Mittwoch, 29. September 2004

Unerledigte Rückerstattungssache
Man hat sich in den 30er Jahren nicht viel Zeit genommen, um die Spuren der Vorbesitzer zu löschen, dann kam der Krieg und die DDR, und jetzt ist immer noch unklar, wie es mit dem gebäude weitergehen soll. Es müsste restauriert werden, aber die Verwalter - wahrscheinlich die Claims Conference oder die jüdische Gemeinde - haben offenbar andere Sorgen.



Wenn sie es dann machen, und die Ruine in Mitte wieder herrichten, werden die Spuren wahrscheinlich gelöscht.

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Buchmessentext
Weia - wenn man sich mal die Verlautbarungen der arabischen Liga zur Buchmesse reinzieht - was ich gestern beruflich gemacht habe - dann wird´s einem echt anders. Laut Beschreibung besonders libanesischer Quellen kommen sie, um den Europäern mal den Marsch in Sachen Israel zu blasen.

Das ganze bekommt eine besondere Note, wenn man weiss, dass die Libanesen die Liga und die Buchmessenveranstalter vor einer gigantischen Pleite bewahrt haben. Der Auftritt kostet die Liga nur 3 Millionen Dollar Pauschalsumme, aber noch nicht mal die haben sie zusammenbekommen, weil die Golfstaaten nicht wollten. Dafür sind die Libanesen in die Bresche gesprungen, und so kann sich Frankfurt auf einen ganzen Tross hochmotivierter Feinde des "terroristischen zionistischen Gebildes" freuen, sowie einiger ägyptischer Fundis, die den Westen verdammen - der Verleger, der die Ägypter geholt hat, verdient sein Geld mit deren Pamphleten.

Aber ein Gutes hat es, wenn man diese Texte liest - man kommt nicht in Versuchung, aus dem Beitrag einen giftigen Kommentar zu machen, man will sich ja nicht auf diese Ebene begeben. Hingehen werde/muss ich trotzdem, um mir Hanan Aschrauwi anzutun. Mal schaun ob sie inzwischen etwas milder ist; vor fünf Jahren hatte ich makl einen Termin mit ihr, der nicht eben druckbare Ergebnisse lieferte.

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Shalom gilt nicht für Christen
Da hätte ich ja beinahe den Tee über den Monitor versprüht:

Nachdem die Beamten mit Schlagstöcken für Ruhe gesorgt hatten, konnten die ersten Verdächtigen festgenommen und der Gottesdienst fortgeführt werden.

schreibt Spiegel online. So wie es aussieht, haben die Franziskaner mehr Prügel bekommen, mussten aber auch nicht in den Knast. Und in die Hölle müssen sowieso mal alle. Sagt man. Bei denen.

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Montag, 27. September 2004

Snuff Video
jetzt noch schnell einen Euro aus der Leiche rausschneiden, das Soli-Plakat ins Fenster, Kill Russ, fas! fast!



Russ in Berlin Mitte, dem Tal der Ultra-Vermarkter.

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No Nazi in NRW,
nur die Möllewelles & Nachfahren haben es über 5% geschafft. Aber da traut sich ja keiner mehr aus den antisemitischen Löchern.

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Ansonsten: Hangover.
Ich hatte die Wahl zwischen einem Festmahl und anschliessender Party intern oder Party extern - habe mich für die party extern entschieden. Irgendwie war das etwas viel Judentum die letzten 10 Tage, und ausserdem, wenn das wieder so eine Kuppelei wird, wie das manchmal eben so ist bei solchen Feiern, dann ist es doch mal ganz ok, aus dem Ganzen rauszukommen und zu sehen, das sich die Welt anderswo immer noch im gleichen, öden Morast dreht. Yom Kippur? Nooene gives a damn, actually.

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Hat der Anschlag in Syrien jemand überrascht?
Die hohen Feiertage sind vorbei, und wie das mal so ist, wollten Hamas und Co. zeigen, was sie trotz schärfster Sicherheitsvorkehrungen so drauf haben. Dafür haben die Israelis jetzt gezeigt, dass sie auch trotz allerlei Sicherheitsgarantien und staatlicher Terrorunterstützer auch zuschlagen können.

Es ist pervers, aber: Auch Autobomben sind eine Kommunikationsstrategie.

