Samstag, 20. November 2004
Doppel-A
Es gibt wieder Apfelstrudel und den Aufbau. Das Leben ist schön, ich weiss nicht, was ich noch sagen soll. Gestern wurde überall gefeiert, München, Berlin, Zürich, New York, die Durststrecke ist vorbei, jetzt geht es wieder weiter.

Aber mal im Ernst, hat wirklich jemand geglaubt, der Aufbau wäre nach 70 Jahren Dauerkrise doch gestorben? Das Ding ist eine Knochenmühle, es kostet einen den letzten Nerv, aber ich hab es allen immer wieder gesagt: Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. All die mitleidigen Worte, all das "Naja, das muss er ja sagen", all das "Das war´s aber wirklich", all das war wieder mal zu früh.

Wir haben überlebt. Wir sind der Quastenflossler der Zeitungslandschaft. Und ich bin verdammt stolz, für diese Zeitung zu arbeiten.

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Montag, 8. März 2004
Hey, Du New Yorker Spiegelschmierer,
der Du das Journalistenethos eines Bild-Witwenschüttlers hast, und Hypothesen als Facktenfacktenfackten verkloppst, weil Du für die blanke, normale Meldung keine 30 Silberlinge, geschweige denn Schekel kriegen würdest:

"Diese Zitrone hat noch viel Saft" - sagte Lotti Huber. In New York und Berlin wird aufgebaut, nicht abgewickelt.

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Dienstag, 27. Januar 2004
Die fine old Lady
von hier hat übrigens sehr begeistert reagiert. Alles sehr schön, sagte sie. Und freut sich auf weitere Beiträge.

Von denen ich eher mal annehme, dass sie noch ein Weile auf sich warten lassen ;-)

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Montag, 26. Januar 2004
63 qm
in 3 Zimmern, Küche, Bad für unter 300 Euro "warm", wobei allerdings Kohleöfen im Raum stehen. Andererseits klassische Moderne, und sehr solide. Und gleich direkt neben dem Büro, 3 Minuten zu Fuss. Dielenboden.

Die nehme ich. Glaub ich.

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Montag, 19. Januar 2004
Verfeinerung
Bei Essen kann man fast immer was machen. Es gibt wenig, was sich nicht irgendwie zubereiten lässt, vermischen, aufbessern. Sogar problematisches Fleich bekam man im Mittelalter noch mit Nüssen halbwegs hin.

Schlimm ist es nur, wenn alles schon vermantscht, verbraten und verkocht angeliefert wird. Eine Pampe, bei der nichts zu retten ist, und man schon beim ersten Blick merkt, dass es ein echter Rezeptorenkiller wird. So ein Teil liegt gerade in Form eines Beitrags auf meinem Tisch. Drunter und drüber, hier ein Stück Philosemitismus, dort etwas Vereinnahmung, mit der dann Leute mit anderer, durchaus diskussionswürdiger Meinung abgewatscht werden. Das alles in einem Stil, der einen mehr überrollt, denn in den Beitrag zieht.

Da kann man wirklich nichts machen. Das kann man nicht redigieren. Jeder Satz ein Problem, jeder Formulierung ein Tritt in die geistige Magengrube.

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Samstag, 17. Januar 2004
Digicams
versauen das Photohandwerk. Leider setzen sie sich im Journalismus immer mehr durch. Sie sind praktischer, sobald es um Geschwindigkeit geht, und irgendwann braucht man das Bild sowieso digital.



Was auf der Strecke bleibt, ist die Fähigkeit, die Funktionen einer Kamera zu nutzen. Früher war die Blende absolut entscheidend für die Bildgestaltung; heute ist sie fast immer vorgegeben. Weil die Blitze so lächerlich klein sind, ist es meist eine Blende zwischen 3 und 4.

Diese Praktica Nova B von 1967 hat Blende 22 - ist aber, falls nötig, auf Blende 2,8 zu nutzen. Sie ist schwer, Ganzmetall bis runter zum Auslöser, und das sschiackk des Spiegelreflex klingt so, wie er klingen muss. Morgen mache ich damit eine Runde durch Ost-Berlin. Vollanalog. Damit ich mal wieder ein Gefühl für echtes Arbeiten mit der Kamera bekomme.

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5 Sätze, die ich hier nicht hören möchte
1.: Das ist ein Startup, oder?

2.: Wow! Parkett! Ihr müsst ja im Geld schwimmen.

3.: Und? Wann ist der IPO?

4.: Hähä, na sag schon wie die Praktikantinnen sind.

5.: Kriminell, die Arbeitszeiten,wie damals beim Peter Kabel, wa? Was sagt die Gewerkschaft dazu?

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B-City
Neuer Arbeitsplatz. Lauter nette, zuversichtliche Leute, die ich betreuen soll. Oder die mich auf Trab halten. Man kann mit ihnen gut vom Thema abschweifen, was im Journalismus bei der Themenfindung eine Grundqualifikation ist. Und einer sitzt mir gerade immer noch gegenüber und arbeitet, am arbeitsfreien Shabbat. Muss ein Jude sein und ist auch einer :-)

Jetzt noch ne Housewarming Party, ein paar Kisten Bier und die berühmten, handgemachten Blätterteigtaschen, und die Sache ist gewupt. Wie es der Boss in der fernen NY-City immer so treffend ausdrückt.

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