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Samstag, 3. Januar 2004
Der krönende Abschluss
uceda, 21:42h
der alljährlichen Belästigung: Die kreischenden Horden der katholischen Kirche, die auf unsereins unter dem Vorwand "Sie sind jung und wollen das Geld" losgelassen werden.
Sternsinger nennt sich das Pack, das durch die Strassen zieht und Türen beschmiert. Weil es ja als Brauchtum deklariert wird, muss keiner von denen mitsamt Verursacher im Rahmen von zero tolerance ein paar Stunden Grafitti putzen gehen. Der Gipfel: Sie tun es bei Tageslicht, entlocken ihren Kehlen ein jämmerliches Gebrüll, gegen das jeder Esel wie Caruso klingt, und sie wollen Kohle dafür.
Bis vor ein paar Jahren war das nie ein Problem. In meiner Jugend waren es Kids aus der Nachbarschaft. Die besorgten sich aus den Auspüffen von LKWs heftigen Russ, beschmierten sich, kamen vorbei, krakelten was an die Tür und kassierten die üblichen Süssigkeiten, die wohl von Weihnachten noch übrig waren - bei uns bekamen sie ein paar Tüten Tropi Frutti. Die wurden auf dem Weg zur nächsten Tür schnell gefressen, bis die Typen kotzen mussten. Falls noch andere Plünderer kamen, gab es eine Schneeballschlacht um das Revier, oder, falls der Schnee ausgeblieben war, eine brutale Massenschlägerei. Das ganze war also eindeutig bayerisches Brauchtum, wie es geschrieben steht.
Doch vor ein paar Jahren begann die katholische Kirche eine Hasskampagne gegen dieses unschuldige Kindervergnügen. In eigens dazu einberufenen Pressekonferenzen, die wahrscheinlich mehr Geld kosteten als ein afrikanisches Dorf in 20 Jahren braucht, wurde kundgetan: Das seien keine Sternsinger, die hätten mit Christentum nichts zu tun - und statt dessen sollte man nur von der Kirche lizensierte Sternsinger beschenken. Und zwar bitte mit Geld. Sonst interessiert die nix. Und nur solche Typen dürfen an die Türe einen Segen anbringen, der nach Angaben der Oberen auch wirkt.
Nun gab es wohl manche Journalisten, die in ihrer Jugend selbst marodierend durch die Strassen gezogen waren, und manches Wort der Oberen war, mit Verlaub, allenfalls von einem Geist erfüllt, den man normalerweise in Wodka antrifft. Die Kriminalisierungsversuche kamen oft ziemlich schlecht an, und bei all dem Gekeife blieb die Nächstenliebe erkennbar auf der Strecke. Kurz, die Resonanz war erbärmlich.
Deshalb hat die Kirche eine neue Taktik: Die des präventiven Erstschlags. Gestern, auf dem Weg zum Einkaufen, traf ich auf einen Haufen von ein paar Dutzend mittelalterlicher Schreckschrauben mit so verkniffenem und lustfeindlichem Gschau, dass ich mich instinktiv fragte, wie die wohl zu ihren Blagen gekommen sind, weil Sex, das kann es einfach nicht gewesen sein. Und auch die paar Männer, entweder fettig-langhaarig mit Schmerbauch und dem Gesichtsausdruck eines Metzgers, der eine Sau sieht, oder klapperdürr mit Lennonbrille, Halbglatze und Stoppelfrisur und einem irren askethischen Savonarola-Blick in den Augen, gehen wahrscheinlich noch nicht mal unter Vollnarkose als Geschlechtspartner durch. Trotzdem musste es irgendwie geklappt haben, denn dabei waren auch viele Kinder, die sich um Klamotten aus Waschkörben rissen. Dazwischen stand ein grinsender Kirchenmann und verteilte Stangen mit aufgepflanzten Sternen. Ich bin ja der höflichste Mensch von der Welt, aber ich bekam schon vom Zuschauen den Wunsch, etwas ganz böses zu sagen.