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Sonntag, 26. September 2004

Naziler Defolun!
Heute wollten sie also kommen, die Herrenmenschen aus dem braunen Sumpf. Letzte Woche war ich berufsmässig praktisch bei ihnen zu Besuch, in einer der angeblich "national befreiten Zonen", genauer in einer, wo sie inzwischen was inne Fresse bekommen haben. Im tiefsten Thüringen, nach 4 Jahren harter Arbeit, sind sie inzwischen aus dem Ort abgedrängt worden - nur läuft gerade der Förderung aus, und die verantwortliche Stiftung kann nur noch Förderanträge anbieten - wer jetzt beantragt, kriegt 2006 vielleicht was, aber im Momnent wird alles für Folgekosten bisheriger Projekte verbraten. Ganz toll.

Diesen Samstag, also bei uns. Bei mir, im Wedding.Und an Yom Kippur. Nun ist Yom Kippur ein Tag, an dem man sich laut Halacha nun wirklich jeder nichtreligiösen Beschäftigung enthalten sollte, noch dazu, wenn es auf den Shabbat fällt. Nur sagt die Halacha, grob gesagt: Wenn Dir jemand inne Fresse geben will, darfste zurückgeben. Immer. Auch an Yom Kippur. Wenn deine türkichen Freunde sagen:



Dann sollst Du gefälligst auch raus auf die Strasse und den Braunen zeigem, dass es Deine Strasse ist. Ausserdem, hier ist roter Wedding, hier ist immer noch der Ernst Busch Bezirk, hier brauchen die gar nicht anfangen, sich irgendwie heimisch zu fühlen. Die sollen zurück in die Sächsische Schweiz und durch einen Hartz IV Sondertarif für blöde Glatzen die volle Härte des geringsten Beihilfesatzes zu spüren bekommen. Wenn die die Kohle haben, nach Berlin zu fahren, ist irgendwas falsch gelaufen.

However, heute vormittag kamen etwa 600 Leute zusammen, auch eine ganze Latte von Leuten, die die Halacha wie ich ausgelegt hatten. Allerdings hatte das Verfassungsgericht schon das besorgt, was wohl die Mehrheit bei der Demonstration auch besorgt hätte: Den Aufmarsch der NPD verboten.



Was dagegen stattfand, war ein sehr schönes, sehr friedliches türkisches Strassenfest bei mir in der Wohnanlage. Sehr angenehm, dieser Wedding.

Ach so, ja, ob Halacha den Besuch eines türkischen Strassenfestes an Yom Kippur erlaubt? Hm. Interpretationsfrage. Sagen wir mal so, als die Halacha geschrieben wurde, gab es noch keine Türken, wie könnte sie das also verbieten? ;-)

However, Yom Kippur ist rum, Fasten ist vorbei, heute Abend fliegt die Kuh.

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Freitag, 24. September 2004

Shabbat Shalom
entfällt heute ersatzlos, denn heute Abend beginnt überall auf der Welt Yom Kippur, das Ende der hohen Feiertage. Noch einmal wird man zusammenkommen, beten, das Kol Nidre singen, bereuen, in sich gehen und sich vornehmen, es dieses Jahr besser zu machen. Einen Moment lang herrscht Frieden in der jüdischen Welt -



ausser natürlich in Litauen, wo die Chabad-Sekte dabei ist, einen Putsch zu insezenieren. Es geht um Immobilien, Erpressung, religiöse Intoleranz und Extremismus, die sind, offen gesagt, a Schand für die Gojm, wenn man sowas liestm aht man plötzlich keine Lust mehr, auf die christlichen Religionsführer zu schimpfen. Zweck heiligt auch bei uns die Mittel, und Uceda geht heute Abend in eine Synagoge, wo solche Typoen garantiert nicht sind, weil sonst wird das nichts mit dem Besinnen. However, da deutet sich an, wie gewisse Typen sich nächstes Jahr vorstellen; früher oder später werden die sowas auch hierzulande machen.

Wem Du´s zu Yom Kippur nicht kannst besorgen,
dem besorg es eben übermorgen.

Immerhin noch ein Thema für die Sendung.

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Donnerstag, 23. September 2004

Support your local vandal
Ein Tritt und ein Splittern am Morgen, und schon geht es abreagiert in den Tag.



