar ist - übrigens nicht nur aus meiner Sicht, auch die leitenden Vertreter des Christentums beklagen ja ansteigende Kirchenaustritte und Gottlosigkeit. Der Rest dieses Christentums ist aber immer noch da, und gerade um den 24. Dezember herum tun die öffentlich-rechtlichen Anstalten alles, um mich entsprechend upzudaten.

Das geht oft nicht ohne das gleiche Kiefernachuntenklappen ab, das mich weiland schon erfasste, als ich noch - nach heutigem Verständnis - verfassungsfeindliche Texte von Johannes Chrysostomos oder Ambrosius von Mailand las. Jedes Jahr gibt es etliche Informationen, von denen mal sich wünschen würde, man hätte sie nicht gehört - ehrlich, man fragt sich dann, ob die tatsächlich so sind, wie geschildert.

Da war zum einem eine Reportage über die Gänse, die zum 24. Dezember in der Bratröhre enden. Irgendwie ging es dem Beitragmacher darum, die Vorteilhaftigkeit von guten bayerischen Gänsen zu erklären, die noch in Bodenhaltung gezogen und von Hand gestopft werden, bevor sie kollektiv zum Fest der Liebe mit der ökologisch-dynamischen Hand geschlachtet werden. Dazu im Hintergrund viel Geschrei der noch glücklichen Gänse, ein paar Tage vor dem Ende. Eine Runde kaltes Kotzen angesichts dieser Vorfreude beim Betrachten der zukünftigen Bratleichen: Wäre ich noch kein Vegetarier gewesen, dieser Beitrag hätte mich dazu gemacht.

Kleine Zwischenbemerkung: Ich bin sicher nicht besonders religiös und stehe manchen Regelungen der jüdischen Religionsgesetzen eher ablehnend gegenüber - aber die Verpflichtung, bei Fleich nicht einfach auf den Koscher-Stempel zu gucken und das dann in sich reinzustopfen, sondern sich bitteschön vorher gründlichst zu überlegen, ob es wirklich nötig ist, ein Geschöpf für den privaten Gaumen abzumurksen - diese Regelung finde ich mehr als gut. Es geht bei den jüdischen Essensregeln nicht um den Stempel des Rabbinats, es geht um ein verantwortliches Handeln gegenüber der Natur. Und wer als überzeugter Jude Fleisch isst*, hat wegen der Trennung von Fleisch- und Milchprodukten massig Aufwand damit zu betreiben: Zum beispiel zwei Küchen, was in den Grossstädten praktisch nicht bezahlbar ist. (Lacto-)Vegetarisnus ist einfach praktischer. Und hey, meine handgemachte Steinpilzlasagne gestern...

Die Lasagne gab es gestern. Das war auch gut so. Denn heute kam was im Radio über Missionierungen in Afrika, danach gab es das kalte Kotzen (tm) Teil 2. Ich muss irgendwie noch schnell meine Anwältin fragen, wie ich das so formuliere, dass es im Rahmen des BGB bleibt. Morgen mehr.

*Verschrieben und geändert. Der Redaktör.

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Mittwoch, 24. Dezember 2003

Chanukah is not the goddamn Jewish Christmas
Sagen die Jungs von Jewsmas.org. Jewsmas ist jüdische Selbstverteidigung gegen das am 24. Dezember anstürmende Christentum at it´s best. Warum das nötig ist? Stellt Euch mal vor, es ist Mitte Dezember, ihr latscht durch die Stadt, alle reden über einen Haufen knallharter Juden, die die Syrer vermöbelt haben, und jetzt schmeissen wir deshalb eine Party, hey, super was? Ach so, eh, Ihr seid diese Minderheit da, hm, naja, ach so, ihr habt Weihnachten...

Kurz, der 24. Dezember ist ein hartes Minoritäten-Problem für jüdische Familien. Zu Chanukka dreht man den "Dreidel", ein vierseitiger Kreisel, es gibt acht Tage lang Krapfen, aber es ist natürlich nicht so BOMBASTISCHES EY WIR SIN DIE GOILSTEN Fest wie in der Mehrheitsgesellschaft. Deshalb haben viele Leute begonnen, etwas dagegen zu setzen. Eine gute Freundin von mir schmeisst heute Abend in Berlin eine grosse Sause in der Synagoge.

