Dienstag, 18. November 2003
Rabbinische Rückzugsgefechte
Not macht erfinderisch: In Israel wird mit der Zustänsigkeit für die Ehe demnächst das zentrale Monopol des Oberrabbinats fallen. Früher war alles ganz lässig, da ging die Heirat nicht ohne Rabbiner:



Aber das 17. Jahrhundert ist vorbei und das 20. auch, in Israel gibt es viele nichtjüdische Immigranten, und griechisch-orthodoxe oder Buddhisten haben von Hochzeitszeremonien *etwas* andere Vorstellungen als das Rabbinat. Und junge Leute fliegen zum Heiraten ohnehin oft nach Zypern, auf ein normales Standesamt. Deshalb wird seit Jahren an der pragmatischten aller Lösungen gearbeitet: Einer Zivilehe. Ohne Segen des Rabbinats.

Das tut natürlich weh. Deshalb hat das Oberrabbinat allen Ernstes vorgeschlagen, ein Spezialrabbinat für nichtjüdische Ehen einzurichten. Und für diese Form des Multikulti auch gleich einen Rückschlag hinnehmen müssen: Die Regierung bleibt bei der Zivilehe. Und verzichtet auf Hochzeiten, die wunderbar in Monthy Pythons Life of Brian passen würden.

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Eine DAT hat 64 Minuten
DAT, das ist dieses extrem teure Speichermedium, das heute niemand mehr verwendet, ausser nostalgischen Radiomachern vielleicht, die gerne mit ihrem Studio-DAT-Recorder angeben. Der Verfasser gehört zu dieser Gruppe. 64 Minuten also auf dieser DAT.

dat

Sie ist eine von etwa 50 bespielten, aber nicht beschrifteten DATs im Chuzpe-Studio. Die meisten haben 120 oder gar 180 Minuten. Der O-Ton, den ich suche, muss auf einer dieser DATs sein. Ich habe mit den kurzen DATs begonnen. DAT-Recorder sind beim schnellen Vorspielen ziemlich zickig, und zudem langsam. Für jede Minute brauche ich etwa 15 Sekunden. Ich verfluche meine Unordnung zu bei jedem Anhalten, Reinhören, und Weiterspulen. Sagen wir, zehn mal pro Minute. Macht 640 Flüche mal alleine bei dieser DAT. Denn auf dieser war der O-Ton auch nicht.

Wenn in München heute Nacht ein Blitz einschlägt und es etwas verbrannt riecht, denken Sie sich nichts. Nur ein Radiomacher, dessen Flüche nach den 180er-DATs erhört wurden.

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At the Hardware Dealer: I walked in,
the man said to me :

preamp

Son, you need a blue-24bit-convertible- multi-knob preamp
with wire-chrome-screws and that sexy tube-heat
with a fancy guitar Line in, two-track SPDIF,
and lotsa gain so you can talk to your groupies
when you’re on air all alone.

Ich habe in nicht gekauft, den Preamp. Noch nicht.

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Adobe Pic of the day
Made with Micrografix

So sehen 100 Mitarbeiter von Adobe aus. Wir haben zwar Indesign und Photoshop, aber hier wird alles noch mit billigstem Micrografix gemacht. Photoshop nervt Chuzpe. Das wird jetzt kaum besser. Kai Pahl weiss jetzt auch, warum er noch länger auf die Updates von Adobe warten muss.

Dass es auch anders geht, sieht man im Audiobereich. Dort muss sich niemand auf irgendwelche Ebenen umstellen. Da wird zuerst daran gedacht, ob sich die User wohl fühlen. Man schaut nach, was sie bislang kennen. Hier zum Beispiel ein Hardware-Kompressor, der die Lautheit von Tönen verändert:

composer

Sein Software-Pendant, in diesem Fall von Steinberg Wavelab, hat das gleiche Interface und eine identische Anzeige, bis hin zu imitierten, groben LEDs und Lichtreflexen auf den Drehknöpfen. Und das, obwohl man die Anzeige für die Gain Reduction auf dem Bildschirm beliebig gross und genau darstellen könnte.

dynamics

Hard- und Software funktionieren identisch. Das heisst, man kann sein Wissen offline und online verwenden. Und die Benutzer brauchen das scheinbar, dieses Gefühl, dass man direkt an einem Regler drehen kann, ohne sich durch Layer und Menus klicken zu müssen.

Es klingt wie ein Witz, aber Adobe hat trotzdem dieses Jahr versucht, in diesen von Steinberg dominierten Markt einzudringen. Adobe hat die Reste des insolventen Audiosoftware-Herstellers Syntrillium gekauft und vermarktet es jetzt unter dem Namen Adobe Audition. Früher hiess das Cool Edit Pro und war gegen 1998 eines der besten Angebote für Profis. Aber inzwischen ist die Zeit über Syntrillium hinweggegangen.

Audition kostet zwar nur die Hälfte von Wavelab, Cubase oder Emagic, ist aber gerade in Sachen Interface nicht im Mindesten so durchdacht. Typisch Adobe eben. Und für Amateure tut es auch eine 50 Euro Software wie die von Magix - die hiess übrigens früher SEK´D und war 1998 auch so ein heisses Teil wie Cool Edit Pro. Hat aber inzwischen ein weitaus besseres Interface...

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