Donnerstag, 16. Februar 2006

Berlin: RV-Prsident Julius Schoeps zurückgetreten
Im ewigen Konflikt der Berliner Gemeinde hat Julius Schoeps das Handtuch als Vorsitzender der Repräsentantenversammlung geworfen. Eigentlich keine Überraschung. Damit ist die Gemeinde komplett in "russischer" Hand, genauer, in der Hand des Kreises um den Personalreferenten Arkadi Schneidermann. Manche werden sagen: Damit ist die Gemeinde unter die Räuber gefallen.

Vermutlich wird jetzt wieder der Ruf nach einer Konkurrenzgründung laut. Wäre vielleicht nicht das Dümmste. Und vielleicht sollte man auch überlegen, ob man derartig kaputten, zerstrittenen Läden wie der Gemeinde Berlin wirklich noch das Privileg einer Körperschaft des öffentlichen Rechts gewährt. Solange sich jeder hinter dieser Rechtsform verstecken kann und seinen Trieben freien Lauf lässt, fehlt das disziplinierende Element. Man muss ja nicht immer zuwarten, bis sich eine Gemeinde mit Nepotismus in die Pleite gewirtschaftet hat.

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Na also: Die Hamas bewegt sich.
Und zwar nicht mit den Militanten in Syrien, sondern mit denen, die in Palästina das Sagen haben:

"Duaik said Wednesday that once the new government was formed, Hamas would formulate its own peace plan, with a long-term truce with Israel at its center."

Das klingt schon etwas anders als das übliche Gebrüll vom Vernichten und Blut trinken. Den Namen Duaik wird man noch öfters hören: Er wird palstinensischer Parlamentspräsident. Bei alles Skepsis muss man auch zur Kenntnis nehmen, dass die Hamas einen Teil ihrer Terroristen im Gazastreifen an der Grenze zu Israel entwaffnet hat. Da redet zwar kaum jemand offen drüber, ist aber so.

Es scheint also tatschlich ein paar Leute zu geben, denen die politische Macht erst mal wichtiger ist als die Fortsetzung des Terrors. Das ist, angesichts dessen, was war und lange Zeit verkündet wurde, schon eine Menge. Es wird Zeit, dass die Hamas an ihrer Charta anfängt zu feilen. Weil, seien wir ehrlich, von Friedensplänen mit Israel steht da noch nichts drin.

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Dienstag, 14. Februar 2006

Die Geschichte von Etgar
Etgar Keret - ist das allen ein Begriff? Ein ausserordentlich feiner israelischer Schriftsteller, und gut aussehend noch dazu. Immer, wenn ein neues Buch von ihm auf Deutsch kommt, machen wir ein grösseres Interview. Klasse Typ - das Buch "Pizzeria kamikaze" ist übrigens vielleicht das beste, was seit der Staatsgründung Israels geschrieben wurde, da gibt es eine brilliante Szene zwischen einem militanten israelischen Versager, der sich aus Frust über die Armee erschossen hat, und einem palästinensichen Selbstmordattentäter in einer Bar, wo sie über die 72 Jungfrauen streiten - aber ich schweife ab.

Etgar Keret jedenfalls macht auch noch was anderes als klassische Lesereisen. In Israel liest er auch im Knast, bei den schweren Jungs. Er hat mir mal erzählt, wie schwer es ist, die von den Krimis wegzubekommen, die die anschauen. Er hat das nicht verstanden, wieso die ausgerechnet Krimis anschauen und die Polizisten für die Guten und die Verbrecher für die Schlechten halten. Die schweren Jungs sagten ihm, dass Recht und Ordnung doch super sei - und sie, Mörder, Vergewaltiger, Gewohnheitsverbrecher - sässen hier nur, weil sich die Richter geirrt hätten, ihre Anwälte Fehler gemacht haben, die Polizei eine Situation falsch verstanden hat. Aber sie selbst, sie haben ein reines Gewissen.

