Montag, 23. Februar 2004

Kwalitäzdchurnalschissmus
Nicht klauen, ist so eine Devise des Journalismus. Selbst Follow-Ups sind nicht wirklich ok. Zumindest bei dieser kleinen Redaktion hier. Die wohl aus bigotten, halsstarrigen Vorsintflutlern besteht.

Nein, wahrer Journalismus geht so, wie ihn die Kollegen vom Spiegel vormachen. Nachdem die aufs Wochenende zwangsverdonnerten Praktikanten selbst nicht an ein Interview mit Sibel Kekilli rankamen, bedienten sie sich bei der FASZ.

Wäre es ein "Zitat" gewesen, hatte die FAZ die, mit Verlaub, Scheisse aus Spiegel Online rausklagen können: Das ganze ist nicht mehr als ein dreister Klau, ohne ordentliche Quellenangabe, ohne Link auf den im Internet verfügbaren Originalartikel. Das Zitatrecht greift bei sowas definitiv nicht mehr

Nur - es ist kein Zitat, behaupten sie. Die Praktikantentruppe von Spiegel Online würde doch nie 1:1 zitieren, selbst die Pressemitteilungen werden etwas umgeschrieben! Bei einem Interview geht das natürlich nicht - aber ein zitieren ist es nicht. Der Spiegel, Zitat "dokumentiert Teile des Interviews". Und Dieckmann steht für Pressefreiheit.

Und allen zusammen wünscht man eine Runde Neues Wohnen. Mindestens. Und wenn sie auf den kalten Fluren des Arbeitsamt stehen, möchte ich dabeisein und ihre Gesichter auch dokumentieren. Mit der Digicam.

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