Aber das sind alles nur Einzelkämpfer. In den USA gibt es den Vorschlag, eine neue Tradition zu gründen: "Chanukah is not the goddamn Jewish Christmas" sagen sie bei Jewsmas.org. Jewsmas wird am ersten Samstag Abend nach dem 24. Dezember begangen und ist unser jüdisches Weihnachten. Im Prinzip geht es darum, ein paar unserer Gebräuche der Umwelt zu vermitteln und aufzufrischen – da gibt es zum Beispiel ein Manischewitz- und Longdrinkgeschwängertes Dreidelspiel. Und dann, zu späterer Stunde "The Ogling of the Shiksa"... which is, indeed, some hot unchristian tradition... and "now leave Chanukah the hell alone!"

Weitere Informationen zu einem wirklich erstklassigen neuen Fest hier - und ich schau mal mein Adressbuch durch, wen ich für die private Dreidelparty invitiere ;-)


* Klar kann man in der Synagoge auch richtig feiern. Simchat Tora (Freude über die Tora) heisst das ideale Fest für die Hardcore Party People.

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Chanukka vs. XXX-Mas
Hey, heute ist der Tag mit der höchsten Streitqoute des Jahres, nie wird mehr Geschirr zerschlagen, und ausserdem sind sie alle wieder da, ein Jahr älter, fliehen in die Kneipen und posen rum von wegen, dass das letzte Jahr mal wieder echt klasse war. Bei angemessenen Alloholpegel gehen sie zur wechselseitigen Bestätigung der Selbsteinschätzung miteinander ins Bett, bei weniger Alk in einen speziellen Gottesdienst.

Daran - und dass ich morgen mal wieder vor völlig ausgeplünderten Regalen stehe - erkenne ich diesen sehr speziellen Tag, auf den man m. E. übrigens durchaus verzichten könnte. Wäre gut für den deutschen Wald und die Familienberatungsstellen.

But hey, ich hab genug Tiefkühlpizza, Frühlingsrollen, Schokolade und Pasta daheim. Macht Euch keine Sorgen, ich werde überleben. Friedlich. Locker. Ohne mir bei Metten die Füsse abzufrieren. Schlimmstenfalls wärme ich einer Netten, die es zu Hause mit der monströsen Verwandtschaft nicht mehr aushält, die Füsse.

Geschenke? Ach so, richtig. Ja, sorry, liebe Leute, unser Chanukka dauert 8 (!) Tage, da kann man theoretisch auch ganz schön heftig schenken und beschenkt werden. 8 : 1, muss man sich mal vorstellen. Das ist Bundesliga gegen Kreisjugend mit Gnadentreffer, um das mal in typisch deutsche Begrifflichkeiten zu übersetzen.

Deutlich, was?

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Dienstag, 23. Dezember 2003

Hohmann, anyone?
Kaum denkt man über Themen nach, kommen sie auch schon im geistigen Tiefflug aus den österreichischen Schluchten. Österreichs Familienbischof Küng sowie Bischof Kapellari greifen verbal ganz tief in die Schmutzkiste des 3. Reiches, von wegen, Abtreibung sei die Schwester der Euthanasie.

Welche Euthanasie bitte? Die, bei der in Österreich ab 1939 über 11.000 Menschen aus von der katholischen Kirche betriebenen Krankenhäusern und Pflegeanstalten "verlegt", vulgo ermordet wurden, und das ganze durchaus mit Wissen und Beihilfe von Personal und Leitung, und ganz seltenen Ausnahmen, dass sich mal jemand dagegen wehrte? Die vielleicht?

Gutes Thema: Sprachliche Verrohung bei Hohmann und anderswo. Zum Kotzen, diese Typen.

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Deprimierende Bestandsaufnahme
für die Januar-Sendung am 10 Januar:

0 Beiträge bislang gemacht

1 Beitrag angedacht, und das ist auch nur ein Schnelldurchlauf von Büchern, von denen einige, vorsichtig gesagt, verzichtbar sind.



