Montag, 2. Oktober 2006

Angeekelt
in einem Land leben zu müssen, in dem man die Betroffenheits- und Judaistikdünkelaurorin Katharina Hacker mit einem nach dem Land benannten Buchpreis ehrt. Den Juroren möchte man ein Mahl aus Birkenstockfusskäse und Philosemitenschleimsosse vorsetzen. Jeden Tag, bis nächstes Jahr. Wer solches Geschreibsel mag, wird dieses Essen geniessen.

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Mittwoch, 3. Mai 2006

Soeben
ist Rafael Seligmann bei mir auf der Liste der unerträglichen Dummschätzer gelandet. Von dem kommt mir kein Ton mehr in die Sendung. Wer noch nicht mal bis zur Beerdigung warten kann, einen Nachfolger von Paul Spiegel auszurufen, und dann noch den Michel Friedman - erfolglosen Moderator, erfolglosen Schriftsteller und Koks-Affairler - dafür als "natürlicher Repräsentant der deutschen Juden" bezeichnet -

glaubt der denn im Ernst, die hiesigen Juden bräuchten so einen schamlosen Selbstpromoter als Repräsentant? Nur weil Seligmann manche charakterliche Ähnlichkeit - Beispiel schlechte Bücher und miese Moderation - mit Friedman hat?

Ich könnte kotzen. Bloss gut, dass Seligmann noch nicht mal in seinem Berliner Gemeindeladen was zu melden hat.

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Samstag, 18. Februar 2006

Der angebliche Freund Israels in Bett mit der Faschistenbraut
Uh-oh, das wird Abe Foxman, den Chef der Anti Defamation Legue aber gar nicht gefallen: Der von der ADL auf seine Initiative hin für seine Israelfreundschaft so hoch ausgezeichnete Silvio Berlusconi geht ein Wahlbündnis mit der rechtsradikalen Partei der Enkelin des Duce Alessandra Mussolini ein. Die ja eigentlich erst mit dem Lager Silvio Mussoli Berlusconis gebrochen hatte, als der Boss der Neofaschisten in Israel Abbitte für die Judenverfolgung während des Faschismus leistete.

So traurig das ist, ein klein wenig Schadenfreude kann man sich kaum verkneifen: Wegen einiger unsäglicher Äusserungen wie dem "KZ-Wärter"-Vergleich hatten sich jüdische Verbände aus Europa gerade auf Berlusconi eingeschossen, da kam Foxman als Deus ex Machina und verkündete der Welt, wie toll der Italiener doch sein. Das war feinste argumentative Meuchelarbeit für den Italiener, manchem hier blieb ob dieser Dreistigkeit der Mund offen stehen. Seitdem ist es für die ADL in Europa nicht wirklich leichter geworden. Und jetzt dürfen sich alle bestätigt fühlen, die Foxman schon länger auf dem falschen Kurs vermuten.

Man könnte jetzt sagen, dass der Medienduce momentan sein wahres Gesicht zeigt, aber - ich denke, der hat sowas gar nicht. Der Mann tut alles, um an der Macht zu bleiben und nicht in den Knast zu wandern. Warum also kein Bündnis mit dem braunen Sumpf, machen andere in Europa doch auch, Schüssel mit dem Haider, die CDU und FDP in Deutschland mit den NeocoNazis, um gewissen Leuten den Begriff mal wieder in Erinnerung zu rufen. Forderungen wie "Ein paar Monate Zwangsarbeit für das Gesindel wäre doch wohl das Mindeste. " oder Bezeichnungen wie "Vogelscheuchen" für Muslime kommen schliesslich nicht nur aus Italiens Lega Nord oder Alternativa Sociale, sondern hier von deutschen Webseiten, unter anderem von einem FDP-Mandatsträger aus Baden-Württemberg. (Danke für die Info an das Team vom שירות ביטחון כללי für Neocons)

Aber ob ihm die Enkelin des Diktators noch helfen kann, ist eine andere Frage, denn ausserhalb der Politik bricht der Frühling an, und da beginnen manche Vögel zu singen. Unter anderem hört man auch das Krächzen eines Galgenvogels, und der teilt nun mit, dass er für eine nette Aussage zugunsten Berlusconis 600.000 Dollar bekommen hat. Es geht um die mutmassliche Bestechung beim Zusammenraffen von Silvios Imperium. Und die Aussage ist ein gar nicht so unwichtiger Stein in der Mauer, die in Mailand von den Staatsanwälten langsam um den Glotzenduce und seine Famiglia errichtet wird.