Heute nun traf ich auf der Strasse einen Bengel mit Weihrauchfass, das heisst, erst erroch ich den Gestank, dann sah ich ihn. Von Weihrach wird mir kotzübel, also wechselte ich die Strassenseite und machte, dass ich heimkam, nur einen Block weiter. What the f*ck ist hier bitte los?
Dachte ich noch, als es schon an meiner Tür klingelte. Einmal. Ne, keinen Bock. Ich bereite gerade die Sendung vor. Und hier oben ist noch nicht aufgeräumt. Zweimal. Es reicht, Drei-ei-ei-eimal JA! JA F*ck ich komme! Und ich liebe Gegensprechanlagen. Ja bitte?
Sternsinger.
(fassungslos)....
s...s-sternsinger von der St. irgendein-heiliger-von-dem-ich-mal-seine-antisemitischen-einlassungen-gelesen-habe-Kirche
WAS?
Wir sind die heiligen drei Könige und bringen die Kunde dass der Messias geboren....
Hey, Moment mal, ja! Ich habe durchaus mitgekriegt, dass Weihnachten war, ok? Aber heut ist erstens nicht der 6. Januar, also ganz schlechter Zeitpunkt für Euch, und zweitens ist Eure Story, wenn sie nicht nur erfunden ist, ne Ecke her, also bitte, where´s the news?
Äh...
...
...
(Fussgetrappel, sich entfernend)
Der neue Trick der Kirchen gegen die unliebsame Konkurrenz: Die eigenen Leute drei Tage früher auf die Piste schicken. Do schaug o. Hund san´s scho, wie man hier in Bayern sagt. *schüttelt den Kopf und spendet lieber für Wischnewskis Bethlehemprojekt*
Sternsinger nennt sich das Pack, das durch die Strassen zieht und Türen beschmiert. Weil es ja als Brauchtum deklariert wird, muss keiner von denen mitsamt Verursacher im Rahmen von zero tolerance ein paar Stunden Grafitti putzen gehen. Der Gipfel: Sie tun es bei Tageslicht, entlocken ihren Kehlen ein jämmerliches Gebrüll, gegen das jeder Esel wie Caruso klingt, und sie wollen Kohle dafür.
Bis vor ein paar Jahren war das nie ein Problem. In meiner Jugend waren es Kids aus der Nachbarschaft. Die besorgten sich aus den Auspüffen von LKWs heftigen Russ, beschmierten sich, kamen vorbei, krakelten was an die Tür und kassierten die üblichen Süssigkeiten, die wohl von Weihnachten noch übrig waren - bei uns bekamen sie ein paar Tüten Tropi Frutti. Die wurden auf dem Weg zur nächsten Tür schnell gefressen, bis die Typen kotzen mussten. Falls noch andere Plünderer kamen, gab es eine Schneeballschlacht um das Revier, oder, falls der Schnee ausgeblieben war, eine brutale Massenschlägerei. Das ganze war also eindeutig bayerisches Brauchtum, wie es geschrieben steht.
Doch vor ein paar Jahren begann die katholische Kirche eine Hasskampagne gegen dieses unschuldige Kindervergnügen. In eigens dazu einberufenen Pressekonferenzen, die wahrscheinlich mehr Geld kosteten als ein afrikanisches Dorf in 20 Jahren braucht, wurde kundgetan: Das seien keine Sternsinger, die hätten mit Christentum nichts zu tun - und statt dessen sollte man nur von der Kirche lizensierte Sternsinger beschenken. Und zwar bitte mit Geld. Sonst interessiert die nix. Und nur solche Typen dürfen an die Türe einen Segen anbringen, der nach Angaben der Oberen auch wirkt.