Allerdings steht im Januar eine Rabbinerinnen-Ordination in da Community House - die dritte in Deutschland und die vierte überhaupt. Und mit Elisa Klapheck ist es eine Frau, die man problemlos ans Telefon kriegt, was sonst oft eher schwer ist. Ausserdem sagt sie gerne Sachen, nach denen die Luft brennt.

Und in Augsburg ist jetzt nach ein paar Jahren interner Streitereien die Gemeinde immer noch pleite, aber wieder einigermassen handlungsfähig. Der Rabbiner hatte eine Revolte angezettelt, die in Hausverboten, Prügeleien und einer langen Serie von Prozessen gipfelte. Vielleicht keine schlechte Idee, mal zu schaun, wie das dort weitergehen soll. Teaser-Vorschlag: Juden am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Ausserdem ist es sowieso immer das Gleiche: Eine Woche vorher hat man sich 5 Themen aus den Fingern gesogen, und dann knallt es hier und dort sagt jemand was und der Lauf der Geschichte ändert sich, und - Watz! - hat man 3 neue Themen und muss wieder schieben.

Oder, auch beliebt: Jemand macht eine Veranstaltung, und die entsprechende Vorankündigung kommt am Freitag, sie haben ein endgeiles Programm, nur ist der Teil der Sendung schon fertig, und dann muss halt noch ein Aufsager rein. Also: Musik kürzen, rumschieben, dann passen die Übergänge der Mods nicht mehr...blah.

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Montag, 22. Dezember 2003

Im Prinzip
bräuchte man zu Chanukka auch einen Chanukka-Leuchter, mit 8 Kerzen, um an das Lichtwunder bei der Wiedereroberung des Tempels vor rund 2170 Jahren zu erinnern. Damals brannte das wenige geweihte Öl, das noch verwendbar war, statt einem Tag acht Tage.
Komme mir jetzt bitte keiner mit Märchen, das ist auf jeden Fall plausibler, als so manche Story, die ihre beste filmische Umsetzung bei Life of Brian erfahren hat - ok? Vielleicht waren die Jungs bei uns auch nur sehr sparsam.

Zurück zum Leuchter. Echte, alte Chanukka-Leuchter sind sehr selten. In der Regel behilft man sich mit Nachbauten der historischen Formen. Oder man kauft so ein modernistisch schickes Stahlteil. Oder was mit vielen Symbolen. Alles irgendwie nicht mein Ding.



Ich habe 8 alte Kerzenständer, vom Mitte des 17. Jahrhunderts, also in etwa der Zeit, als grosse Teile meiner Familie von Tschechien nach Franken zogen, bis Ende des 19. Jahrhunderts, als eine Generation heranwuchs, die es mit der in ihren Augen recht komischen Religion nicht mehr so hatte. Es gibt in dieser Religion bis heute eine ganze Reihe von strangen Sachen, es gibt jüdische Sektierer und Fanatiker, aber was es heute nicht mehr gibt, sind Gründe, denen so einfach das Feld zu überlassen. Zumal Chanukka ein ziemlich streitbares Fest ist, an dem eine simple, gute Grundüberzeugung des Judentums gefeiert wird: Austeilen statt einstecken, nix von wegen andere Wange und so. Das können sogar jüdische Atheisten* unterschreiben.

Ein paar der Kerzenständer sind Familienstücke, die es irgendwie durch die Wirren der Zeiten geschafft haben. Einer - der dritte von rechts - lag Jahrzehnte versteckt auf dem Dachboden unseres Hauses, andere sind Geschenke oder ererbt. Der Leuchter ganz links wurde in den 20er Jahren zu einer Elektrolampe umgebaut, und dann wieder von mir in seinen alten Zustand versetzt. Die anderen Stücke kommen von Flohmärkten, aus München, Berlin und Lissabon. Jeden Abend zünde ich eine weitere Kerze an, bis am Ende alle acht Lichter brennen.

Und häufig ist meine Freundin da, die sie nachts durch ihre weichen Lippen wieder auspustet, und dann in der Dunkelheit am Rauch schnuppert.