Manche sagen ja, dass Israel sich seine Freunde nicht aussuchen kann. In dem Fall wäre es aber durchaus sinnvoll gewesen, den Mann konsequent bei all seiner Heuchelei zu schneiden. Wenn man nicht aufpasst, ist man irgendwann nichts anderes als ein billiges Alibi für einen ganz gewöhnlichen Verbrecher.

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Freitag, 17. Februar 2006

Shabbat Shalom - mit Nation Building, Terror und Todesschwadronen
In meiner Zeit als Auslandskorrespondent in Berlin wurde ich nach kurzem Beschnuppern Gast bei einigen regelmässigen Treffen, die man gerne als "Think Tanks" beeichnet. Nachdem ich aber auch die amerikanischen und britischen Vorbilder kenne, halte ich diese Beschreibung für ähnlich überzogen wie den beliebten "MBA" der Betriebswirtschaftler, der angeblich jetzt auch in Deutschland angeboten wird: Eine Worthülse, der jede Tradition und jedes Verständnis des Inhalts abgeht.

Eines dieser Treffen, monatlich abgehalten unter den Linden, hatte sich auf transatlantische Arbeit gegen den Terror spezialisiert. Unabhängig von den Wechseln der Tagespolitik trafen hier deutsche und amerikanische Politiker und "Execs" zu Hintergrundgesprächen aufeinander, vom Journalisten über Politikberater und Wissenschaftler bishin zu den Entscheidungsträgern der Ministerien und Botschaften. Und unabhängig von den geopolitischen Übereugungen war man sich einig, dass das zentrale Ziel gerade im Irak mit seiner grossen Bedeutung als potentielles Vorbild für den Nahen und Mittleren Osten das Nation Building sein muss. In etwa so, wie es in Deutschland nach dem Nationalsozialismus gelungen war. Das war die Aufgabe, und es herrschte Zuversicht, dass die Amerikaner es auch diesmal packen.

Die amerikanische Seite präsentierte dabei gerne - bis zur Selbstaufopferung, wenn es um die "dirty Jobs" ging - die Arbeit der irakischen Polizei als Rückgrat einer neuen, besseren Gesellschaft in schwierigen Zeiten. Tatsächlich taucht die irakische Polizei kaum in den Medien auf, es sei denn, sie wird angegriffen, oder sie unterstützt die Amerikaner mit kleineren Aktionen wie Absperrungen. Alle kritischen Fragen wegen der recht kurzen Ausbildungszeit und der fraglichen staatsrechtlichen Gesinnung wich man aus, Probleme seien allein logistischer Natur. Der an sich bekannte Umstand, dass im Irak Leute verschwinden und irgendwo tot und gefoltert aufgefunden werden, wurde mit lokalen Bandenkriegen, ethnischen Differenzen und Kriminellen begründet.

So wie es ausschaut, haben sich die Amerikaner was in die Tasche gelogen, die von ihnen ausgebildeten Polizisten stehen hinter irakischen Todesschwadronen, die in der sunnitischen Bevölkerung für Angst und Schrecken sorgen. An einer Strassensperre wurde eine Gruppe erwischt, die einen Sunniten "hinrichten" wollte, ohne Prozess und Urteil. Das waren Leute, die mutmasslich die Ausbildung durch Amerikaner hinter sich hatten, inklusive Unterweisung in Menschenrechten.

