Mittwoch, 24. Dezember 2003

Chanukah is not the goddamn Jewish Christmas
Sagen die Jungs von Jewsmas.org. Jewsmas ist jüdische Selbstverteidigung gegen das am 24. Dezember anstürmende Christentum at it´s best. Warum das nötig ist? Stellt Euch mal vor, es ist Mitte Dezember, ihr latscht durch die Stadt, alle reden über einen Haufen knallharter Juden, die die Syrer vermöbelt haben, und jetzt schmeissen wir deshalb eine Party, hey, super was? Ach so, eh, Ihr seid diese Minderheit da, hm, naja, ach so, ihr habt Weihnachten...

Kurz, der 24. Dezember ist ein hartes Minoritäten-Problem für jüdische Familien. Zu Chanukka dreht man den "Dreidel", ein vierseitiger Kreisel, es gibt acht Tage lang Krapfen, aber es ist natürlich nicht so BOMBASTISCHES EY WIR SIN DIE GOILSTEN Fest wie in der Mehrheitsgesellschaft. Deshalb haben viele Leute begonnen, etwas dagegen zu setzen. Eine gute Freundin von mir schmeisst heute Abend in Berlin eine grosse Sause in der Synagoge.

Aber das sind alles nur Einzelkämpfer. In den USA gibt es den Vorschlag, eine neue Tradition zu gründen: "Chanukah is not the goddamn Jewish Christmas" sagen sie bei Jewsmas.org. Jewsmas wird am ersten Samstag Abend nach dem 24. Dezember begangen und ist unser jüdisches Weihnachten. Im Prinzip geht es darum, ein paar unserer Gebräuche der Umwelt zu vermitteln und aufzufrischen – da gibt es zum Beispiel ein Manischewitz- und Longdrinkgeschwängertes Dreidelspiel. Und dann, zu späterer Stunde "The Ogling of the Shiksa"... which is, indeed, some hot unchristian tradition... and "now leave Chanukah the hell alone!"

Weitere Informationen zu einem wirklich erstklassigen neuen Fest hier - und ich schau mal mein Adressbuch durch, wen ich für die private Dreidelparty invitiere ;-)


* Klar kann man in der Synagoge auch richtig feiern. Simchat Tora (Freude über die Tora) heisst das ideale Fest für die Hardcore Party People.

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Chanukka vs. XXX-Mas
Hey, heute ist der Tag mit der höchsten Streitqoute des Jahres, nie wird mehr Geschirr zerschlagen, und ausserdem sind sie alle wieder da, ein Jahr älter, fliehen in die Kneipen und posen rum von wegen, dass das letzte Jahr mal wieder echt klasse war. Bei angemessenen Alloholpegel gehen sie zur wechselseitigen Bestätigung der Selbsteinschätzung miteinander ins Bett, bei weniger Alk in einen speziellen Gottesdienst.

Daran - und dass ich morgen mal wieder vor völlig ausgeplünderten Regalen stehe - erkenne ich diesen sehr speziellen Tag, auf den man m. E. übrigens durchaus verzichten könnte. Wäre gut für den deutschen Wald und die Familienberatungsstellen.

But hey, ich hab genug Tiefkühlpizza, Frühlingsrollen, Schokolade und Pasta daheim. Macht Euch keine Sorgen, ich werde überleben. Friedlich. Locker. Ohne mir bei Metten die Füsse abzufrieren. Schlimmstenfalls wärme ich einer Netten, die es zu Hause mit der monströsen Verwandtschaft nicht mehr aushält, die Füsse.

Geschenke? Ach so, richtig. Ja, sorry, liebe Leute, unser Chanukka dauert 8 (!) Tage, da kann man theoretisch auch ganz schön heftig schenken und beschenkt werden. 8 : 1, muss man sich mal vorstellen. Das ist Bundesliga gegen Kreisjugend mit Gnadentreffer, um das mal in typisch deutsche Begrifflichkeiten zu übersetzen.

Deutlich, was?

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