Sonntag, 30. November 2003
Dot Gone


Berlin im Herbst 03. 04 wird sicher ähnlich spassig. Als ich bei Scholz & Friends vorbeigefahren bin, war auch so ein Schild im Fenster des Ladens davor, "zu vermieten". Und Ingo Niermanns Buch Minusvisionen will kaum jemand haben, trotz Blog zum Buch, und so. Niemand liest Loser. Auch dann nicht, wenn sie ihre Schulden mit ziemlich krassen Methoden abarbeiten. Dafür gibt´s schon die Reportage bei RTL II.

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Die Original Fatah Volkstanzgruppe
und ihre eigenartigen Landler: Da wollen die friedensbereiten Gruppen aus Israel und Palästina ein Friedensabkommen unterschreiben, der zumindest etwas Hoffnung verspricht - und dann mag die Fatah doch nicht. Grund, wie schon vor dem Beginn der Intifada II: Die Frage des Rückkehrrechts der palästinensischen Flüchtlinge und all ihrer Nachkommen nach Israel, pardon, das zionistische Gebilde, wie es in der Fatah heisst.

Die Fatah sieht nicht ein, dass sie da was dran ändern sollte. Statt dessen gibt es markige Sprüche gegen die "Verschwörer" im palästinensischen Lager, die das Rückkehrrecht aufgeben würden. So macht man keine Geschäfte. Sondern noch eine Runde Intifada. Und hält Sharon an der Macht, während die Friedensbewegung einpacken kann. Supi.

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Auf den Bürgersteig liegt ein Waschbecken,
oder was davon übrig ist. Es ist alt, wohl noch aus Zeiten der DDR, und wurde, nachdem es jemand hier öffentlich entsorgt hatte, von den hiesigen Jugendlichen fachmännisch zertrümmert. Weiter vorn liegen die Reste eines billigen Küchenschranks aus Resopal, nur 15 Meter vor einer Polizeistation. Das alles lag auch schon am Samstag hier. Die Blätter, die sich in den Fragenten des Waschbeckens verfangen haben, lassen vermuten, dass es hier schon seit Wochen rumliegt.



Berlin ist pleite, sagte vorgestern einer meiner Gesprächspartner. Und: Wir können nicht alles, was wünschenswert ist, tun. Ein paar Einschnitte sind unverzichtbar. Im Falle der diversen Einrichtungsgegenstände hat das durchaus einen positiven Aspekt. Wenn hier erst mal die städtischen Mietwohnungen privatisiert werden, haben es die Entmieteten auf der Strasse gleich wieder wohnlich. Nur, liebe Randalen: Bitte nicht mehr die Waschbecken vernichten. Wäre echt schade drum, in der Bundeshauptstadt.

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Schatten der Vergangenheit
Es war einmal eine Disco mit lauter Musik. Die hiess Tresor und war gut. Irgendwann kamen ein paar sensationsgeile Medienleute und schrieben, dass da das Leben tobt. Worauf die Tübinger Zahnarzttöchter und Starnberger Videothekenbesitzersöhne nach Berlin jetteten, in den Tresor gingen und auch gleich in Mitte blieben.



Am nächsten Morgen brauchten sie Cafes, die so stil- und belanglos wie sie selbst sein sollten, Hauptsache Mitte, amerikanisch und teuer. Und wenn sie mal nicht gerade Raab und Polylux guckten, blätterten sie in Büchern über Medienmacher aus Berlin Mitte und fühlten sich zentral. Hier, im Tresor begann der Hype. Aber heute ist er zu, morgen auch, Berlin ist pleite, die Starnberger Söhnchen wollen zurück nach München, und die Zahnarzttöchter sind grad auf Praktikum. In Paris.

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Warum Chala nicht auf dem Beifahrersitz sein sollte
Das ist Chala. Chala ist ein traditionelles jüdisches Gebäck. Ein Hefezopf mit Mohn obendrauf und Rosinen innen drin. In diesem Fall, handgemacht in der jüdischen Gemeinde zu Berlin. A.d. Spree. Ein üppiges Ding, diese Chala, es gibt sich auch in klein, aber in aller Regel nimmt man die 0,75-Kilo-Brummer.



Man sollte Chala prinzipiell nur im Kofferraum transportieren. Chala auf dem Beifahrersitz ist sinnlich und wird unweigerlich zur Versuchung. Man fingert daran rum, man packt sie aus ihrem ohnehin schon durchsichtigen Plastikkleid, man macht sich über sie her, man sagt sich erst noch: Nur ein kleines bisschen, aber letztlich will man sie doch ganz. Nachts um 3, in den dunklen Strassen von Schöneberg.

Im Radio läuft Air, Don´t be light. Keine Sorge, nicht mit so viel Chala.

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