Freitag, 5. Dezember 2003

Shabbat Shalom
In Israel gibt es ein Institut, das selbsteinschaltende Lichter und automatisch kochende Herde für den Shabbat erfindet. Damit man getreu der ultraorthodoxen Auffassung der Religionsgesetze die Ruhe am Shabbat nicht unterbrechen muss.

In Deutschland, genauer gesagt in meiner Wohnung, gibt es einen 17´´ Monitor, der sich gerade zum Shabbatanfang definitiv automatisch ausschaltet, nachdem er die letzten Wochen über schon so komische Sachen gemacht hat. Und mir eine erzwungene Shabbatruhe bescheren würde, wenn ich nicht a) noch einen Laptop und b) dringend was zu tun hätte.

Zum Beispiel losfahren und einen neuen Monitor kaufen. Argh.

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Orange hilft
Angeblich macht orange agressiv. Kann ich nicht bestätigen. Unser DJ-CD-Player hat ein wunderbar ruhiges Display in Orange.



Und ich habe auch noch eine wunderbar orange CD dafür. Smoke City singen über Mr. Gorgeus. aiaiaiaiaiaijj-aj. Yeah. Schon besser. Dazu Orange Broken Pekoe. Und den Bildschirmhintergrund bei Wavelab auf Orange gestellt. Besser. Viel besser.

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Sturm vor der Shabatt-Ruhe
Wazooiiing, macht das Leben. Interviewpartner 1 lässt seit 3 Tagen Termine platzen. Dabei ist er Journalist und sollte wissen, wie mies sowas ist. Interviewpartner 2 ist seit 22 Stunden belegt. Wenigstens habe ich jetzt seine Handynummer und kann ihn da aufstöbern. Interviewpartner 3 hatte gestern Party und ist gerade komatös im Bett - an der US-Ostküste. Kann noch dauern. Falls der Wodka von ihr weggeht, wird es trotzdem eine nette Geschichte.

Und dann ist da nach jemand und sagt: Überraschung! Nein, nicht das Mädchen, auf dessen Überraschungsbesuch man immer wartet, während im Hintergrund ein Saxophon säuselt. Eher eine Überraschung, die die nächste Woche in Zahnstocher zerdrischt.

Ich und meine grosse Klappe und dem sonnigen Gemüt. Zusammen sind wir unschlagbar, solange die Gegner 3 Köpfe kleiner und nicht älter als 7 Jahre sind, und am besten auch noch kurzsichtig und ihre Brille nicht dabeihaben.

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Feder und Schwert
Es hat doch noch geklappt: Das mehrfach verschobene Interview mit dem Sieger der Wahlen zur Repräsentantenversammlung der Berliner Gemeinde. Albert Meyer präsentierte sich nach dem Erdrutschsieg in bester Stimmung, auch wenn der gnadenlose Wahlkampf eine gewisse Verbitterung hinterlassen hat.

Eigentlich werfe ich nach solchen Interviews das Material der Recherche weg. Man sieht es sich in der Regel nie wieder an. Es ist inzwischen die 4. Wahl in Berlin, über die wir berichtet haben, immer die gleichen Streiereien, Anschuldigungen, vorgeschobenen Sachargumente. Weg mit dem Plunder. Aber diese Flugblätter...



...die waren in der Gemeindezeitschrift. Brutale, unehrliche Anschuldigungen unter der Gürtellinie, mit Betrugsvorwürfen und Diffamierungen. Das sind keine Hochglanzbroschüren wie bei Möllemann. Es ist billiges Papier, schlechtes Layout, eine geifernde Sprache. Keine Werbeagentur ist da drüber gegangen. Es sind die letzten Patronen in einem Kampf um die Macht in einer mit 13.000 Mitgliedern eher kleinen Gemeinde. Es ging nach hinten los. keiner der Unterzeichner hat es in die Repräsentanz geschafft.

Wer solche Pamphlete schreibt, wer zu diesen Mitteln greift, wer überhaupt nicht mehr versteht, wie verbittert und verzweifelt das draussen ankommt, wird nicht aufgeben. Ich hebe die Flugblätter auf. Was soll´s. Andere sammeln Schwerter oder Pistolen.

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Petie was here
und hat sehr schön eingesprochen. Petie ist eine echte Anchor Voice. Petie kann alles, seriös, nett, freundlich, böse, ironisch, zweideutig. Manchmal etwas dick aufgetragen, aber on Air immer auf den Punkt. Das klappt immer in 15 Minuten, wenn wir uns erst mal ausgequatscht haben.

