Montag, 1. Dezember 2003

Heeb Party Remix


C´mon schmendrick! Do da turntable!

For lotsa bonus pix from da legendary Heeb release party in Berlin. See da scratching, plonkering, drinking, dancing and nearly shtubbing young party people from da jewish community of Berlin and Brooklyn.

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Da bonus pixxies


ntzkh ntzkh ntzkh ccchrr chhhr wggh wggh



wggh-hh-wgh boing boing boingboingboing



We want da nasty little jewish Princesses



Say it loud, I´m Heeb and proud

2 da older pixxies from da same party

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Semi kosher
Und nachdem man den Ärger über die Möchtegern-Kollegen losgeworden ist, braucht man was zwischen die Kiemen. In meinem Fall: Falafel. Am besten beim Istanbul Grill in Schöneberg, an der Potsdamer Strasse.



Oben drüber rumpelt die S-Bahn, nebenan kann man billig nach Ghana telefonieren, ein paar Strassen weiter macht die Polizei eine Razzia. Drinnen ist der Falafel semi kosher - kein Rabbiner gibt da einen Kosher-Stempel drauf, aber auf die Köche ist Verlass.

Falafel hat den nicht zu unterschätzenden Vorteil, vegetarisch zu sein. Weshalb man ihn auch mit milchhaltiger Sosse essen kann. Döner dagegen muss man ohne Zaziki nehmen - die Vermengung von Fleisch und Milch ist im Judentum nicht erlaubt. Und so ein trockener Döner ohne Zaziki ist eine harte Angelegenheit. Es gilt als unmoralisch und damit nicht koscher, ein Tier zu essen und zur geschmacklichen Verfeinerung dann noch in die Milch seiner Mutter tauchen. Vegetarier wie ich sparen sich in dieser Hinsicht viel Ärger.

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Blog Sülz: Aircheck für Chaosradio
Inzwischen bin ich im Internet so heimisch wie im Print, aber Radio ist immer noch das Medium, das mir am meisten gibt. Selber machen ist genial. Nachts ziellos durch die Stadt fahren, und den Leuten am Mike zuhören, ist auch grandios. Das letzte Mal habe ich das am Mittwoch gemacht, Berlin Mitte zwischen Alex und Potsdamer Strasse, und im Radio lief Fritz. Das Thema beim Chaosradio: Die Bloggosphäre.



Ich mag experimentelles Radio. Ich mag es, wenn jemand mal was ausprobiert, was sich sonst niemand traut. Ich kann damit leben, wenn die Gäste noch nicht mal in der Lage sind, ihren Laptop rechtzeitig einzustöpseln. Ich bin da geduldig und belastbar. Ich hasse Mainstream. So gesehen, hätten es angenehme drei Stunden werden können.

Aber nach dieser Nacht tendiere ich dazu, meine tolerante Haltung bei Tempo 90 aus dem Fenster an den Laternenpfosten zu klatschen. Hallo? Jemand zu Hause bei Fritz? Da promotet sich also der Schockwellenreiter und findet es sowas von endgeil, dass mein Radio vor Scham rot wird wie ein Erich H. selig. Der Mann verwechselt seine Website wohl mit der Zentrale der deutschen Bloggosphäre - dabei ist sie vom Standpunkt des Journalisten nicht mehr als die nachlässig zusammengeschraubte Linkliste eines Amateurs, der im Gegensatz zu vielen anderen absolut keinen Grund hat, Journalisten pauschal anzudissen.

Informationsquellen werden von ihm nach eigener Angabe "nachrecherchiert". Grad so, als ob es eine Tugend sei, wenn man irgendwo abschreibt, statt rauszugehen und selbst ein Thema zu machen. Was Journalisten immer noch sehr oft tun, auch wenn das nicht ins Weltbild mancher Internetpropheten passt. Dabei beschränkte sich die medienfeindliche Argumantation in der Sendung darauf, dass die Medien von Interessensgruppen gesteuert werden (besonders die bösen Amerikaner), Blogs schneller als andere Medien sind, neue Themen setzen und Fehler aufspüren. Dass letztere drei Punkte bis heute die absoluten Ausnahmen der deutschen Bloggosphäre sind, kommt nicht rüber. Wäre aber bei dem verkündeten Anspruch gar nicht schlecht gewesen, so etwas Selbstbescheidung.