Nun gab es wohl manche Journalisten, die in ihrer Jugend selbst marodierend durch die Strassen gezogen waren, und manches Wort der Oberen war, mit Verlaub, allenfalls von einem Geist erfüllt, den man normalerweise in Wodka antrifft. Die Kriminalisierungsversuche kamen oft ziemlich schlecht an, und bei all dem Gekeife blieb die Nächstenliebe erkennbar auf der Strecke. Kurz, die Resonanz war erbärmlich.
Deshalb hat die Kirche eine neue Taktik: Die des präventiven Erstschlags. Gestern, auf dem Weg zum Einkaufen, traf ich auf einen Haufen von ein paar Dutzend mittelalterlicher Schreckschrauben mit so verkniffenem und lustfeindlichem Gschau, dass ich mich instinktiv fragte, wie die wohl zu ihren Blagen gekommen sind, weil Sex, das kann es einfach nicht gewesen sein. Und auch die paar Männer, entweder fettig-langhaarig mit Schmerbauch und dem Gesichtsausdruck eines Metzgers, der eine Sau sieht, oder klapperdürr mit Lennonbrille, Halbglatze und Stoppelfrisur und einem irren askethischen Savonarola-Blick in den Augen, gehen wahrscheinlich noch nicht mal unter Vollnarkose als Geschlechtspartner durch. Trotzdem musste es irgendwie geklappt haben, denn dabei waren auch viele Kinder, die sich um Klamotten aus Waschkörben rissen. Dazwischen stand ein grinsender Kirchenmann und verteilte Stangen mit aufgepflanzten Sternen. Ich bin ja der höflichste Mensch von der Welt, aber ich bekam schon vom Zuschauen den Wunsch, etwas ganz böses zu sagen.
Heute nun traf ich auf der Strasse einen Bengel mit Weihrauchfass, das heisst, erst erroch ich den Gestank, dann sah ich ihn. Von Weihrach wird mir kotzübel, also wechselte ich die Strassenseite und machte, dass ich heimkam, nur einen Block weiter. What the f*ck ist hier bitte los?
Dachte ich noch, als es schon an meiner Tür klingelte. Einmal. Ne, keinen Bock. Ich bereite gerade die Sendung vor. Und hier oben ist noch nicht aufgeräumt. Zweimal. Es reicht, Drei-ei-ei-eimal JA! JA F*ck ich komme! Und ich liebe Gegensprechanlagen. Ja bitte?
Sternsinger.
(fassungslos)....
s...s-sternsinger von der St. irgendein-heiliger-von-dem-ich-mal-seine-antisemitischen-einlassungen-gelesen-habe-Kirche
WAS?
Wir sind die heiligen drei Könige und bringen die Kunde dass der Messias geboren....
Hey, Moment mal, ja! Ich habe durchaus mitgekriegt, dass Weihnachten war, ok? Aber heut ist erstens nicht der 6. Januar, also ganz schlechter Zeitpunkt für Euch, und zweitens ist Eure Story, wenn sie nicht nur erfunden ist, ne Ecke her, also bitte, where´s the news?
Äh...
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(Fussgetrappel, sich entfernend)
Der neue Trick der Kirchen gegen die unliebsame Konkurrenz: Die eigenen Leute drei Tage früher auf die Piste schicken. Do schaug o. Hund san´s scho, wie man hier in Bayern sagt. *schüttelt den Kopf und spendet lieber für Wischnewskis Bethlehemprojekt*
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Musikauswahl
uceda, 02:21h
für die nächste Sendung. Es gibt diesmal keinen Grund, es nicht krachen zu lassen. DJ Düse ist vielleicht was. So sieht das aus bei 135 bpm, 0,5s Verschlusszeit, Blende 8 und vergessener Makroumschaltung. Und etwas Photoshop- Farbkorrekturexplosion.