Danach diskutieren wir eine Stunde lang über den Text und danach 2 Stunden über vieles. Meistens über Bücher, die wir irgendwann mal besprechen wollen, aber nie dazu kommen. Diesmal chancenlos: Arnon Grünbergs Roman Phantomschmerzen. Da tut uns schon der Titel weh.

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Donnerstag, 4. Dezember 2003

Haarscharf interkonfessionelles
Und dann war da noch der rote kleine Seat. Auf dem Heimweg nach München, auf der Potsdamer Strasse. Rechts vor mir. Hinter mir kam ein silberner Mercedes angerauscht. In diesem Moment geschah alles simultan.

Der Seat scherte aus, zog auf meine Spur und versuchte, sich noch schnell auf die Linksabbiegerspur zu drängeln. Falung Gong - Free the chinese Victims! - las ich auf einem winzigen Aufkleber, der auf dem Heck prangte. Eigentlich kann man das nur lesen, wenn man mit der Nase am Auto klebt.

Das Licht der Scheinwerfen des Dränglers hinter mir verblasste nach rechts. Er wollte rechts vorbei. Unterholen. In meinem Nacken dröhnte sein Motor. Egal. Sein Pech. Geradeaus nagle ich den schicksalsergeben Falung-Freund direkt in die Verkehrsinsel. Also Vollgas auch rüber.

Nur ein paar Zentimeter, und ich hätte dem Falungi den Po gepudert. Hinter mir schrien Reifen wie eine verdammte Seele. Dann brabbelte wieder was, und ein paar Sekunden später schoss der Mercedas hupend vorbei. Jetzt wieder links. Am Heck war ein Aufkleber: Jesus liebt Dich.

Auf meinem Wagen ist kein Aufkleber, von wegen: Do it da Uzi Style. Aber in Israel habe ich mir mal eine Panzerfahrerbrille gekauft; so ein altmodisches Ding aus Chromblech und echten Gläsern. Die hängt im Auto am Rückspiegel.

Ich berührte das kalte Metall und dachte, was für ein Gefühl es sein muss, in einem Panzer zu sitzen, und zu wissen, wie schnell so ein Mercedes mit Jesus liebt Dich Aufkleber ist. Schneller als ein Seat. Aber nur maximal 10% der Geschwindigkeit, mit der eine Granate das Kanonenrohr verlässt.

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"Kultur"-Radio
O mei. Die Zeit, das führende Brandbeschleunigungspapier der gutbürgerlichen Kachelöfen, regt sich ernsthaft über das Ende der Kulturradios auf. Oder über das, was sie dafür halten.

Dabei kann man durchaus auch die Frage stellen, wer diese Kultur eigentlich noch gehört hat. Wer zum Radio ging und genau diese eine, meistens irrwitzig teure und mit verrücktem Aufwand produzierte Egoshow einiger Redakteure rezipiert hat. Zum Beispiel das tränenreiche 24-Minuten-Feature über den Synagogenbau in Deutschland, aus dem so viel falsche Betroffenheit trieft wie aus der typischen Sonntagsrede eines Politikers - und sich die Macherin auf der anderen Seite nicht zu blöd ist, synagogale Musik als Musikbett unter O-Töne zu klatschen. Was der Typ da singt ist egal, solange es nur traurig klingt.

Oder die Kulturkommentare, in denen versucht wird, mit den Kollegen vom FAZ-Feuilleton zu konkurrieren, mit 10 Fremdwörtern und 5 Nebensätzen pro Satz. Oder Beiträge, die mit zeigefingrien Abschweifungen zur traurigen Lage der Kulturnation auf 12 Minuten gestreckt werden. Nur die Ähs schneidet man natürlich nicht aus den O-Tönen - da müsste man ja digital arbeiten, und so ein echter Kulturredakteur hat ja eine Aufnahmeleitung und einen Tekkie, die das alles auf schönem, alten Band machen.

Kost ja nur Gebühren. Man liegt jedes Jahr gut 10% über dem Etat, aber das haben die öffentlich-Rechtlichen irgendwie schon wieder reinbekommen. Wenn es darum ging, dass es vielleicht etwas hörerfreundlicher wird, brach immer der Untergang des Abendlandes an. Jingles oder ein einheitliches Sounding konnte man diesen Leuten nicht zumuten. Und sobald es ein paar zögerliche Reformen gibt, kommen die Kumpels von der Zeit und pisaen rum, bevor sie wieder ein hochspannendes Buch über die Lyrik des Biedermeier unter besonderer Berücksichtigung der Kulturkritik Heines bringen.