Romantisch, nicht? Und was ganz anderes als das Gewackel und Gekrieche um einen massakrierten Baum.


* Auch sowas gibt es, auf Hebräisch nennt man sie "mummar le chol ha Tora kula", oder in freier Übersetzung "blöder Jude, der nicht kapiert, dass die Tora recht hat".

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Sonntag, 21. Dezember 2003

Referritis 4 X-mass
Und wer bitte ist ganz oben, sobald es um bekiffte Weihnachtsmänner geht? Hä? Mal wieder typisch, irgendwie.

Aber wir sind unschuldig. Hier gibt´s kein Hasch für Weihnachtsmänner. Echt nicht.

Telefonringring - Hallo wer????

Nein. NEIN. Wenn ich es sage. Und schon gar nicht auf Rezept. Ist doch nicht mein Problem, wenn die so unjüdische Arbeitszeiten haben.

Ja, also Ciao.

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Samstag, 20. Dezember 2003

Referritis
oder die Macht des Blogs:

Gibt man in der israelischen Google-Version "Sex in Tel Aviv" ein, wie das ein Besucher gemacht hat, kommt dieses unschuldige, kleine Projekt jüdischer Chorknaben doch tatsächlich auf Platz 15 von 113.000.

Tseh! Also echt... Übrigens, momentan laut Google auch begehrt: Chanukka und mp3. Hm.

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Chanukka Hämmer Teil 7, 8, 9, 10
oder was für Amazonien - aber linken tu ich nicht..

Vor ein paar Jahren noch hielten sich die Verlage ihre Juden wie einen Goldesel. Am Besten war ein dynamischer amerikanischer Jude, ein nachdenklicher deutscher und ein kraftvoller israelischer Jude, die jedes Jahr ein Buch abzuliefern hatten, vor dem dann bittschön die Kulturredaktionen zu knien hatten. Dazu kam dann noch ein Überlebender mit seiner Autobiographie. Die Verlage verdienten sich an dieser Kombination dumm und dämlich - bis 2001. Seitdem laufen Juden ziemlich schlecht, die Shoa ist definitiv durch, trotz aller Versuche, Sensationen draus zu machen - Bestseller werden dagegen Bücher über Landser und ein mutmassliches Fake namens "Eine Frau in Berlin".

Ganz gleich, ob Etgar Keret, Faye Kellermann oder Hendryk Broder: Jüdische Autoren liegen im Moment wie Blei in den Regalen. Oder werden, wie Maxim Biller, verrissen und in Grund und Boden geklagt.

Im Grunde war er früher besser - davon legt das Biller Lesebuch bei dtv Zeugnis ab (wow, wie hochgeistig heute!). Von den frühen Texten, mit denen er sich den Ruf des Hass-Billers erschrieben hat, bis zu den späteren Geschichten, wo sich die Boshaftigkeit weissglühenddurch die lakonische Sprache frisst, spannt sich ein langer, dicker und preislich angenehmer Bogen - Hammer No. 7.

Die wenigen erfolgreichen Romane im Sinne von "Umsatz" und "Auflage" kommen dann konsequent von Autoren, die in Sachen Judentum unter falscher Flagge segeln. Uns sind derer 2 in die Hände gefallen.

Mit dem Buchmessen-Schwerpunkt Russland rutschte Gary Shteyngart ins Rampenlicht, obwohl er Amerikaner russischer Herkunft und jüdischer Abstammung ist. In seinem durchgeknallt witzigen Roman Handbuch für den russischen Debütanten erzählt er vom Leben und Sterben in der russischen Mafia in einem fiktiven Russland. Es der etwas andere Bildungsroman, es ist rotzfreche Popliteratur mit viel Lust an Gewalt und Niedertracht. Pulp Fiction mit Witz, Charme, russischer Exotik und jüdischer Überdrehtheit, eine ideale Zitatensammlung für unsere eigenen Mobster - und beim Berlin Verlag erschienen - Hammer No. 8.