Und diese Erzählung ist mir heute wieder eingefallen, als ich die beschwichtigenden Worte muslimischer Prediger las, die den ganzen Ärger mit den läppischen, dummen Karikaturen angeheizt haben. Ich musste aber auch daran denken, als ich das Lamento einer islamfeindlichen, angeblichen Freundin Israels las, der man die Website wegen eines mutmasslichen Gesetzesverstosses ausgeknipst hat. Und ich musste daran beim Gejammer von ein paar notorischen rechten Spammern denken, die jetzt ihrerseits gespamt werden. Und wenn ein paar Durchgeknallte in Dänemark ihrerseits muslimische Gebäude anstecken und Friedhöfe verwüsten, dann wird auch diese rechte Schl- l- l- Person das mit ihrem Hassbriefen nicht gewollt haben.

Überall das gleiche. Jeder von denen sollte sich besser Bücher von Keret kaufen und drin lesen - und solange einfach mal die Klappe halten.

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Montag, 13. Februar 2006

Programmvorschau: Im Mai Krieg im Iran
Oh, ich würde nicht sagen, dass es schon sicher ist. Aber es ist der Zeitpunkt, der am wahrscheinlichsten ist.

Vielleicht eine Vorbemerkung zu meiner Position: Ich gehöre nicht zu denen, die glauben, dass man Aufklärung nicht herbeibomben kann. Kann man durchaus, Deutschland, Österreich, Rumänien und einige andere Verlierer des zweiten Weltkriegs sind wunderbare Beispiele dafür, dass Wellingtons und B-17 mitunter mehr vermögen als Bücher und Talkshows. Ich weiss, dass diese Meinung mitunter nicht gern gehört wird, aber meine individuelle Lage ist so, dass meine banale Existenz durch alliierte Bomben und Granaten ermöglicht wurde. Hätte Bomber-Harris 1942 gesagt, ne, die Deutschen lassen wir erst mal eine Weile in Russland ausbluten, wir regenerieren uns, dann hätte es in meiner Familie auf dem Kontinent niemand überlebt.

Was den Iran angeht: Ich glaube nicht, dass die ihr Uran wirklich nur friedlich nutzen wollen. Die Macht strebt nun mal nach A-Bomben, unabhängig von moralischer Legitimität. Und natürlich will ich im Iran keine Atombombe wissen. In Israel - schon weitaus eher. Ja, auch keine bequeme Haltung, so sue me.

Kommen wir also zur Frage, wie man den Machthabern im Iran die Chance auf eine Atombombe nehmen soll. Prinzipiell gibt es drei Möglichkeiten: Entweder man zerstört die Infrastruktur zum Bau der Bombe. Oder man zerstört die, die die Bombe wollen. Oder man zerstört die Infrastruktur und die, die die Bombe wollen. So richtig sinnvoll aus Sicht des Angreifers ist eigentlich nur die dritte Variante. Wenn eines der beiden Ziele nicht erreicht wird, hat man zumindest etwas erreicht. Und nur mit einer toten Führung kann der Angreifer sicher sein, dass der Gegner erst mal andere Probleme hat, bevor er zurückschlägt - und die USA und der Iran sind im Irak praktisch Nachbarn, und der Iran hat einen grossen Einfluss auf die Schiiten im Süden. Da ginge so einiges. Also, wenn Militärschlag, dann das ganze Programm.

Warum im Mai? Nun, eine schönere Steilvorlage als die, die der iranische Präsident gerade liefert, kann man schon nicht mehr bekommen. Da ist alles dabei, was man zur Rechtfertigung braucht. Er will Israel vernichten, er will Mittelstreckenraketen, er will Urananreicherung. Er macht gerade ganze Abteilungen der CIA arbeitslos. Besser kann es nicht mehr werden, man muss also nicht lange warten. Eben nur noch drei Monate.

Denn drei Monate dauert es, bis der Irak eine ausreichend gefestigte Despotie ist, in der die eigenen Leute dafür sorgen, dass alles schön ruhig bleibt. In drei Monaten könnte man also Teile der Truppen im Irak abziehen und woanders hin verlegen - schon im Februar werden 10% der amerikanischen Truppen heim geholt. Sprich, da sind inzwischen die notwendigen Kapazitäten frei - nicht für einen Einmarsch in den Iran, aber zur Absicherung für gezielte Angriffe.