Heine würde heute wahrscheinlich FM4 hören. Salon Helga. Und Luna Luce. Und sich freuen, wenn ein paar von den Huch äh Hochkulturnasen mal das reale Leben der Gebührenzahler mitbekommen, auf den Fluren des Arbeitsamtes.

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Chanukka Hämmer I
Weihnachten ist ein recht besinnliches Fest. Unsere christlichen Mitbürger feiern ein Ereignis, das nach ihrer Interpretation "still" und "heilig" ist. Das ist ein Fluch für Gameproduzenten, Splattervideovertriebler und Krimiautoren jeder Coleur. Bei Gewalt und Sex gibt es immer noch eine gewisse Zurückhaltung.

Wir feiern in der gleichen Zeit dagegen Chanukka. Chanukka geht auf einen etwas anderen Anlass zurück; vor rund 2200 Jahren war Israel von den Syrern besetzt, die versuchten, die jüdische Relgion zu verbieten. Das war keine so gute Idee: Unter Judas Maccabäus (dt. der Hämmerer) erhob sich dieses raue, unzivilierte Völkchen der Hebräer und zeigt, was eine jüdische Harke ist. Am Ende vertrieben sie die Syrer und nahmen sie Jerusalem und den Tempel ein - und diese Rückeroberung ist der Anlass für Chanukka.

Insofern ist es weniger problematisch, wenn unter dem Chanukka-Leuchter etwas Härteres liegt. Da wäre zum Beispiel unser Beitrag zum B-Movie-Business: Kung Fu Jew. Haaa-i-Oy! Chackie chan einpacken, wenn Tzadik Yossi und Shazzam Shabazz Shabbat Shalom kommen. Sollte in keiner Videothek eines angehenden Kickbox-Stars fehlen, ist mit seinen Refernzen an das Talmudstudium aber auch ein Spass für die ganze Familie. Heute bestellt, ist der Streifen rechtzeitig zu Chanukka da.

Und wenn einen dann so ein fett krasser Typ in Rot vorm Woolworth anmacht, von wegen, ob man was haben will, oder auch noch sein Kumpel mit Rute kommt, dann kann man konkret die Martial Arts gleich anwanden. Ich schwör.

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Mittwoch, 3. Dezember 2003

Eigentlich
sollte ich jetzt mal langsam mit der Sendung ernsthaft anfangen. Immerhin flackern schon die Lichter am Mischpult, und es riecht nach warmer Audiotechnik. Der dezent violette Vintage-Equalizer, wo die Kabel sehr nah am Netzteil sind, hat ein ganz eigenes Aroma. Aber - es geht noch nicht. Deshalb:



Das ist ein Röhrenvorverstärker. Röhren waren lange Zeit out, weil sie empfindlich sind, und vorgeheizt werden müssen wie ein Backofen. 10 Minuten sollte man warten, dann klingen sie richtig gut. Fett. Mit diesem unnachahmlichen Vibrato, besonders, wenn man sie mit einem Mikrophonklassiker von Neumann Gefell (DDR) beschickt.

Heute on Air: Ein PM 750 aus den frühen 70er Jahren mit 20 mm Membran. Unseres ist eines mit Geschichte; es stammt aus dem Konferenzsaal eines Bonzenhotels in Leipzig. Nach der Wende wollte man die Teile nicht mehr, und ein paar findige Händler kauften sie zum Spottpreis. Als wir sie im Paket gekauft haben, waren sie immer noch Ladenhüter. Heute sind sie selten. Und längst Kult.

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Knallgrau.de/by
Das könnte gerade eben auch München sein, wo der Föhn endgültig zusammengebrochen ist und der Nebel auf den Strassen Slowfox tanzt. Ist aber das gestrige Berlin, gleich neben dem Alex.



Daneben ist die Schrumpfausgabe eines Oktoberfests, das trotz Riesenrad und Geisterbahn so tut, als ob es ein Weihnachtsmarkt wäre. Würde man die fetten Typen in Reizwäscherot mit dem nicht koscheren Hornviechzeug fragen, warum das so heisst, würden sie auf die diversen Glühweindurchgebrannten verweisen, die sich mühsam an den Tresen festhalten und taiwanesisches Billigspielzeug angaffen.