Wem das noch nicht gereicht hat: Den drei Männern am Mikrophon dürfte es vor allem mit dem Thema Technik nachhaltig gelungen sein, alle am Bloggen Interessierten nachhaltig zu vergraulen. Am Anfang rief noch ein Mädchen an, die einfach was über sich erzählen wollte, und mit dem Nerd-Hirnfick nichts anfangen konnte. Die wurde von der Herrenrunde abgebürstet, von wegen, ist doch eh nur Livejournal, das die Herren eigentlich gar nicht auf ihrer (nachrecherchierten?) Liste hatten. Dann wagte noch einer, nach einem Tool zu fragen, das nur unter Windows läuft: Ganz Bäh für Herrn Kantel, der offenbar Mac und Linux für die alleinseeligmachenden Religionen des Netzes hält.

Mit dem täglichen Bloggeschehen hatte das wenig zu tun: Über eine Stunde Technik und Software pur vom SWR, mit Worthülsen, die da draussen ausser ein paar Freaks niemand versteht. Das geht vielleicht noch im Print, wo man darüber wegblättern kann. Aber es war Radio, und jeder Durchschnittsmensch, der nur drei Sätze hört, schaltet weg. So etwas braucht in seiner Freizeit niemand, arrogante Fachidioten gibt´s an der Schule, Uni und im Beruf genug. Die Moderation war zu blöd oder unwillig, das Abrutschen in den Quotenkiller abzubremsen. Offenbar hatte sie selbst keine Ahnung von der Thematik, sonst hätte sie die Abkürzung "SWR" in einem Forumsbeitrag nicht für den Südwest-Rundfunk gehalten. In der Folge riefen dann prompt nur noch Nerds an, die auch ihren Teil Technik dazufaseln wollten, damit auch jeder merkt, wie supi das Dümpeln im Java ist.

Höhepunkt des Egotrips war dann noch die Werbung für die Konferenz Blogtalk 2 (in Vorbereitung durch SWR), die Projekte des SWR und seiner Kumpel. Was es nicht gab, war eine Erklärung, warum sich so viele Leute inzwischen einen Wolf schreiben, ihre eigenen Geschichten bringen, und dieses Bloggen meist nichts mit dem Tekkie-Gefasel zu tun hat - egal auf welcher technischen Basis, Hauptsache, es läuft. Die wollen etwas tun, was so ein dauersurfender Nerd mangels Besitz nicht kann: Über ihr Leben schreiben, das nicht im Netz stattfindet.

Aber das Wort Tagebuch wollte die Herrenrunde im Studio nicht benutzen, bäh. Wer diese Sendung ohne Grundwissen gehört hat, glaubt, die Bloggosphäre ist eine Tekkie-Sekte von Männern rund um den Papst SWR. Ein Normalo kann nicht mitreden und hat dort nichts verloren - und auch sicher keinen Spass. Einfach was schreiben, für die Freundinnen, das darf nicht sein. So kommt man sicher nicht auf die SWR-Seite, um dort der Aufklärung nach "Nennt mich ´Kant der Medienkompetenz´" Kantel zu lauschen. ´Geissel des Tagesspiegels´ darf man auch sagen.

Im Umkehrschluss: Wenn ein öffentlich-rechtlicher Sender ein spannendes Thema wie Blogs durch einen aufgeblasenen Klüngel verhunzen lässt, nur weil der gegenöffentlich tut und unverständliche Ego-PR-Phrasen absondert, und in drei Stunden keine einzige, wohverdiente kritische Frage reingewürgt wird, dann muss schon was dran sein am Niedergang des Journalismus. Da wurden alle Fehler gemacht, die man im Radio machen kann, und vor allem: Niemand dachte an die Hörer.



Merke: Radio ist immer so gut oder schlecht wie die Typen, die man ans Mike lässt. Mal schaun, ob sie auch so gut einstecken können, wie sie austeilen wollen.

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