Wenn man es nicht im Mai machen würde, kommt man in eine schwierige Lage: So ein Krieg kostet richtig viel Geld, vor allem bei der Logistik. Würde man die Truppen erst reduzieren und dann wieder in die Region verlegen, würde es weitaus teurer als die 5 bis 6 Milliarden, die der Spass im Irak gerade pro Monat kostet. Es ist einfach nur sinnvoll und wirtschaftlich, die vorhandenen Strukturen weiter zu nutzen, Nur das garantiert einen vergleichsweise kostenneutralen Krieg.

Weil es ohnehin teuer wird. Denn der Benzinpreis wird schneller steigen als die erste Cruise Missile auf dem Weg nach Teheran. Deshalb sollte man diesen Kreig durchführen, wenn der Energieverbrauch niedrig ist - sonst siegt sich der Westen wirtschaftlich zu Tode. Wenn alles "gut" geht, ist der Ölpreis im nächsten Winter wieder auf Normalstand.

Klingt das böse? Tut mir leid, meine Tätigkeit bringt es mit sich, dass man zu oft mit Leuten redet, die in dem Metier zuhause sind. Die ticken nun mal so, ob man es mag oder nicht. Man muss es nicht gut finden, gerade in der Frage von Leben und Tod, von Krieg und Frieden kann und darf es nicht nur die Vernunft der Militärs geben. Aber in diesem Fall sind die Würfel gefallen. Kann sein, dass es mittelfristig ein paar Probleme zeitlich nach hinten schiebt. Ob es Israel viel bringt, wage ich zu bezweifeln, denn auch ein Krieg der USA garantiert keinen Friedensprozess für Israel, wie man im Irak gerade sehen kann.

Was ich selbst davon halte - keine Ahnung. ich bin, was den nahen Osten angeht, sowieso Pessimist. ich werde sicher nicht für die Mullahs demonstrieren, aber auch nicht grinsen, wenn es so weit ist.
Wenn dieses Arschloch in Teheran doch die blöde Fresse gehalten und über Windkraft nachgedacht hätte, sorry, aber es ist einfach so...

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Sonntag, 12. Februar 2006

Darf ich mal was sagen?
Jetzt, nachdem das Gerede um die Mohammed-Karikaturen in den normalen Medien vorbei ist - schliesslich haben der Spiegel und andere ihre reisserischen Nummern unters Volk gebracht - melden sich gerade in Europa eine Reihe von Leuten zu Wort, die sich vielleicht "liberal", "aufgklärt" und "prowestlich" nennen, aber anhand ihrer Vita problemlos im klassischen rechts-links-Schema am rechten Rand zu verorten sind. Das gefällt denen nicht, ich mache es trotzdem.

Ich habe auch einen guten Grund. Denn deren Argumente - Kapitulation vor "den" Muslimen, Aufgabe "der" westlichen Prinzipien, Niederlage "der" Aufklärung, Scheitern "der" Integration klingen so vertraut, so altbekannt, so ekelhaft nach dem, was zwischen 1800 und 1933 an Argumenten gegen die jüdische Assimilation vorgetragen wurde. Man vergisst diesen "intellektuellen" Antisemitismus gerne, der sich problemlos an den deutschen Geisteshelden festmachen liesse. Ob nun Goethe, Hegel, Fichte oder Richard Wagner bis hin zum Staatsrechtler Carl Schmitt - sie alle haben diese Debatte mit genau diesen Argumenten schon mal vorgelebt. Man redet heutzutage lieber über Hitler, den Stürmer und Vernichtungslager, weil die diese Debatte in ihrem Höhepunkt, teilweise auch, zugegeben, in ihrer Pervertierung abbilden, aber das darf nicht den Blick auf die Vordenker verstellen, die zu ihrer Zeit den Einfluss hatten, den heutigentags die konservativen Medien und ihre rechtslastigen Ausleger gerne hätten. Ich erspare der Leserschaft jetzt Namen, aber wer die Blogbemühungen der Zeit, des Tagesspiegels und der Welt kennt, weiss wovon ich rede.