Pulp Fiction hiess es auch über den New Economy Roman Liquide von Don Alphonso. Bitterböse und zynisch beschreibt er den Untergang der Dotcom-Ära. Fies, brutal und psychopathisch sind alle Helden, aber der gemeinste, brutalste ist ein Jude, dem nichts, und schon gar nicht sein Judentum heilig ist. Das alles ist im typischen, zersetzenden jüdischen Humor geschrieben, und vergleicht den Terror der Ökonomie mit dem Terror in den Autonomiegebieten - die jüdische Harke für New Media People beim Schwarzkopf Verlag. - Hammer No. 9.

An einer Stelle gibt der Autor zu, von Lion Feuchtwanger geklaut zu haben. Es handelt sich dabei ziemlich eindeutig um Feuchtwangers Debutroman "Der tönerne Gott". Auch dieses Buch ist Pop, obwohl es schon fast 100 Jahre alt ist. Es handelt von einem jungen Juden aus der guten Gesellschaft, der reich und gewissenlos sein eigenes Leben und das seiner Mitmenschen vor die Wand setzt. Das Böse ist dabei wie immer banal und grundlos; es liegt in den Menschen und der Natur der Gesellschaft. Es ist eine gnadenlose Abrechnung mit der gekünstelten Welt des Jugendstils; es legt die Strukturen dahinter bloss und seziert erbarmungslos die ewige Bestenliste der menschlichen Triebfedern: Gier, Gemeinheit, Gleichgültigkeit und Geld (nicht aber die Sucht eines Schreiberlings nach Alliterationen). Bret Easton Ellis kann´s auch nicht besser - erschienen ist der tönerne Gott bei Aufbau als Taschenbuch- Hammer No. 10.

mal gucken... 1 Lästerer aus den trendy 80ern, 2 brutale Knaller, ein böser Klassiker; ja, das dürfte unter dem Chanukka-Leuchter gut kommen.

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Brutalstmögliches Kochen
mit Koch: kochjagd (ra, 116 KB) Hier als Real Audio, ca. 115kb. Im schönen deutschen Eichenwald, Februar 2003. Nicht mehr ganz aktuell, wegen dem Auftritt Möllemanns.

Mit besten Grüssen an die standhaften Demonstranten in Hessen.

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Eine gute Seite hat sie ja,
die Vera am mittelbraunen Sumpf: Das Thema Hohmann klebt an der CDU wie die Hunde..... am Schuh. Und damit lässt es sich in der nächsten Sendung genüsslich aufspiessen. Vielleicht entblödet sich ja noch ein anderer, was dazu zu sagen.

Am besten in Comedy verpacken. So eine Treibjagd hat ja was. Wir haben schon mal den CDU-Koch auf den Hochstand geschickt, von wo aus er seine Konkurrenten ums rechte Lager beseitigte.

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Gib ihnen Platz
und sie werden Scharrn reden. Mach ein Interview, und sie werden ins Messer laufen. Manche Politiker sollte man keine Sekunde allein lassen.

Angela Merkel wird sich jetzt sicher verfluchen, dass sie die Ex-SEDlerin und zur CDU konvertierte Vera Lengsfeld nicht besser überwacht hat. Die hatte nichts besseres zu tun, als in der Jungen Freiheit, dem trendigen Kochmagazin für braune Suppen, ein Interview in Sachen Hohmann zu geben.

Ergebnis: Das ganze sein eine "inszenierte Treibjagd" gewesen. Und Hohmann sei ein "Opfer". Wer die Täter sind, sagt Lengsfeld nicht; offensichtlich ist die Liebe zum eigenen Abgeordnetenstuhl grösser als der Wunsch nach noch mehr medialer Aufmerksamkeit. Auch, wenn das schon etwas feige ist. Komm, Vera, trau Dich! Lass es raus! Sag doch bitte: Wer sind denn dioe bösen Treibjäger nach dem unkoscheren Niederwild Hohmann? Vielleicht "eine dunkle Seite in der neueren Geschichte" beim "jüdischen Volk", wie im Interview angeschnitten?

Zumindest für die Junge Freiheit ist wieder alles in gebräunter Butter: Die Vertreter des "demokratischen establishments" sagen ja auch nichts anderes, als sie selbst. Sagen sie und blicken mit grosser Gelassenheit in Richtung der nächsten Wahlen.

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