Mittwoch, 1. März 2006
Einzelpersonen und die jüdische Gemeinde
In einem Kommentar stellte einer die Frage, ob Henryk Broder "eine Zierde für die jüdische Gemeinde" sei. Puh.

Die jüdische Gemeinde gibt es nicht, dazu ist der Haufen viel zu laut, kontrovers und von Animositäten geprägt. Und mutmasslich wollen die wenigsten mit anderen so pauschal in einen Topf geworfen werden. Noch dazu, wenn einer dauernd Sachen mit dem Verweis auf sein Judentum von sich gibt, die nicht wirklich überlegt sind. Oder reine Provokation, wie Broders Einlassung zu Freislers Erben. Sagen wir mal so: Unverständnis war nich die geringste Reaktion derer, mit denen ich darüber gesprochen habe.

Für mich ist das insofern relevant, als ich mal wegen einer Aussage von Broder am Rand dessen war, was sich unsere Sendung so leistet - und das ist einiges. Anlässlich seines Buches auf die deutschen Reaktionen zu 9/11 gab es ein paar wirklich harte Zitate, die durch die Meinungsfreiheit gedeckt, aber nicht wirklich nett waren. Wir haben lange darüber debattiert, ob wir derartige Injurien bringen sollten, und haben es dann letztlich getan - als es dann on Air ging, wusste ich, dass es falsch war. Es gibt auch andere Leute, die harte Sachen vom Stapel lassen, der WJC ist berüchtigt für unsensible Sager, und es ist peinlich, weil man dort so tut, als sei man tatsächlich die Weltorganistation und nicht nur eun Haufen Honoratioren mit mieser Buchhaltung.

Insofern - keine Zierde ist der, der sich anmasst, für andere zu sprechen oder sie zu vertreten. Sollten Border oder andere so wahrgenommen werden, ist das keine gute Sache; ab er man sollte sich klar machen: Er ist auch nur ein Jude, der für sich selbst spricht. Wie ich auch - nur weil ich nach Kräften die deutsche Neoconaziszene angeht, heisst das nicht, dass jeder diese Typen als neue rechtsextreme Gefahr begreift. Rückschlüsse auf andere sind nicht möglich.

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Si.

In every shoe a different jew :-)

- Grussregierung.

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