Wenn das Nation Building so ausieht, dann wird der Irak nach dem Abzug der Amerikaner in einen Bürgerkrieg rutschen, der leicht die Ausmasse von Somalia oder Afghanistan vor den Taliban übertreffen kann. Wenn das Rückgrat der neuen Geselllschaft auch nur zu kleinen Teilen bereit ist, derartige Schwadronen zu bilden, wird es keinen Rechtsstaat geben, sondern nur eine Fortsetzung des Terrors unter Hussein mit anderen Namen, aber gleichen Mitteln, und mutmasslich schiitischen Auftraggebern, und eventuell mit Hintermännern im Iran. Für die Amerikaner wäre das der absolute Alptraum - sage nicht ist, sondern die Leute, die von den Amerikanern in den Think Tank geschickt wurden.

Und eigennützig gesagt: Wenn das die herrschenden Zustände im Irak bleiben, kann man sich jeden Friedensvertrag mit Israel abschminken. Dann entseht dort ein neuer Hort des Terrorismus, geboren aus fehlender Rechtsstaatlichkeit, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis dann wieder der Sündenbock Israel für jede Form von Propaganda herhalten muss. Abgesehen davon, dass ein Vertrag mit einem derartigen Regime, das schon in seiner jetigen Form locker die "Standards" von Syrien erreicht, immer ein unsicherer Partner bleiben wird.

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Donnerstag, 16. Februar 2006

Berlin: RV-Prsident Julius Schoeps zurückgetreten
Im ewigen Konflikt der Berliner Gemeinde hat Julius Schoeps das Handtuch als Vorsitzender der Repräsentantenversammlung geworfen. Eigentlich keine Überraschung. Damit ist die Gemeinde komplett in "russischer" Hand, genauer, in der Hand des Kreises um den Personalreferenten Arkadi Schneidermann. Manche werden sagen: Damit ist die Gemeinde unter die Räuber gefallen.

Vermutlich wird jetzt wieder der Ruf nach einer Konkurrenzgründung laut. Wäre vielleicht nicht das Dümmste. Und vielleicht sollte man auch überlegen, ob man derartig kaputten, zerstrittenen Läden wie der Gemeinde Berlin wirklich noch das Privileg einer Körperschaft des öffentlichen Rechts gewährt. Solange sich jeder hinter dieser Rechtsform verstecken kann und seinen Trieben freien Lauf lässt, fehlt das disziplinierende Element. Man muss ja nicht immer zuwarten, bis sich eine Gemeinde mit Nepotismus in die Pleite gewirtschaftet hat.

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Donnerstag, 9. Februar 2006

Rechter Blondenwitz oder der Dank der rechten Solidarität
HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAAA! HAHAhehehehAHaha, Haha, hehe, grrrmmpflhihihihhaHAHAHA HAHAHAgchlllm Hihihihhi, also, der Pipi, HAHAHAHAHA, also nein, diese Deppen,HAHAHAHA, höhöhöhöhö, aua mein Bauch, diese solidarischen Bilderdiebe hahaHAHAHAHA, die geldgeilen Dänen sind ja sowas von GEILHIHIHIHI...

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Mittwoch, 8. Februar 2006

Die Freiheit der Jyllands-Posten war nie meine Freiheit
Spätestens jetzt erweisen sich die kritischen Reaktionen der Juden in Europa als absolut richtig - von wenigen Ausnahmen abgesehen, haben die meisten bei der Jllands-Posten den braunen Braten gerochen. Denn um den Iranern zu belegen, dass es in Europa Meinungsfreiheit gibt, hat sich der Kulturredakteur der Zeitung grundsätzlich bereit erklärt, den Abdruck der Karikaturen eines Wettbewerbs mit Holocaust-Witzen im Iran in Erwägung zu ziehen.

Das wird inzwischen vom Chefredakteur dementiert - aber das zeigt in etwa, mit was für Leuten man es da zu tun hat. Niemand, mit dem man in einem Boot sitzen will. Wenn man nicht aus deren rechter Ecke kommt. Kein Wunder, dass der Scum of Blogosphere die so toll fand. Da kam zusammen, was zusammen gehört.