Wieso eigentlich sieht das Berlin a. d. Spree bei anderen wie Sophia immer irgendwie heimelig aus?

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Shaft´n´Hayes reloaded
The Hebrew Hammer läuft am 19. Dezember in den Staaten an, und entsprechend füllt sich die Filmwebsite mit Goodies. Auch der Remix der klassischen Shaft-Melody mit neuem Text und der überraschend stimmigen Klez-Klarinette steht als mp3 zum Download bereit.

Obendrein gibt es noch den Test, der klärt, ob man das Zeug zum Certified Circumcised Dick hat. I did it - und raus kam das:



Hard Hittin' Heeb
A Semitic Super Star, (sagt meine Mutter auch immer) you wear your big, black Gentile stomping boots with pride.(Schuhgrösse 45special) You slug Manischewitz (Schnaps) straight from the bottle, and wouldn't mix a hamburger with a Milkshake even if your life depended on it.(Arier nur als Vegetarier) The only time you remove your yarmulke is when you're hittin' the showers (which isn't that often).(Gut dass meine Mama das nicht liest) You're a 100% Kosher in every sense of the word. Shabat Shalom, Motherfu@^&rs!!!

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Dienstag, 2. Dezember 2003

SMakrchpck! Akustisch nachtreten!
Ich konnte es natürlich nicht lassen: Nach dem Aufruf von Sven bei ivy.blogger, doch selbst was zu machen und gegen die hier weidlich durchgekaute Blogsendung des Chaosradios zu setzen, habe ich den Laptop angeschmissen.



Dann ein paar Effekte rausgekramt, einen Text geschrieben und rumproduziert. Natürlich wieder was Destruktives. Aber eben doch was eigenes, wenn man mal vom Zitieren der Mediamarkt-Werbung absieht. Chuzpe, das härteste jüdische Blog der deutschen Bloggosphäre präsentiert: Die Mutter aller Übergeschnappten.

Das Logo wiederum kommt von Sven, und ich möchte Ivy bei der Gelegenheit ganz herzlich grüssen. Das Teil gibt es übrigens auch bei mir als MP3, falls jemand Futter für Kazaa braucht, oder selbst eine Sendung hat.

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Semi kosher II: Falafel revisited
Die S-Bahnstation Humboldthain an der Hochstrasse im ehemaligen Osten ist mit ihren oktogonalen Baukörpern und den flachen Fenstern ein kleines Juwel des modernen Bauens, und das ganz ohne die sonst typischen Flachdächer und Betonwände.Vielleicht kommt ja mal ein Kunsthistoriker vorbei und entdeckt die feine Qualität des Baus.



Im Inneren der Eingangshalle befindet sich ein unauffälliges, türkisches Takeaway. Er hat sich über die letzten Jahre zu einem meiner bevorzugten Anlaufspunkte entwickelt. Zum einem hat er studenten- und schülerfreundliche Preise, zum anderen ist der Falafel wirklich ordentlich. Eher der härtere SBZ-Typus, wohingegen der Istanbul Grill in Schöneberg Falafel US-zonen-weich macht. Von der Frische der Zutaten kann man sich nebenan überzeugen - es gibt eine Einkaufsgemeinschaft mit dem Lebensmittelladen an der anderen Seite des Gebäudes. Dort gibt es übrigens auch sehr delikate Champignions - meinte eine Freundin, die ich damit bekochte.

Zurück zum Falafel: Für manche ist es vielleicht nur Junkfood an der Haltestelle. Für den Kundigen, der über die Brücke geht und die Stuktur der Architektur bewundert, ist der Falafel an dieser Stelle ein sinnlicher Hochgenuss.

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The day after the election


Es riecht nach Sensation: Bei den Wahlen zur Repräsentantenversammlung (RV) Gemeinde Berlin sieht es nach einem gigantischen Sieg für das Wahlbündnis Kadima aus. 2o der 21 gehen an die Vereinigung des Anwalts Albert Meyer, in der sich viele liberale und russischstämmige Gemeindemitglieder zusammengetan haben, um den alten Klüngel in der RV zu beenden. Jetzt kann Kadima praktisch allein bestimmen, was in der von Führungsstreitereien zerrütteten Gemeinde geschieht.