Blende 8? Ja, richtig, die neue Digicam ist da. Ein echtes Monster, was die Details angeht. Solange man ans Makro denkt und nicht rumzappelt.

Blende 8? Ja, richtig, die neue Digicam ist da. Ein echtes Monster, was die Details angeht. Solange man ans Makro denkt und nicht rumzappelt.
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Freitag, 2. Januar 2004
Medienstandort Ramallah
uceda, 18:10h
Man kann es auch positiv sehen: Was diesmal bei einer Razzia in Ramallah gefunden wurde, war keine Bombenwerkstatt oder Drogenproduktion, sondern ein professionell aufgezogenes Raubkopierwerk für CDs. Das wird die nahöstlichen Userzahlen bei Kazaa wieder in die Höhe schnellen lassen...
Ware für die üblichen Hotspots: Busbahnhöfe in Tel Aviv, Haifa, Jerusalem - dort, wo Israel heute noch wild, ungezähmt und schmutzig ist. 100.000 CDs sollen dort pro Monat an Juden, Araber, Gastarbeiter, Illegale, Touristen und äh, tja, hm, durchreisende Journalisten verkauft worden sein.
Immerhin: Jetzt weiss ich wenigstens, woher die CD wahrscheinlich kam, die ich mir das letzte Mal in Tel Aviv am Busbahnhof bei dem russischen Strassenhändler gekauft habe - war ein israelisch-palästinensisches Musikprojekt namens Bustan Abraham. Nette Jungs, die.
Ware für die üblichen Hotspots: Busbahnhöfe in Tel Aviv, Haifa, Jerusalem - dort, wo Israel heute noch wild, ungezähmt und schmutzig ist. 100.000 CDs sollen dort pro Monat an Juden, Araber, Gastarbeiter, Illegale, Touristen und äh, tja, hm, durchreisende Journalisten verkauft worden sein.
Immerhin: Jetzt weiss ich wenigstens, woher die CD wahrscheinlich kam, die ich mir das letzte Mal in Tel Aviv am Busbahnhof bei dem russischen Strassenhändler gekauft habe - war ein israelisch-palästinensisches Musikprojekt namens Bustan Abraham. Nette Jungs, die.
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Israel schliesst die Tore für Bill Gates
uceda, 16:45h
Israel hat die Schnauze voll von der Microsoft Preispolitik. Sauer ist man nicht nur wegen der heftigen Preissteigerungen, sondern auch wegen der Arroganz, Office nur im Paket anzubieten - nicht jeder braucht Access, und wer braucht schon Powerpoint?
Und deshalb wird in Zukunft nichts mehr bei MS gekauft. Statt dessen wird bei den staatlichen Rechnern nur noch Open Source eingesetzt.
Und deshalb wird in Zukunft nichts mehr bei MS gekauft. Statt dessen wird bei den staatlichen Rechnern nur noch Open Source eingesetzt.
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Donnerstag, 1. Januar 2004
Im Schnee nach Regensburg
uceda, 17:40h
Normal ist die Strecke in einer Stunde zu schaffen. Gestern Nacht waren es 2,5 Stunden. Bei der Petrochemie Münchsmünster roch es seltsam, und auf der polierten Eisbahn verdreifachte sich der Bremsweg - wenn man noch etwas Glück hatte. Natürlich waren keine Räumfahrzeuge unterwegs. Der Weg wird dann zum Ziel. Und Ankommen der letzte Vorsatz für das alte Jahr.