Am Abend dann Marx, oder etwas Antifa. Oder so.

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Post aus München
mit dickem Zeigefinger: Zu wenig Münchner Themen, kein Wunder bei einem Team, das in Basel, Berlin und Dublin/Athen ist. Da müssen wir was Beschwichtigendes in der nächsten Sendung machen.... aber der Russ Meyer Nachruf wird so oder so kommen.

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Verdammt hartknäckig
Vor 500 jahren wurden die juden aus der süditalienischen Stadt Trani vertrieben - jetzt sind sie wieder da. Dieses jahr feiern sie zum ersten mal nach einem halben Jahrtausend im neuen Gemeindehaus Yom Kippur.

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Machen Sie doch
mal ein jüdisches Buch, sagte R., eine alte Bekannte aus Münchner Tagen, die es auch auf diesen Event über dem frühwinterlich eingesudelten Slum Berlin verschlagen hatte. Um uns herum Vertreter der Lüge und des Schmutzes, der Abschaum der deutschen Medienindustrie. Nicht nur, aber auch. Ich bin gut angezogen unter Hyänen, als sie mich anspricht. Wir reden über die miesen Neuerscheinungen, über das drittklassige, immer gleiche Repertoire der Verlagszene, all die Nullen und Nieten, die der Betrieb ausspuckt.

Heute kam ausnahmesweise mal ein gutes Buch, sage ich. Und welches, will sie wissen. Mustafa Danesch, der Krieg gegen den Westen. Ist aber kein Jude, meint sie. Eben, sage ich. Drum mein ich ja: Gutes Buch.

Machen Sie doch auch eines, betont R., und wenn ich wüsste, mit welchem coolen Stoff man so ein jüdisches Buch füllen könnte, würde ich es sogar machen. Nur habe ich im Moment viel mehr Spass an Artikeln zur Transformation von Videospielen, die ich nie gespielt habe, in Filme, die ich nie gesehen habe. Moment, wie wär´s mit einem Buch über jüdische Hochstapler?

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Mittwoch, 22. September 2004

No more faster Pussycat
One more jewish Legend gone: Der Filmemacher und erklärtes Vorbild unseres Medienbegriffs Russ Meyer, ja genau der mit den Monstertitten, mit den Superhexen und all den anderen Klassikern des Untergrundfilms, ist tot.

Damals, in den späten 80ern, auf dieser Party auf dem Land, da habe ich das zum ersten Mal gesehen, und es war einfach nur krass. Gut, heute würde man sagen, Kinderkram, aber trotzdem: Meilensteine der Filmgeschichte.

Hey Russ, jetzt kommt die Zeit, dass sie Dich in den Gemeindezentren als Held feiern werden, als unseren Filmheroen, sie werden Retrospektiven machen, und man wird Dein Schaffen als Audsdruck Deines Judentums interpretieren, es in Bezug zu Deinen Filmen und Erlebnissen im 2. Weltkrieg setzen, Professoren werden Einführungen in Dein Werk halten, kurz: Sie werden Dich plötzlich lieben.

Und Du weisst ja: Wenn sie Dich Dein Leben lang verachtet haben, und nach deinem Tod lieben und verehren, kannst Du Dir sicher sein, dass Du alles in deinem Leben richtig gemacht hast. Schliesslich haben sie auch Spinoza damals verbrannt.

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Dienstag, 21. September 2004

f. d.
Man könnte fragen, was bei diesem Schild wichtiger ist. Was und Wer dominiert, und was da eher eine, das Ego bestätigende Marginalie ist.



f. d. lebenden Autor dieses Blogs ist das nicht unbedingt überraschend. Eine Trennung zwischen Person, Gmbh und Verein ist nicht wirklich ersichtlich. Alles eins, alles zusammengepappt und mit ein paar Abkürzungen und monumentalen Logos und viel Designschlunz vorne drangepappt.

So ist das hier am Eingang, so wird das auch als Loch mit Steinen sein. Und ganz gross wird Lea Rosh drauf stehen. f. d. ist es ja auch wichtig. Und nichts wird hoffentlich an den alten namen erinnern, der irgendwie so gar nicht jüdisch klingt, f. d. Initiatorin.

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