Treppenwitz der Geschichte: Bei der letzten Wahl hatte Kadima bereits 16 Stimmen gewonnen und sich mit Händen und Füssen gegen eine Anulierung der Wahl gewehrt; aus Furcht, nicht nochmal so ein Traumergebnis erzielen zu können. Trotzdem wurde die Wahlwiederholung unumgänglich. Es folgte von Seiten der Kadima-Gegner eine beispiellose Schmutzkampagne gegen den umstrittenen Historiker Julius Schoeps, der manchen als graue Eminenz von Kadima gilt.

Das ging allerdings nach hinten los. Jetzt ist der Weg frei für eine grundlegende Gemeindereform - falls das Bündnis hält.

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Montag, 1. Dezember 2003

Heeb Party Remix


C´mon schmendrick! Do da turntable!

For lotsa bonus pix from da legendary Heeb release party in Berlin. See da scratching, plonkering, drinking, dancing and nearly shtubbing young party people from da jewish community of Berlin and Brooklyn.

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Da bonus pixxies


ntzkh ntzkh ntzkh ccchrr chhhr wggh wggh



wggh-hh-wgh boing boing boingboingboing



We want da nasty little jewish Princesses



Say it loud, I´m Heeb and proud

2 da older pixxies from da same party

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Semi kosher
Und nachdem man den Ärger über die Möchtegern-Kollegen losgeworden ist, braucht man was zwischen die Kiemen. In meinem Fall: Falafel. Am besten beim Istanbul Grill in Schöneberg, an der Potsdamer Strasse.



Oben drüber rumpelt die S-Bahn, nebenan kann man billig nach Ghana telefonieren, ein paar Strassen weiter macht die Polizei eine Razzia. Drinnen ist der Falafel semi kosher - kein Rabbiner gibt da einen Kosher-Stempel drauf, aber auf die Köche ist Verlass.

Falafel hat den nicht zu unterschätzenden Vorteil, vegetarisch zu sein. Weshalb man ihn auch mit milchhaltiger Sosse essen kann. Döner dagegen muss man ohne Zaziki nehmen - die Vermengung von Fleisch und Milch ist im Judentum nicht erlaubt. Und so ein trockener Döner ohne Zaziki ist eine harte Angelegenheit. Es gilt als unmoralisch und damit nicht koscher, ein Tier zu essen und zur geschmacklichen Verfeinerung dann noch in die Milch seiner Mutter tauchen. Vegetarier wie ich sparen sich in dieser Hinsicht viel Ärger.

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Blog Sülz: Aircheck für Chaosradio
Inzwischen bin ich im Internet so heimisch wie im Print, aber Radio ist immer noch das Medium, das mir am meisten gibt. Selber machen ist genial. Nachts ziellos durch die Stadt fahren, und den Leuten am Mike zuhören, ist auch grandios. Das letzte Mal habe ich das am Mittwoch gemacht, Berlin Mitte zwischen Alex und Potsdamer Strasse, und im Radio lief Fritz. Das Thema beim Chaosradio: Die Bloggosphäre.



Ich mag experimentelles Radio. Ich mag es, wenn jemand mal was ausprobiert, was sich sonst niemand traut. Ich kann damit leben, wenn die Gäste noch nicht mal in der Lage sind, ihren Laptop rechtzeitig einzustöpseln. Ich bin da geduldig und belastbar. Ich hasse Mainstream. So gesehen, hätten es angenehme drei Stunden werden können.

Aber nach dieser Nacht tendiere ich dazu, meine tolerante Haltung bei Tempo 90 aus dem Fenster an den Laternenpfosten zu klatschen. Hallo? Jemand zu Hause bei Fritz? Da promotet sich also der Schockwellenreiter und findet es sowas von endgeil, dass mein Radio vor Scham rot wird wie ein Erich H. selig. Der Mann verwechselt seine Website wohl mit der Zentrale der deutschen Bloggosphäre - dabei ist sie vom Standpunkt des Journalisten nicht mehr als die nachlässig zusammengeschraubte Linkliste eines Amateurs, der im Gegensatz zu vielen anderen absolut keinen Grund hat, Journalisten pauschal anzudissen.