Im 12. Jahrhundert wirkte in Regensburg der Rabbiner Jehuda he Chassid. Der Legende zufolge verlieh er einem seiner Schüler 7-Meilenstiefel, mit denen der innerhalb von einer bitterkalten Winternacht von Regensburg sicher nach Speyer gelangte, wo seine Liebste dringenst auf ihn wartete. Der Knabe war erheblich pünktlicher als ich.
Sowas wäre in dieser Nacht nicht schlecht gewesen.

Im 12. Jahrhundert wirkte in Regensburg der Rabbiner Jehuda he Chassid. Der Legende zufolge verlieh er einem seiner Schüler 7-Meilenstiefel, mit denen der innerhalb von einer bitterkalten Winternacht von Regensburg sicher nach Speyer gelangte, wo seine Liebste dringenst auf ihn wartete. Der Knabe war erheblich pünktlicher als ich.
Sowas wäre in dieser Nacht nicht schlecht gewesen.
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Mittwoch, 31. Dezember 2003
slippery when wet
uceda, 18:23h

Da rutscht sie hin, die Hoffnung auf ein baldiges Frühjahr. Egal.
Gutn Rosch*!
*Wussten Sie schon? Der Gruss "Guten Rutsch" leitet sich nicht vom Glatteis ab, sondern vom Jiddischen. Gutn Rosch heisst es dort - und das kommt vom Begriff Rosch ha Schana, zu Deutsch Kopf des Jahres. So heisst das jüdische Neujahrsfest, einer der sogenannten hohen Feiertage.
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Die 120 Euro Frage
uceda, 04:24h
Nicht, dass ich nicht genügend Audio-Hardware hätte. Einiges ist auch hübsch handlich und in weniger als 15 Minuten einsatzbereit. Das Problem ist: Es geht immer noch zu langsam, die teuren Teile verramschen, und spätestens am Kernstück der mobilen Anlage, der Schnittstelle zum Notebook, leidet die Audioqualität - und das, obwohl die Notebooks seinerzeit die Kleinigkeit von 8-11.000 Mark gekostet haben. Aber es ist nicht möglich, die Soundchips wirksam zu entkoppeln.
Jetzt also mal ganz anders. Die Frage lautet: Kommt man mit 120 Euro in Radioqualität ins Notebook? 120 Euro ist gerade mal ein Viertel dessen, was allein der bislang übliche Rane FM-14 Preamp gekostet hat.
Die ersten Grundkomponenten sich bereits eingetrudelt: Der Preamp Mic-100 von Behringer mit einer auf den ersten Blick fragwürdigen Röhrentechnik, und die USB-Soundkarte Creative Soundblaster mp3+ mit Digitalschnittstellen. Zusammen sind das etwa 90 Euro. Jetzt fehlt noch ein möglichst billiges Grossmembran-Mikro. Hier fällt die Wahl auf den absoluten Preisbrecher, das T.Bone SC 300. Das hat zwar die übliche grosse 25mm-Kapsel, ist aber sehr klein und handlich, sprich transportabel. Damit sind es 120 Euro, oder genauer, 150, denn ich habe gleich 2 Mikros bestellt.
Alte Radioreporter-Weisheit: Es ist immer gut, irgendwo ein zweites Mikro zu haben.
In den nächsten Monaten bin ich viel unterwegs, mit Recordingjobs out of the Laptop-Bag, teilweise bei Leuten, die wenig Zeit haben. Und auch ich werde wohl nicht darum herumkommen, grosse Teile der Projekte am Laptop zu machen. Wenn es akustisch taugt und sich in 5 Minuten inclusive Rechner booten aufbauen lässt, ist das System super. Und der Ärger, falls mal ein 900 Euro Mic zu Boden fällt, ist dann auch vorbei.
Hoffentlich.
Jetzt also mal ganz anders. Die Frage lautet: Kommt man mit 120 Euro in Radioqualität ins Notebook? 120 Euro ist gerade mal ein Viertel dessen, was allein der bislang übliche Rane FM-14 Preamp gekostet hat.
Die ersten Grundkomponenten sich bereits eingetrudelt: Der Preamp Mic-100 von Behringer mit einer auf den ersten Blick fragwürdigen Röhrentechnik, und die USB-Soundkarte Creative Soundblaster mp3+ mit Digitalschnittstellen. Zusammen sind das etwa 90 Euro. Jetzt fehlt noch ein möglichst billiges Grossmembran-Mikro. Hier fällt die Wahl auf den absoluten Preisbrecher, das T.Bone SC 300. Das hat zwar die übliche grosse 25mm-Kapsel, ist aber sehr klein und handlich, sprich transportabel. Damit sind es 120 Euro, oder genauer, 150, denn ich habe gleich 2 Mikros bestellt.
Alte Radioreporter-Weisheit: Es ist immer gut, irgendwo ein zweites Mikro zu haben.
In den nächsten Monaten bin ich viel unterwegs, mit Recordingjobs out of the Laptop-Bag, teilweise bei Leuten, die wenig Zeit haben. Und auch ich werde wohl nicht darum herumkommen, grosse Teile der Projekte am Laptop zu machen. Wenn es akustisch taugt und sich in 5 Minuten inclusive Rechner booten aufbauen lässt, ist das System super. Und der Ärger, falls mal ein 900 Euro Mic zu Boden fällt, ist dann auch vorbei.
Hoffentlich.
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Dienstag, 30. Dezember 2003
El Cuccinario ebreo presente: El MilcRib!
uceda, 19:45h