Ich möchte da niemanden gleichsetzen, zumal es die heutigen Vordenker keinesfalls mt den oben genannten Vorläufern aufnehmen können - ein gekaufter Kopist amerikanischer Neocon-Thesen ist immer noch meilenweit von einem von Zweifeln zerfressenen, unsicheren Fichte oder einem scharfsinnigen Hegel entfernt. Aber was wir hinter dem Geschrei sehen, ist eine Verzerrung der Realität, die so vertraut ist, dass es mir persönlich den Magen zusammenkrampft - ohne dass es eine Übertreibung wäre. Es kotzt mich an.

Denn dahinter sehen wir ein Bild des Muslims, der genauso böse, abstossend und inkampatibel zu "uns" gezeichnet wird, wie es mit den Juden während der gesamten Haskala (die innerjüdische Aufklärung) und der Assimilation gemacht wurde. Diese Angriffe negieren völlig die Umwälzungen und Veränderungen in der Welt, die sich in den letzten 60 Jahren ereignet haben. Weite Teile der arabischen Welt wurden im Eiltempo in eine Entwicklung gepresst, die in Europa nicht ohne zwei Weltkriege und einige Völkermorde und Vernichtung bestimmter Gruppen abging. Angesichts der enormen Veränderungen und der - hierzulande unvorstellbaren - sozialen Verwerfungen muss man den Muslimen zugestehen, dass sie das alles vergleichsweise gut überstanden haben. Das macht keine Hisbollah, keine Hamas, keinen afghanischen Warlord, keinen syrischen Folterer und keinen al-Quaida-Ausbilder auch nur einen Jota besser. Aber "die" Muslime sind einen weiten Weg in kurzer Zeit gegangen. Das sollte man im Westen zur Kenntnis nehmen. Und mal Reiseberichte aus dem osmanischen Reich um 1900 lesen, danach versteht man vielleicht den Sprung vom, europäisch gesagt, hohen Mittelalter in die globale Jetztzeit.

Und da ist es enorm kontraproduktiv, wenn jetzt die altbekannten Hasser und Hetzer, die islamophob angepinselten Rassisten beginnen, den Islam auf ein paar Sätze im Koran zu reduzieren und zu argumentieren, dass die Muslime mal wieder vor den Toren Wiens stehen. Da wird ein Schreckgespent aufgebaut, ein Popanz beschworen, die der Überprüfung in der Realität - bei allen Problemen und schrecklichen Geschichten - einfach nicht standhalten. Wenn sich einer mal die Mühe machen würde, mit wirklich gläubigen Muslimen zu reden, dann kennt man deren Probleme: Dass ihre Kinder nicht mehr in die Moschee gehen, dass sie nicht mehr beten, wie es vorgeschrieben ist, dass sie eigentlich keine Muslime mehr sind - kurz, das kennt man auch vom bayerischen Kaff und den jüdischen Gemeinden. Es gibt auch die andere Entwicklung, die sich in die Extreme flüchtet, aber das sind kleine Minderheiten, gegen die man sich wappnen muss. Es gibt viele Bereiche, in denen man Grenzen aufzeigen muss.

Aber wer den Blick auf die Extreme reduziert und alle, die es nicht tun, als "Appeaser" diffamiert, ist im Kern nichts anderes als eine Person, die die Denkschemata der christlichen, westlichen Abwehr gegen das Judentum wiederholt. Wer Fichtes System eines "Antisemitismus der Vernunft" kennt, erkennt sofort die Strukturen dieses rechten Packs. Wer das Bild des Juden in der "Gartenlaube" kennt, kennt die heutige Propaganda. Natürlich zeichnet man heute eher selten im Stil der antisemitischen Karikaturen vor 100 Jahren, aber man bringt Bilder von schreienden Extremisten. Dieser Ausschnitt der Realität ist ebenso ehrlich wie die frühere Behauptung, es würden doch tatsächlich auch solche "Kaftanjuden" mit grossen Nasen und wulstigen Lippen rumlaufen. Es ist formal richtig, innerhalb des Gedankenbildes des Hasses, aber es lügt sich an der Realität vorbei.