Informationsquellen werden von ihm nach eigener Angabe "nachrecherchiert". Grad so, als ob es eine Tugend sei, wenn man irgendwo abschreibt, statt rauszugehen und selbst ein Thema zu machen. Was Journalisten immer noch sehr oft tun, auch wenn das nicht ins Weltbild mancher Internetpropheten passt. Dabei beschränkte sich die medienfeindliche Argumantation in der Sendung darauf, dass die Medien von Interessensgruppen gesteuert werden (besonders die bösen Amerikaner), Blogs schneller als andere Medien sind, neue Themen setzen und Fehler aufspüren. Dass letztere drei Punkte bis heute die absoluten Ausnahmen der deutschen Bloggosphäre sind, kommt nicht rüber. Wäre aber bei dem verkündeten Anspruch gar nicht schlecht gewesen, so etwas Selbstbescheidung.

Wem das noch nicht gereicht hat: Den drei Männern am Mikrophon dürfte es vor allem mit dem Thema Technik nachhaltig gelungen sein, alle am Bloggen Interessierten nachhaltig zu vergraulen. Am Anfang rief noch ein Mädchen an, die einfach was über sich erzählen wollte, und mit dem Nerd-Hirnfick nichts anfangen konnte. Die wurde von der Herrenrunde abgebürstet, von wegen, ist doch eh nur Livejournal, das die Herren eigentlich gar nicht auf ihrer (nachrecherchierten?) Liste hatten. Dann wagte noch einer, nach einem Tool zu fragen, das nur unter Windows läuft: Ganz Bäh für Herrn Kantel, der offenbar Mac und Linux für die alleinseeligmachenden Religionen des Netzes hält.

Mit dem täglichen Bloggeschehen hatte das wenig zu tun: Über eine Stunde Technik und Software pur vom SWR, mit Worthülsen, die da draussen ausser ein paar Freaks niemand versteht. Das geht vielleicht noch im Print, wo man darüber wegblättern kann. Aber es war Radio, und jeder Durchschnittsmensch, der nur drei Sätze hört, schaltet weg. So etwas braucht in seiner Freizeit niemand, arrogante Fachidioten gibt´s an der Schule, Uni und im Beruf genug. Die Moderation war zu blöd oder unwillig, das Abrutschen in den Quotenkiller abzubremsen. Offenbar hatte sie selbst keine Ahnung von der Thematik, sonst hätte sie die Abkürzung "SWR" in einem Forumsbeitrag nicht für den Südwest-Rundfunk gehalten. In der Folge riefen dann prompt nur noch Nerds an, die auch ihren Teil Technik dazufaseln wollten, damit auch jeder merkt, wie supi das Dümpeln im Java ist.

Höhepunkt des Egotrips war dann noch die Werbung für die Konferenz Blogtalk 2 (in Vorbereitung durch SWR), die Projekte des SWR und seiner Kumpel. Was es nicht gab, war eine Erklärung, warum sich so viele Leute inzwischen einen Wolf schreiben, ihre eigenen Geschichten bringen, und dieses Bloggen meist nichts mit dem Tekkie-Gefasel zu tun hat - egal auf welcher technischen Basis, Hauptsache, es läuft. Die wollen etwas tun, was so ein dauersurfender Nerd mangels Besitz nicht kann: Über ihr Leben schreiben, das nicht im Netz stattfindet.

Aber das Wort Tagebuch wollte die Herrenrunde im Studio nicht benutzen, bäh. Wer diese Sendung ohne Grundwissen gehört hat, glaubt, die Bloggosphäre ist eine Tekkie-Sekte von Männern rund um den Papst SWR. Ein Normalo kann nicht mitreden und hat dort nichts verloren - und auch sicher keinen Spass. Einfach was schreiben, für die Freundinnen, das darf nicht sein. So kommt man sicher nicht auf die SWR-Seite, um dort der Aufklärung nach "Nennt mich ´Kant der Medienkompetenz´" Kantel zu lauschen. ´Geissel des Tagesspiegels´ darf man auch sagen.

Im Umkehrschluss: Wenn ein öffentlich-rechtlicher Sender ein spannendes Thema wie Blogs durch einen aufgeblasenen Klüngel verhunzen lässt, nur weil der gegenöffentlich tut und unverständliche Ego-PR-Phrasen absondert, und in drei Stunden keine einzige, wohverdiente kritische Frage reingewürgt wird, dann muss schon was dran sein am Niedergang des Journalismus. Da wurden alle Fehler gemacht, die man im Radio machen kann, und vor allem: Niemand dachte an die Hörer.



Merke: Radio ist immer so gut oder schlecht wie die Typen, die man ans Mike lässt. Mal schaun, ob sie auch so gut einstecken können, wie sie austeilen wollen.