My citchen is my castle! Immer nur rein in die gute Kuchel. Ihr habt es so gewollt - ich wollte ja nie eines dieser Koch-Blogs machen, das können andere sehr viel besser, aber gut ...
Die meisten Hamburger sind nicht koscher. Sie kombinieren Fleisch und Käse, und die Vermengung von Fleisch- und Milchprodokten ist ein ganz grosses No-No des Judentums. Auch bei "reinem" Fleisch- oder Nichtfleischbelag kann man sich nicht sicher sein: Die Sossen enthalten oft Molkereiprodukte (oder, um es gleich mal deutlich zu sagen, Abfälle), und was da im Käse an Resten aus der Tierverwertung ist, will ich lieber gar nicht wissen.
But hey, this is funky old Europe, we don´t need no fuckin´ Hamburgers! Hier also der vegetarisch-milchige MilcRib, mit rein europäischen Zutaten. Als Basis nimmt man zwei frische Roggensemmeln, am besten aus einer echten Bäckerei - und nicht aus einer schmutzigen Kaufhausecke, wo lappriger Teig im computergesteuerten Ofen gekokelt wird. Das Brot ist eine Geschmackskomponente, und nicht nur der trockene Fladen (ich hasse es (tm)), ohne den man den Schleim dazwischen nicht zum Mund führen kann.
Desweiteren:
150 Gramm Halloumi
0,5 kleine, rote Zwiebel
10 Nadeln Rosmarin
10 kleine Salbeiblätter
1 Zweig Thymian (alles frisch! Sagt bitte nicht, dass Ihr keinen Wintergarten habt)
sowie Feldsalat
Olivenöl
eventuell Creme Fraiche

Eine Pfanne wird mit Öl befeuchtet - nicht allzuviel Öl nehmen, gerade so viel, dass der Boden mit etwas Schwenken bedeckt ist. Herd auf mittlere Temperatur, Zwiebeln andünsten. Inzwischen den Halloumi in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden, in die Pfanne geben, und in einem Kreis um die Mitte anordnen. In die Mitte die Kräuter geben. Nach etwa 6-8 Minuten nimmt der Halloumi eine hellbraune Farbe an - dann sollte man ihn wenden
Wenn man das Öl richtig dosiert hat, sollte es bald weitgehend verschwunden sein. In diesem Moment noch einen Schuss guten Rotwein dazu, und weiterbraten, bis auch die andere Seite braun ist.
Entweder kommt der Halloumi jetzt auf die Roggensemmeln, die inzwischen knusprigen Kräuter und der Salat drüber - oder man nimmt noch einen Esslöffel Creme Fraiche und verrührt ihn in der Pfanne kurz mit Kräutern und gibt etwas frisch gemahlenen Pfeffer hinzu. Diese Kräutersosse dann ebenfalls in die Roggensemmel. Fertig ist der milchig-koschere MilcRib!

Wichtig: Halloumi ist ein recht salziger Käse und muss kaum nachgesalzen werden. Und bitte: Richtiges Öl und ordentlichen Wein verwenden. Beim Öl muss es nicht das schwere "extra vergine" sein, es sei denn, man mag den spezifischen Geschmack - normales "native" passt gut zum Eigengeschmack des Halloumi.
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Montag, 29. Dezember 2003
More cruelties
uceda, 17:19h
on hungry santas: Wie schon vor kurzem berichtet, bleibt die Schwemme der Rotröcke mit den Kartoffelnasen nicht ohne Folgen, zumal in wirtschaftlich harten Zeiten wie diesen. Der Typ ist und bleibt nun mal Saisonarbeiter. Nach dem 24. Dezember gibt es ein erheblichs Problem - wohin damit?

In meiner kleinen Stadt habe ich gestern eine ebenso harte wie wirksame Massnahme beobachtet: Einfach über den Balkon kippen, wie Anno 1618 in Prag.
Noch hält er sich fest, trotz Glühweinabfüllung und Plätzchenwanst.
Aber wie lange wird er sich noch halten können, 6 Meter über dem Abgrund?