Was bleibt, ist der immer gleiche Kampf zwischen Verständnis und Ablehung, zwischen denen, die hassen und das rationalisieren wollen, und denen, die rational handeln. Es ist eine unvermeidliche Auseinandersetzung in einer Welt, in der man in drei Stunden von einer Kultur zur nächsten fliegen kann. Es ist ein Zweifrontenkrieg gegen die Hasser auf beiden Seiten. Aber es ist ein Krieg, den sie verlieren werden, solange die Mehrheit ihren Kopf benutzt und das Geplärre, da so alt ist wie die Dummheit, als das betrachtet, was es ist: Das, was für die Aufklärung überwunden werden muss.

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Samstag, 11. Februar 2006

Endlich.
Als wir dieses Blog konzipiert haben, gab es bei der Gemeinde ziemliche Bedenken, ob man das einfach so machen könnte - ohne zusätzliche Sicherheit gegen Angriffe, mit offenen Kommentaren, mit normaler Email. Weil es ja sicher all die Irren anzieht, mit denen man es so zu tun hat.

Die Befürchtungen waren, abgesehen von 2 etwas blöden Emails, ein paar gelöschten Kommentaren und einigen absurd dummen Verlinkern aus der rechtslibaralen bis braunen Neoconazi-Szene, völlig überzogen. Bis heute.

Heute Nacht um 4.19 Uhr kam, so wie sie geschrieben war, eine Mail eines besoffenen Rechtsextremisten, der Hohmann schätzt und die Junge Freiheit für liberal hält. Dazu eine Menge Gestammel, und natürlich zu feige, seinen Namen zu nennen. Manchmal hat man beim Bloggen ja so ein Tief, mir ging das während der zweiten Hälfte 2005 so. Aber wenn sich dann solche Cretins so aufregen können, um diese Urzeit und mit solchem Gegeifer, dann weiss man wieder, warum man das alles tut. Warum es sinnvoll ist. Und hey - das macht Spass!

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Donnerstag, 9. Februar 2006

Rechter Blondenwitz oder der Dank der rechten Solidarität
HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAAA! HAHAhehehehAHaha, Haha, hehe, grrrmmpflhihihihhaHAHAHA HAHAHAgchlllm Hihihihhi, also, der Pipi, HAHAHAHAHA, also nein, diese Deppen,HAHAHAHA, höhöhöhöhö, aua mein Bauch, diese solidarischen Bilderdiebe hahaHAHAHAHA, die geldgeilen Dänen sind ja sowas von GEILHIHIHIHI...

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Rechts hetzen - für Naom Chomsky werben
Zugegeben: ich mag das Werk von Naom Chomsky nicht. Es muffelt dogmatisch, rechthaberisch und dogmatisch. Dem Mann fehlt der jüdische Humor, der hat kein richtiges Gefühl für Ironie und Witz. Was er politisch sagt, mag seine Berechtigung haben - ich jedenfalls habe aufgehört, ihn zu lesen.

Um so lustiger, dass jetzt ausgerechnet auf dem Blog rechtslastiger Autoren - darunter auch der Hohmann-Unterstützer Stefan Herre - Politically "Incontinent" ;-) - mehr über die Wirkung und Aussagen hier - Werbung für einen Mann gemacht wird, der das genaue Gegenteil ihrer politischen Überzeugungen ist:



Höhö. Was man so hört, soll es übrigens für dieses Blog Unterstützung von einem Journalisten geben, der auch bei Honestly Concerned beteiligt ist - mehr dazu bald hier, denke ich.