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Sonntag, 30. November 2003

Dot Gone


Berlin im Herbst 03. 04 wird sicher ähnlich spassig. Als ich bei Scholz & Friends vorbeigefahren bin, war auch so ein Schild im Fenster des Ladens davor, "zu vermieten". Und Ingo Niermanns Buch Minusvisionen will kaum jemand haben, trotz Blog zum Buch, und so. Niemand liest Loser. Auch dann nicht, wenn sie ihre Schulden mit ziemlich krassen Methoden abarbeiten. Dafür gibt´s schon die Reportage bei RTL II.

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Die Original Fatah Volkstanzgruppe
und ihre eigenartigen Landler: Da wollen die friedensbereiten Gruppen aus Israel und Palästina ein Friedensabkommen unterschreiben, der zumindest etwas Hoffnung verspricht - und dann mag die Fatah doch nicht. Grund, wie schon vor dem Beginn der Intifada II: Die Frage des Rückkehrrechts der palästinensischen Flüchtlinge und all ihrer Nachkommen nach Israel, pardon, das zionistische Gebilde, wie es in der Fatah heisst.

Die Fatah sieht nicht ein, dass sie da was dran ändern sollte. Statt dessen gibt es markige Sprüche gegen die "Verschwörer" im palästinensischen Lager, die das Rückkehrrecht aufgeben würden. So macht man keine Geschäfte. Sondern noch eine Runde Intifada. Und hält Sharon an der Macht, während die Friedensbewegung einpacken kann. Supi.

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Auf den Bürgersteig liegt ein Waschbecken,
oder was davon übrig ist. Es ist alt, wohl noch aus Zeiten der DDR, und wurde, nachdem es jemand hier öffentlich entsorgt hatte, von den hiesigen Jugendlichen fachmännisch zertrümmert. Weiter vorn liegen die Reste eines billigen Küchenschranks aus Resopal, nur 15 Meter vor einer Polizeistation. Das alles lag auch schon am Samstag hier. Die Blätter, die sich in den Fragenten des Waschbeckens verfangen haben, lassen vermuten, dass es hier schon seit Wochen rumliegt.



Berlin ist pleite, sagte vorgestern einer meiner Gesprächspartner. Und: Wir können nicht alles, was wünschenswert ist, tun. Ein paar Einschnitte sind unverzichtbar. Im Falle der diversen Einrichtungsgegenstände hat das durchaus einen positiven Aspekt. Wenn hier erst mal die städtischen Mietwohnungen privatisiert werden, haben es die Entmieteten auf der Strasse gleich wieder wohnlich. Nur, liebe Randalen: Bitte nicht mehr die Waschbecken vernichten. Wäre echt schade drum, in der Bundeshauptstadt.

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Schatten der Vergangenheit
Es war einmal eine Disco mit lauter Musik. Die hiess Tresor und war gut. Irgendwann kamen ein paar sensationsgeile Medienleute und schrieben, dass da das Leben tobt. Worauf die Tübinger Zahnarzttöchter und Starnberger Videothekenbesitzersöhne nach Berlin jetteten, in den Tresor gingen und auch gleich in Mitte blieben.



Am nächsten Morgen brauchten sie Cafes, die so stil- und belanglos wie sie selbst sein sollten, Hauptsache Mitte, amerikanisch und teuer. Und wenn sie mal nicht gerade Raab und Polylux guckten, blätterten sie in Büchern über Medienmacher aus Berlin Mitte und fühlten sich zentral. Hier, im Tresor begann der Hype. Aber heute ist er zu, morgen auch, Berlin ist pleite, die Starnberger Söhnchen wollen zurück nach München, und die Zahnarzttöchter sind grad auf Praktikum. In Paris.

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Warum Chala nicht auf dem Beifahrersitz sein sollte
Das ist Chala. Chala ist ein traditionelles jüdisches Gebäck. Ein Hefezopf mit Mohn obendrauf und Rosinen innen drin. In diesem Fall, handgemacht in der jüdischen Gemeinde zu Berlin. A.d. Spree. Ein üppiges Ding, diese Chala, es gibt sich auch in klein, aber in aller Regel nimmt man die 0,75-Kilo-Brummer.