In meiner kleinen Stadt habe ich gestern eine ebenso harte wie wirksame Massnahme beobachtet: Einfach über den Balkon kippen, wie Anno 1618 in Prag.
Noch hält er sich fest, trotz Glühweinabfüllung und Plätzchenwanst.
Aber wie lange wird er sich noch halten können, 6 Meter über dem Abgrund?
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Moronic Mormons
uceda, 02:23h
Mormonen. Ich habe ja noch nicht mal sehr viel Achtung vor gewissen Erscheinungen des Judentums, noch weniger vor dem Christentum, aber Mormonen (wenn man sie jetzt nicht unter dem Christentum subsummieren will)...
Es ist so: Die Mormonen hocken in einer dreckigen, gottverlassenen Wüste irgendwo in einer Ecke Amerikas, wo sie nicht stören und Sachen machen, deren Kommentierung mir hier nicht ansteht. Wo ich aber doch das kalte Kotzen (tm) kriege: Nachdem die Jungs in ihrer Wüste nichts zustande kriegen ausser noch mehr Mormonen, aber keine Literaten, Musiker und Politiker von einer Bedeutung jenseits ihrer dreckigen Wüste, klauen sie die einfach. Bei den Juden.
Und stellen sich dann hin und sagen, Theodor Herzl ist Mormone. Indem er nämlich posthum getauft wurde. So, wie hunderttausende andere Juden auch, die man nicht gefragt hat - oder, wenn doch, eine vorn Latz gekriegt hat. So, wie es nach alter Väter Sitte auch sein soll.
Besonders fies: Man kann sich nicht dagegen wehren. Klar könnte man losziehen und im Zweitschlag die Bande vor dem Ableben beschneiden, und zwar gleich grosszügig mit der alten, rostigen Heckenschere*, aber damit würde man sie vielleicht noch in die Gemeinschaft aufnehmen. Und jeder durchgeknallte Sektierer wäre bei uns einer zuviel.
Da bleibt nur das Warten, bis der nächste Mormonenmissionar auf der Strasse seinen Sülz loslässt. Lebendige Juden können sich gegen sowas wehren - und verdammt unangenehm werden - ich sag nur: Die jüdische Harke (tm).
*copyright die Ärzte
Es ist so: Die Mormonen hocken in einer dreckigen, gottverlassenen Wüste irgendwo in einer Ecke Amerikas, wo sie nicht stören und Sachen machen, deren Kommentierung mir hier nicht ansteht. Wo ich aber doch das kalte Kotzen (tm) kriege: Nachdem die Jungs in ihrer Wüste nichts zustande kriegen ausser noch mehr Mormonen, aber keine Literaten, Musiker und Politiker von einer Bedeutung jenseits ihrer dreckigen Wüste, klauen sie die einfach. Bei den Juden.
Und stellen sich dann hin und sagen, Theodor Herzl ist Mormone. Indem er nämlich posthum getauft wurde. So, wie hunderttausende andere Juden auch, die man nicht gefragt hat - oder, wenn doch, eine vorn Latz gekriegt hat. So, wie es nach alter Väter Sitte auch sein soll.
Besonders fies: Man kann sich nicht dagegen wehren. Klar könnte man losziehen und im Zweitschlag die Bande vor dem Ableben beschneiden, und zwar gleich grosszügig mit der alten, rostigen Heckenschere*, aber damit würde man sie vielleicht noch in die Gemeinschaft aufnehmen. Und jeder durchgeknallte Sektierer wäre bei uns einer zuviel.
Da bleibt nur das Warten, bis der nächste Mormonenmissionar auf der Strasse seinen Sülz loslässt. Lebendige Juden können sich gegen sowas wehren - und verdammt unangenehm werden - ich sag nur: Die jüdische Harke (tm).
*copyright die Ärzte
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Beobachtung
uceda, 02:01h
Dank einer Bekannten, die ein Auge dafür hat, passe ich inzwischen auf Balkone auf. Vor allem aber: Auf Dachgärten. Zumal ich selbst einen ruhigen 20qm-Dachgarten hoch über der Stadt mein eigen nenne. Im Sommer ist der unbezahlbar, was aber nicht weiter stört, weil er ohnehin mir gehört. Heute ist mir dieser Dachgarten vor die Linse gekommen; etwa 250 Meter von meinem entfernt in der Altsatdt:

Und ich könnte schwören, dass dieser Dachgarten bereits heute den Frühling verheisst. Sonst würden da nicht jetzt schon die Topfpflanzen draussen stehen. Und die Sonne so scheinen, wie sie heute geschienen hat.
Ausserdem hatte ich schon wieder eine allergische Reaktion. Irgendwo muss etwas blühen.
Frühling, jede Wette.