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Mittwoch, 8. Februar 2006

Die Freiheit der Jyllands-Posten war nie meine Freiheit
Spätestens jetzt erweisen sich die kritischen Reaktionen der Juden in Europa als absolut richtig - von wenigen Ausnahmen abgesehen, haben die meisten bei der Jllands-Posten den braunen Braten gerochen. Denn um den Iranern zu belegen, dass es in Europa Meinungsfreiheit gibt, hat sich der Kulturredakteur der Zeitung grundsätzlich bereit erklärt, den Abdruck der Karikaturen eines Wettbewerbs mit Holocaust-Witzen im Iran in Erwägung zu ziehen.

Das wird inzwischen vom Chefredakteur dementiert - aber das zeigt in etwa, mit was für Leuten man es da zu tun hat. Niemand, mit dem man in einem Boot sitzen will. Wenn man nicht aus deren rechter Ecke kommt. Kein Wunder, dass der Scum of Blogosphere die so toll fand. Da kam zusammen, was zusammen gehört.

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Kulturkampf? Bitteschön.
Ich finde es prima, dass die "Junge Freiheit" aus der Leipziger Buchmesse rausgeschmissen wird. Ich habe damit überhaupt kein Problem, es hat auch nichts mit einem Eingriff in die Meinungsfreiheit zu tun. Niemand muss sowas auf seiner Veranstaltung hinnehmen. Und über die Befürworter kann ich nur sagen: Peinlich.

Bin ich jetzt ein Extemist?

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Noch eine jüdische Stimme zu den Karikaturen?
Offensichtlich sind Leute wie der bei gewissen rechten Bloggern sehr beliebte und gern zitierte Henryk Broder nicht mehr als eine kleine, lautstarke Minderheit innerhalb des Judentums- der Zentralrat der Juden jedenfalls nimmt sich auch auf eine unaufgeregte Art und Weise des Themas an, die man nur begrüssen kann:

"Statt schulmeisterlicher Belehrungen über die westlichen Prinzipien der Meinungs- und Pressefreiheit, wäre mehr Sensibilität für die religiösen Gefühle der muslimischen Religionsgemeinschaft angebracht“, bekräftigt Spiegel.

„Nicht alles, was als Meinung rechtlich geschützt wird, ist moralisch und ethisch vertretbar. Die - gar nicht hoch genug zu schätzende - Meinungsfreiheit hat da ihre Grenzen, wo die Menschenwürde - und dazu gehört auch die Würde von Muslimen und ihrer Religion - verletzt wird“, betont der Präsident des Zentralrats.

„Ohne Frage sind die gewalttätigen Ausschreitungen durch nichts zu rechtfertigen, aber man würde den an einer Eskalation der Situation offensichtlich interessierten Islamisten leichtfertig in die Hände spielen, würde man hierfür die Gesamtheit der Muslime in Haftung nehmen. Es gibt keine Kollektivhaftung!

Gleichwohl sollte sich die abendländische Kulturgemeinschaft davor hüten, die eigenen freiheitlichen Grundwerte und Traditionen im Angesicht von gewalttätigen Demonstranten leichtfertig aufzugeben. Selbstbewusstsein ohne Arroganz einerseits und verständnisvolle Hilfe bei einem Transformations- und Modernisierungsprozess einer der ältesten Religionen der Menschheit andererseits, sind keine Gegensätze, sondern können durchaus zwei Seiten ein und derselben Medaille sein.


Nachdem einschlägig bekannten rechtsextremen Blogs in den letzten Tagen wegen solcher Äusserungen schon begonnen haben, die europäische Rabbinerkonferenz anzugreifen, wäre es jetzt interessant zu wissen, was sie über den Zentralrat sagen. Bei Paul Spiegel wird es vielleicht etwas schwer, ihn - wie geschehen - als Teil einer Front der Freiheitsfeinde zu sehen. Vielleicht gibt es dort auch Angriffe wie "Appeaser", Muslimversteher", "Gutmensch", oder was sonst so aus der Ecke der ansonsten selbsternannten Israelfreunde kommt?

Kratze am Philosemiten, und Du findest immer etwas, weshalb Dir das Frühstück hochkommt.

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