Man sollte Chala prinzipiell nur im Kofferraum transportieren. Chala auf dem Beifahrersitz ist sinnlich und wird unweigerlich zur Versuchung. Man fingert daran rum, man packt sie aus ihrem ohnehin schon durchsichtigen Plastikkleid, man macht sich über sie her, man sagt sich erst noch: Nur ein kleines bisschen, aber letztlich will man sie doch ganz. Nachts um 3, in den dunklen Strassen von Schöneberg.

Im Radio läuft Air, Don´t be light. Keine Sorge, nicht mit so viel Chala.

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Donnerstag, 27. November 2003

The Hebrew Hammer revisited
Kurzkritik: Doch, ganz nett.

The Hebrew Hammer lässt kein Klischee aus, um sich dann darüber lustig zu machen. Der Film ist absolut respektlos; so bitterböse und zynisch in der Beiläufigkeit des Übertretens aller Grenzwerte, dass es manchmal selbst für Abgebrühte *etwas* viel wird.

Die Handlung ist ebenso simpel wie durchgeknallt: Der Weihnachtsmann fällt einem Komplott der Rentiere und seines Sohnes, der Weihnachtsmann anstelle des Weihnachtsmannes werden will, zum Opfer. Kaum an der Macht, macht der sich daran, Juden zu konvertieren und die jüdische Atomuhr für die Feiertage zu vernichten, um das jüdische Chanukka-Fest auszulöschen.

Auf der anderen Seite steht Mordechai, the Hebrew Hammer, im schwarzen Ledermantel, immer eine Kanone in der Hand und einen flotten Spruch auf den Lippen. Angeheuert von einem jüdischen Geheimdienst, verprügelt der Hammer Nazis, terrorisiert Antisemiten und jagt den Weihnachtsmann von New York über Jerusalem bis zum Showdown am Nordpol. Dazwischen legt er Frauen flach, was bei einem Mann nicht überraschen kann, auf dessen Bürotür "Certified Circumcised Dick" steht. Dabei wird kräftig in der Filmgeschichte geplündert. Shaft ist noch irgendwie logisch, aber Rambo und Hollywoods schwarze Serie sind beim Hammer auch dabei.

Es gibt ein paar echte Highlights. Allein die Eingangsszenen, ein Alptraumerlebnis des jungen Hammer in einer katholischen Schule zu Weihnachten, sind den Eintrittspreis wert. Danach fällt der Film immer wieder in nicht allzu sauber gemachten Klamauk ab. Wenn es um die Demontage der Kuppelei in der Familie geht, war Kissing Jessica weitaus witziger und treffender, ohne in die ganz tiefen Schubladen greifen zu müssen.

The Hebrew Hammer fängt die Defizite durch ein rasantes Tempo und viel Spielwitz auf. Der Sprachwitz geht dagegen unter - das Tohuwabohu aus Jiddisch und Rapper-Slang ist eher schwer zu verstehen, und eine deutsche Übersetzung scheint kaum möglich. Bei der Musik klappt´s aber mit dem Crossover: Das Shaft-Thema mit einer Klezmer-Fidel remixed - klingt verrückt, passt aber.

Der Low-Budget-Produktion sieht man dem Film allenthalben an, aber das verleiht ihm eher eine gewisse Authentizität. Dazu kommt eine ausgeprägte Lust am Minoritätenbewusstsein und an politischer Unkorrektheit, besonders bei der Darstellung des Katholizismus. Hier sind nicht die üblichen Hollywood-Stereotypen zu sehen, sondern etwas sehr bewusst anderes, das sich den Zwängen der geleckten Bilder entzieht.

Fazit: Man könnte einiges kritisieren. Aber seit den Marx Brothers hat sich niemand mehr an einen derartig unverschämt jüdischen Film gewagt. Die 500 Besucher in Berlin waren ziemlich angetan. Es sind 90 gelungene Minuten ohne Längen und Respekt vor irgendwas. Gläubige Katholiken werden ihn hassen.

Ja. Das ist ein Kompliment.

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6 Uhr Abend in Berlin
ist eine leckere Zeit, wen man an der Ecke zwischen Wilhelmstrasse und Lazarettstrasse steht, und alle vor einem nach links abbiegen wollen. Rechts hingegen wartet ein Termin mit 20 Leuten, und man selbst ist der Stargast. Das dauert. Und so lange kann man all die hübschen jiddischen Schimpfworte üben, die man einen Tag zuvor bei The Hebrew Hammer gelernt hat.

Es sind viele Schimpfworte. Aber man hat genügend Zeit, sie anzubringen. Mehrfach.

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