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Dienstag, 7. Februar 2006

Realsatire, irgendwo
Im ersten Moment dachte ich, da wurde der Newsletter von Honestly Concerned, einer Media Watch Group aus Frankfurt gehackt - aber es ist wohl ernst gemeint. Wenn ich beim gehackten Hagalil wäre, dann würde mich das hier aber sowas von ankotzen:

"Mal wieder ein Gewinnspiel... dieses Mal für Fans der der Mega Gruppe „Genesis". Ray Wilson & Band: Der ex-Sänger von Genesis wartet mit akustischen Leckerbissen von Genesis, Stiltskin und eigenen Songs auf - with a little help from Second’s Out

Mittwoch, 8. Februar 2006 21:00 Uhr - CoXXX-Saal, XXXmarkt 19, 63XXX Aschaffenburg
Wir verlosen heute 3x2 Stehplatzkarten. Kartenhotline: Tel.: (06021) 2XXXX9 info@coXXX-saal.de w ww.coXXX-saal.de

Frage: Welche Jüdische Website verschwand über Nacht aufgrund eines Hackerangriffs aus dem Internet und wurde vollständig gelöscht?
Lösung bitte bis zum 6.02.06 12:00 Uhr an Gewinnspiel @ Honestly-Concerned. org mailen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen."


Und was kommt morgen? Markieren Sie die Orte palästiensischer Terrorangriffe auf einer Karte von Tel Aviv und gewinnen Sie 2 Wochen Urlaub auf Jamaica? Manchmal frage ich mich wirklich, ob die noch mal nachdenken, bevor sie was schreiben.

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Freitag, 3. Februar 2006

Scum of Blogosphere
findet sich bei myblog.de: Da sind Mordaufrufe offensichtlich hinnehmbar. Weil der andere eine andere Meinung hat, und der Bloghoster das nicht so problematisch sieht. Die laut Impressum Verantwortlichen Stefan Herre und "Ralph" propagieren die Teilnahme an Pro-Israel-Demos. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Dass besagtes Blog bei myblog.de momentan das Bild einer Schlange in Form eines Davidsterns bringt, ist auch nochmal so eine Sache, die erwähnt werden sollte. Wie auch der Umstand, dass Stefan Herre auf seiner privaten Homepage die "Tätervolk"-Rede von Herrn Hohmann verbreitet.

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Dienstag, 31. Januar 2006

Boykott
Ich boykottiere McDonalds, Fleisch generell, ich kaufe bewusst nicht bei Firmen, die Tierversuche als Bagatelle abtun, ich boykottiere auch Kleiderläden und Firmen, die unter unmenschlichen bedingungen produzieren lassen, ich kaufe keine Bücher (mehr) von Broder und Richard Perle, und ich mache einen Bogen um Falafelläden im Wedding, die mir zu offensiv die Palästinaflagge im Fenster haben.

Insofern tue ich mich jetzt etwas schwer mit dem Anklagen, wenn die Muslime jetzt die Zeitschrift "Jyllands-Posten" boykottieren. Ich kann es auch noch irgendwo verstehen, wenn sie genervt sind von der etwas pampigen Haltung der Dänen, die diese nicht muslimfreundlichen Karikaturen in Ordnung finden - man sollte vielleicht berücksichtigen, dass auch eine Menge jüdischer Organisationen über derartige Karikaturen schon ganz schön heftige Kampagnen gefahren haben, Honestly Concerned etwa. Und es ist immer noch etwas anderes, ob man jetzt einem Typen wie mir eine grosse Nase ins Geicht malt, oder den Religionsstifter eine Bombe auf den Kopf setzt. Es ist also das gute Recht der arabischen Welt, mit ihren Kaufentscheidungen ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen, das ist einigermassen modern, und es ist Marktwirtschaft.

Aber alles andere, das Stürmen, das Hacken, die Militanten auf beiden Seiten, das ist nun wirklich nicht mehr in Ordnung. Da ist etwas eskaliert, da werden Süppchen gekocht, da kommt der Drall von der falschen Seite.

Ich mein, es reicht doch schon, was an Streit da ist. Da muss man doch jetzt nicht alle Fehler des nahostkonflikt wiederholen. Und mit Religionen kann man sich auch auseinandersetzen, ohne gleich die Axt an die Religionsgründer zu legen.

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