Und ich könnte schwören, dass dieser Dachgarten bereits heute den Frühling verheisst. Sonst würden da nicht jetzt schon die Topfpflanzen draussen stehen. Und die Sonne so scheinen, wie sie heute geschienen hat.
Ausserdem hatte ich schon wieder eine allergische Reaktion. Irgendwo muss etwas blühen.
Frühling, jede Wette.
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Sonntag, 28. Dezember 2003
It´s supper time
uceda, 20:55h
Nachdem es gestern aus verschiedensten Gründen mit dem Ogling of the Shiksa nicht geklappt hat, und ich wieder Stunde um Stunde bei irgendwelchen obskuren Blogs seltsame Sachen gelesen habe, wartet im Kühlschrank treu und brav:

Die rote Zwiebel, der braune, zarte Austernpilz und der Halloumi mit der Farbe winterbleicher Frauenhaut. Ein ausgesprochen flotter Dreier, wenn er noch eine Decke aus Creme fraiche, Kräutern und Grana Padano bekommt. Schliesslich ist es kalt.
So entschädigt es für so manches.

Die rote Zwiebel, der braune, zarte Austernpilz und der Halloumi mit der Farbe winterbleicher Frauenhaut. Ein ausgesprochen flotter Dreier, wenn er noch eine Decke aus Creme fraiche, Kräutern und Grana Padano bekommt. Schliesslich ist es kalt.
So entschädigt es für so manches.
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Wie aus dem Bilderbuch
uceda, 03:29h
Eltern: (sitzen vor der Arte-Glotze)
Arte-Glotze: Neapel ... Vesuv ... Kultur ... Palast .... Dichter ... Giacomo Leopardi ... grossartiges Werk
Vater: Haben wir da was von dem?
Mutter: Nein. Nicht dass ich wüsste.
Vater: Uceda - wie sieht´s bei Dir aus?
Uceda: ...
Vater: Nu?
Uceda: (läuft süditalientomatenrot an, weil man ihn mal wieder erwischt hat. Von wegen hard hitting heeb, der Radiorevoluzzer vom Dienst. Argh. Ich HASSE es, wenn ich auf den bildungsbürgerlichen Urschlamm zurückgeworfen werde, aus dem ich komme. Jetzt werden sich alle wieder bestätigt fühlen, von wegen gebüldeter junger Mann...Bäh.) Ja, Papa, ich hab schon was von Leopardi...
Vater: Und was?
Uceda: Die Gedichte - aber nur in einer antiquarischen Ausgabe von 1882...
Mutter: Oh, schön, bring sie doch morgen mal mit...
Uceda: Ja, Mama.

Wenigstens stand in der Bibliothek daneben in gleicher Aufmachung der Cid. Das lese ich gerade. Blut, Mord, Stolz und Fanatismus im alten Spanien. Die Helden stinken nach Schweiss und können mit Büchern nix anfangen. Yeah.
Arte-Glotze: Neapel ... Vesuv ... Kultur ... Palast .... Dichter ... Giacomo Leopardi ... grossartiges Werk
Vater: Haben wir da was von dem?
Mutter: Nein. Nicht dass ich wüsste.
Vater: Uceda - wie sieht´s bei Dir aus?
Uceda: ...
Vater: Nu?
Uceda: (läuft süditalientomatenrot an, weil man ihn mal wieder erwischt hat. Von wegen hard hitting heeb, der Radiorevoluzzer vom Dienst. Argh. Ich HASSE es, wenn ich auf den bildungsbürgerlichen Urschlamm zurückgeworfen werde, aus dem ich komme. Jetzt werden sich alle wieder bestätigt fühlen, von wegen gebüldeter junger Mann...Bäh.) Ja, Papa, ich hab schon was von Leopardi...
Vater: Und was?
Uceda: Die Gedichte - aber nur in einer antiquarischen Ausgabe von 1882...
Mutter: Oh, schön, bring sie doch morgen mal mit...
Uceda: Ja, Mama.

Wenigstens stand in der Bibliothek daneben in gleicher Aufmachung der Cid. Das lese ich gerade. Blut, Mord, Stolz und Fanatismus im alten Spanien. Die Helden stinken nach Schweiss und können mit Büchern nix anfangen. Yeah.
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